An der Saale hellem Strande

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Rudelsburg

KV-Liederbuch Seite 20

An der Saale hellem Strande.png


1. An der Saale hellem Strande
stehen Burgen stolz und kühn,
ihre Dächer sind zerfallen,
und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen d'rüber hin.

2. Zwar die Ritter sind verschwunden,
nimmer klingen Speer und Schild;
doch dem Wandersmann erscheinen
auf den altbemoosten Steinen
oft Gestalten zart und mild.

3. Droben winken holde Augen,
freundlich lacht manch roter Mund.
Wandrer schaut wohl in die Ferne,
schaut in holder Augen Sterne,
Herz ist heiter und gesund.

4. Und der Wandrer zieht von dannen,
denn die Trennungsstunde ruft,
und er singet Abschiedslieder,
„Lebewohl" tönt ihm hernieder,
Tücher wehen in der Luft.

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Worte: Franz Kugler, 1826 auf der Rudelsburg gedichtet (1808—1858)
Gitarre.png    Loudspeaker.png    Weise i: Friedrich Ernst Fesca, 1822 (1789—1826)