Auf, du junger Wandersmann!

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KV-Liederbuch Seite 26

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1. Auf, du junger Wandersmann!
Jetzo kommt die Zeit heran,
die Wanderszeit die gibt uns Freud.
Woll'n uns auf die Fahrt begeben,
das ist unser schönstes Leben,
große Wasser, Berg und Tal,
anzuschauen überall.

2. An dem schönen Donaufluß
findet man ja seine Lust
und seine Freud auf grüner Heid,
wo die Vöglein lieblich singen
und die Hirschlein fröhlich springen;
dann kommt man vor eine Stadt,
wo man gute Arbeit hat.

3. Mancher hinterm Ofen sitzt
und gar fein die Ohren spitzt,
kein Stund fürs Haus ist kommen aus;
den soll man als Gsell erkennen
oder gar ein Meister nennen,
der noch nirgends ist gewest,
nur gesessen in sei'm Nest?

4. Mancher hat auf seiner Reis'
ausgestanden Müh und Schweiß
und Not und Pein, das muß so sein;
trägt's Felleisen auf dem Rücken,
trägt es über tausend Brücken,
bis er kommt nach Innsbruck rein,
wo man trinkt Tirolerwein!
5. Morgens, wenn der Tag angeht
und die Sonn am Himmel steht
so herrlich rot wie Milch und Blut;
auf, ihr Brüder, laßt uns reisen,
unserm Herrgott Dank erweisen
für die fröhlich Wanderzeit,
hier und in die Ewigkeit.


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Worte: Aus Ditfurth, Fränkische Volkslieder (1855)
Gitarre.png   Loudspeaker.png    Weise i: Walther Hensel, 1922
(Aus „Bruder Singer", Bärenreiter-Verlag Kassel)