Auf Deutschlands hohen Schulen

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Tacitus und die alten Deutschen

KV-Liederbuch Seite 25

[G - d g g g]

Auf Deutschlands hohen Schulen.png


1. Auf Deutschlands hohen Schulen, da trinken des Gerstenweins
alte deutsche Völker schafften ein Glas und immer noch eins.
|: Die Bayern und Alamannen, Westfalen und Friesen auch,
Thüringer, Sachsen und Franken, sie folgen dem heiligen Brauch. :|

2. Das ist altdeutsche Sitte; in seiner Germania
hat's Tacitus schon berichtet, hört zu, wie das geschah:
|:An einem Sommerabend, im Schatten des heiligen Hains,
da zechten die alten Deutschen auf beiden Ufern des Rheins.:|

3. Und sieh, des Wegs von ferren ein Römer kam zu Fuß;
der sagte: „Meine Herren, mein Nam' ist Tacitus.
|:Von Ihres Landes Sitten schreib' ich eine Biographie,
drum wollte ich Sie bitten, erklären Sie mir die!":|

4. Die alten Deutschen schwiegen und reichten ihm den Krug;
er trank in kurzen Zügen, rief bald „Jetzt hab' ich genug."
|:Da lachten die alten Deutschen auf beiden Ufern des Rheins
und ließen ihn spinnen und trinken ein Glas und immer noch eins. :|

5. Und als er am ändern Morgen sich seinen Kater besah,
da schrieb er aus Zorn und Rache in seine Germania:
|:„Es wohnen die alten Deutschen auf beiden Ufern des Rheins,
sie liegen auf Bärenhäuten und trinken immer noch eins." :|


Worte: William Ruer, 1871 (geb. 1848)
Loudspeaker.png    Weise i: Französische Volksweise, 1724
"Pour aller á la chasse", "Wenn alle untreu werden"

Siehe auch

Tacitus
Tacitus(Germania)