Bemooster Bursche zieh' ich aus

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Lied eines abziehenden Burschen

Bemooster Bursche zieh' ich aus.png

KV-Liederbuch Seite 36


1. Bemooster Bursche zieh' ich aus, ade!
Behüt dich Gott, Phillisterhaus, ade!
Zur alten Heimat geh' ich ein,
muss selber nun Phillister sein!

2. Fahrt wohl, ihr Straßen grad und krumm,
ich zieh' nicht mehr in euch herum,
|:durchtön' euch nicht mehr mit Gesang,
mit Lärm nicht mehr und Sporenklang.: |

3. Was wollt ihr Kneipen all' von mir?
Mein Bleiben ist nicht mehr allhier.
Winkt nicht mit eurem langen Arm,
macht mir mein durstig Herz nicht warm!

4. Ei grüß' euch Gott, Kollegia!
Wie steht ihr in Parade da!
Ihr dumpfen Säle groß und klein,
jetzt kriegt ihr mich nicht mehr herein.

5. Auch du, von deinem Giebeldach,
siehtst mir umsonst, o Karzer nach.
Für schlechte Herberg', Tag und Nacht,
sei dir ein Pereat gebracht!

6. Da komm' ich, ach, an Liebchens Haus:
O Kind, schau noch einmal heraus!
Heraus mit deinen Äuglein klar,
mit deinem dunklen Lockenhaar!

7. Und hast du mich vergessen schon,
so wünsch' ich dir nicht bösen Lohn;
such dir nur einen Liebsten neu,
doch sei er flott gleich mir und treu!

8. Und weiter, weiter geht mein Lauf,
tut euch, ihr alten Tore, auf!
Leicht ist mein Sinn und frei mein Pfad,
gehab dich wohl, du Musenstadt !

9. Ihr Freunde, drängt euch um mich her,
macht mir mein leichtes Herz nicht schwer,
auf frischem Roß, mit frohem Sang
geleitet mich den Weg entlang!

10. Im nächsten Dorfe kehret ein,
trinkt noch mit mir von einem Wein! —
Und nun denn, Brüder, sei's, weil's muß!
das letzte Glas, den letzten Kuß!

Worte: Gust. Schwab, 1814 (1792—1850)
Gitarre.png    Loudspeaker.png    Weise i: Albert Methfessel, im Kommersbuch 1820 (1785—1869)


CV-Liederbuch Variante

Bemooster Bursche zieh' ich ausCV.png


1. Bemooster Bursche zieh' ich aus, ade!
Behüt dich Gott, Phillisterhaus, ade!
Zur alten Heimat geh' ich ein,
muss selber nun Phillister sein!

2. Fahrt wohl, ihr Straßen grad und krumm,
ich zieh' nicht mehr in euch herum,
|:durchtön' euch nicht mehr mit Gesang,
mit Lärm nicht mehr und Sporenklang.: |

3. Da komm' ich, ach, an Liebchens Haus:
O Kind, schau noch einmal heraus!
Heraus mit deinen Äuglein klar,
mit deinem dunklen Lockenhaar!

3. Und weiter, weiter geht mein Lauf,
tut euch, ihr alten Tore, auf!
Leicht ist mein Sinn und frei mein Pfad,
gehab dich wohl, du Musenstadt !

4. Ihr Brüder, drängt euch um mich her,
macht mir mein leichtes Herz nicht schwer,
auf frischem Ross, mit frohem Sang
geleitet mich den Weg entlang!

Worte: Nach Gust. Schwab, 1814 (1792—1850)
Loudspeaker.png    Weise i: "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach"
Volksweise aus dem 16. Jahrhundert