Burschen heraus!

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KV-Liederbuch Seite 42

Burschen heraus!.png

1. Burschen heraus!
Lasset es schallen von Haus zu Haus!
Wenn der Lerche Silberschlag
grüßt des Maien ersten Tag,
dann heraus, und fragt nicht viel,
frisch mit Lied und Lautenspiel!
Burschen heraus!

2. Burschen heraus!
Lasset es schallen von Haus zu Haus!
Ruft um Hilf' die Poesie
gegen Zopf und Philisterei,
dann heraus bei Tag und Nacht,
bis sie wieder frei gemacht!
Burschen heraus!


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Worte: in Fr. Poccis Alt. u. neue Studentenl., 1844
Gitarre.png    Loudspeaker.png    Weise i:' vor 1847


Anmerkungen

Der Ruf «Burschen heraus!» ist seit dem 18. Jahrhundert belegt, aber gewiss viel älter. Er geht auf das germanische «Thiod ute!» - «Volk heraus!» zurück, ein Landsgeschrei, das dem Aufgebot eines ganzen Stammes diente. Der Ruf erfolgte, wenn ein Student angegriffen wurde, was für alle Studenten die Verpflichtung bedeutete, den Ruf zu wiederholen und mit der Waffe zu Hilfe zu eilen. Weil dies oft zu gewaltigen Aufläufen führte, wurde es Mitte des 19. Jahrhunderts von den Universitätsbehörden verboten.
1822 war es in Landshut zu Gewalttätigkeiten zwischen Studenten und Handwerksburschen gekommen, wozu ein Ministerialbeamter festhielt:

«Eine Folge dieser Reibungen scheint eine unter den Studierenden bemerkbare Übereinkunft zu sein, sich bei dem Hilferuf eines der Ihrigen «Burschen heraus!» sogleich auf der Straße zu versammeln.»

Im Wintersemester desselben Jahres gingen die Behörden gegen den Landshuter Seniorenconvent vor, ein Jahr später erneut. So kam es, dass der Ruf, der in Landshut durch mehrere Ereignisse aktuell geworden war, bald in einem Lied ausgedrückt wurde.Der Autor steht nicht mit letzter Sicherheit fest, doch man vermutet, dass Franz von Kobell, der nachmalige Mineralogieprofessor in München, die Strophen verschriftlicht hat. Sehr passend ist die dafür verwendete Melodie übrigens, die mit ihrem fanfarenähnlichen Beginn und den Oktavensprüngen gleichsam das Tragen «von Haus zu Haus» zum Ausdruck bringt und daher sehr exakt gesungen werden sollte.

(Anmerkungen entnommen der Fuchsenfibel Walhallae)

3. Strophe

Die dritte Strophe ist nicht im KV-Liederbuch abgedruckt.

3. Burschen heraus!
Lasset es schallen von Haus zu Haus!
Gilt's für Gott und Vaterland,
reicht in Treue euch die Hand
und heraus mit mut'gem Sang,
wär' es auch zum letzten Gang!
Burschen heraus!

Siehe auch

Füchse, heraus!