Cantamus nunquam vacui

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Cantamus numquam vacui.png


1. Cantamus nunquam vacui,
vielwerte Herrn und Brüder,
quapropter nunc assidui
ertönen lasst die Lieder!
|:Nam lagena etiam plena
vini est apposita:
est in fundis sitis, undis
aquae non composita.:|

2. Eia sociorum optime,
du süsser Lustgeselle
vinum doctorum maxime,
erweis' dein' Kraft zur Stelle!
|:Quam nitescis! quam splendescis
vitreo in corpore!
Quam refulges! quam permulces
mentes iam in pectore!:|

3. Retinant nunc pocula,
zu grüssen uns beim Weine!
Sonemus cantu iubila
in unsrer froh'n Gemeine,
|:quod in vita, quae est ita,
adhuc sumus stabiles,
quoque vitis quodque
sitis semper vigent parilis!:|

4. Abis? redibis scilicet,
viellieber Herr und Bruder,
potemus ut videlicet
selband des Weins ein Fuder;
|:cumqu' adibis dumque bibis,
gratus semper aderis;
dumque vitis, dumque sitis
vigent, et amaberis.:|

Worte: Heinrich Bellermann, 1870 (1832-1903)
Loudspeaker.png    Weise: Hermann Genthe, 1870 (1838 bis um 1892)



Übersetzung

Wir singen nie beim leeren Glas.png

1. Wir singen nie beim leeren Glas,
vielwerte Herrn und Brüder,
darum all sitzt, ohn´ Unterlass
ertönen lasst die Lieder!
|: Denn voll Weine strahlt die feine
Flasche auf dem Tische da,
und im Grunde der gesunde
Durst das Wasser nie gern sah. :|

2. Heissa, Genosse lieb und wert,
du süßer Lustgeselle,
o Wein, du Doktor hochgeehrt,
erweis' dein' Kraft zur Stelle!
|: Wie du prahlest, wie du strahlest
in dem gläsern Schreinelein!
Wie du funkelst, wie du munkelst
dich in unser Herz hinein! :|

3. Nun Gläser, tönt mit hellem Klang,
zu grüßen uns beim Weine!
Erhebt dazu den Festgesang
in unsrer froh'n Gemeine,
|: weil die Erden trotz Beschwerden
uns noch immer leidlich trägt,
und weil eben Durst und Reben
gleicherweis' zu wechseln pflegt. :|

4. Wohin, wohin? Kommt wieder her,
viellieber Herr und Bruder,
damit wir trinken erst noch leer
selband des Weins ein Fuder;
|: weil Ihr kommet, weil Euch frommet
Zechen, seid willkommen hier,
solang eben Durst und Reben
noch gedeihen, Freund heisst Ihr. :|