Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen

Aus MarkomannenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dies ist der Artikel über den CV, nicht über den KV.

Wappen
CV(Wappen).jpg

In necessariis unitas, in dubiis libertas,
in omnibus caritas.

Basisdaten
Gründung: 06.12.1856 (1865)
Gründungsort: 1. KDStV Aenania München (Ae)

2. KDStV Winfridia (Wf)
3. AV Guestfalia Tübingen (Gu)
4. KDStV Bavaria Bonn (BvBo)
5. KDStV Markomannia Würzburg(Mm)
6. VKDSt Saxonia Münster (Sx)
7. KDStV Hercynia Freiburg (Hr)
8. KAV Suevia Berlin (Sv)
9. VKDSt Rhenania Marburg (Rh)
10. KDStV Burgundia (Leipzig) Düsseldorf (BuL)    

Mitgliederzahl:

126 aktive Verbindungen
(1 in Tokio)
~6000 Aktive
~24.000 Alte Herren.

Status: Aktiv
Mitglied in:

EKV, AGV KAD

Abkürzung: CV
Korporationstyp(en): Katholische Studentenverbindungen
Waffenst. Prinzip: Nicht-schlagend
Couleur:

Farbentragend

Farben:

Grün-Weiß-Rot

Verbandsnadel:
CV-Nadel.jpg
Prinzipien:

Religio,Scientia,Amicitia,Patria

Bundeslied: Laßt Ihr buntbemützten Scharen
Verbansorgan: Academia
Anschrift: CV-Sekretariat

Vogelweideplatz 11/II
81677 München
089/4702823

Webseite: http://www.cartellverband.de

   


Die Gründung wird zurückgeführt auf den 06.12.1856 (Beginn eines Korrespondenzverhältnisses von Winfridia Breslau und Aenania München), 1865 Trennung von KV und CV, der KDV ging 1911 im CV auf.

Organisation

Der CV hat 126 Mitgliedsverbindungen in Deutschland, Italien, der Schweiz, Polen, Belgien, Frankreich und Japan; diese Verbindungen haben zusammen rund 30.000 Mitglieder, davon etwa 6000 Studenten. Der CV ist damit der bei weitem größte interdisziplinäre Akademikerverband Europas. Der CV ist ein Zusammenschluss einzelner Verbindungen unter Wahrung des Subsidiaritätprinzips, das heißt größtmöglicher Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit. Alle Mitgliedsverbindungen des CV sind gleichberechtigt und haben auf Sitzungen das selbe Stimmrecht. Lediglich für den »protokollarischen« Ablauf gilt das Anciennitätsprinzip, wobei die Verbindungen nach ihrem Beitrittsdatum sortiert werden. Die Aktivitates der einzelnen Verbindungen bilden gemeinsam den Studentenbund, die Altherrenschaften bilden gemeinsam den Altherrenbund.

In Städten, in denen es mehrere Mitgliedsverbindungen gibt, gründen die ansässigen Verbindungen Ortsverbände, die die Arbeit der Verbindungen untereinander koordinieren sollen. Einer der ältesten Ortsverbände ist der Freiburger Cartellverband.

In den meisten deutschen Städten sowie in einigen Städten im Ausland existieren CV-Zirkel. Hier können die Cartellbrüder, speziell die im Berufsleben stehenden Alten Herren, den Kontakt untereinander halten, selbst wenn es in der Stadt keine CV-Verbindung gibt. Der älteste CV-Zirkel ist der 1876 gegründete CV-Zirkel "Confluentia Koblenz".

Der Cartellverband ist Herausgeber der eigenen Verbandszeitschrift "Academia", die im zweimonatigen Rhythmus erscheint. Die über 100 Seiten starke Zeitschrift erscheint im 98. Jahrgang (2005); die Auflage wird mit 31.974 Exemplaren in 2005 angegeben. Es werden neben den üblichen Mitteilungen zum Verband auch umfangreiche Beiträge zu Staat, Gesellschaft und Wissenschaft veröffentlicht.

Vorort

Im jährlichen Wechsel übernimmt eine einzelne Verbindung oder ein Ortsverband den Vorort, den Vorsitz im CV. Das Vorortspräsidium besteht aus dem Vorortspräsidenten und weiteren Fachreferenten (meist: Haushaltsreferent, Organisationsreferent, Bildungsreferent, Referent für Hochschul- und Gesellschaftspolitik, Auslandsreferent, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit). Der Vorort vertritt auf Feierlichkeiten den Gesamtverband und führt dabei die CV-Standarte bei sich. Das Vorortspräsidium steht dem Studentenbund vor.

Zu Beginn des Amtsjahr 2005/2006 am 1. August 2005 hat die K.D.St.V. Aenania (München) zum 150-jährigen Jubiläum des CV den Vorort übernommen. Das Vorortspräsidium ist zum Zeichen der Freundschaft der beiden Gründungsverbindungen Aenania und Winfridia (Breslau) zu Münster mit Mitgliedern beider Verbindungen besetzt. Die offizielle Übergabe des Vororts vom Ortsverband Darmstadt an die KDStV Aenania München wird am 10. September 2005 im österreichischen Götzis (Vorarlberg) stattfinden.

Willensbildende Organe des CV

CV-Logo

Oberstes beschlussfassendes Organ ist die Cartellversammlung. Einzelne Sitzungen finden nach Studentenbund und Altherrenbund getrennt statt. Hier hat jede Aktivitas beziehungsweise jede Altherrenschaft eine Stimme. Bei gemeinsamen Sitzungen von Aktiven und Alten Herren hat jede Verbindung zwei Stimmen, je eine für die Altherrenschaft und eine für die Aktivitas.

Neben den Tagungen ist die Cartellversammlung auch ein wichtiges gemeinsames Element der Cartellverbindungen. Über vier Tage findet ein umfangreiches Festprogramm statt, zu dem der zentrale Kommers des CV, ein Ball und die gemeinsame Heilige Messe sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm gehören.

Geschäftsführende Organe des CV

Das oberste leitende Organ ist der CV-Rat. Den Vorsitz führt der Vorsitzende des Altherrenbundes. Die drei anderen Mitglieder sind der Vorortspräsident und je ein von der Cartellversammlung gewählter Altherren- und Studentenvertreter. Er hat die organisatorische Oberleitung über andere von der Cartellversammlung beauftragte Organe. Zu diesen Einrichtungen zählen die CV-Ämter, darunter das Seelsorge-, das Schatz-, das Hochschul-, das Sozial- und das Rechtsamt.

CV-Gerichte

Der Cartellverband hat eine eigene Verbandsgerichtsbarkeit auf Verbindungsebene, Ortsverbandsebene, Regionalebene und Verbandsebene.

Dem CV nahestehende Organisationen und Stiftungen

Der CV verfügt seit 1974 über die eigene Weiterbildungseinrichtung CV-Akademie; an dem Angebot können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Die Studienstiftung Eugen Bolz unterstützt die demokratische und staatsbürgerliche Bildung von Studenten. Mit Hilfe der Felix Porsch-Johannes Denk-Stiftung werden gezielt junge Wissenschaftler beim Studium im In- und Ausland mit Stipendien gefördert. Der Alfons Fleischmann Studentenheimverein unterstützt den Bau von Studentenwohnheimen an Hochschulen in den neuen Bundesländern. Die CV Afrikahilfe unterstützt verschiedene Projekte in Afrika und fördert afrikanische Studenten im Heimatland wie auch mit Stipendien für Auslandssemester.

Geschichte

Gründung

Im Rahmen des Kulturkampfes, in dem gerade der preußische Staat den Einfluss der katholischen Kirche zurückdrängen wollte, wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Gegenbewegung der katholischen Studenten an verschiedenen Universitäten katholische Verbindungen gegründet, zunächst in Bavaria Bonn (1844) und Aenania München (1851). Diese Verbindungen gingen aus lockeren Zusammenschlüssen katholischer Studenten hervor, die bereits etwas früher unter Mitwirkung von Theologiestudenten entstanden waren. Sie lehnten sich in der inneren Verfassung und im äußeren Habitus an das herkömmliche Couleurstudententum an und führten das Lebensbundprinzip ein, erklärten die Convente zum höchsten Entscheidungsgremium und trugen Couleur, also Band und Mütze.

Die 1851 gegründete Aenania München suchte bereits früh den Kontakt zu katholischen Verbindungen an anderen Hochschulen. So ging man 1856 ein Cartellverhältnis (Cartell = Vertrag, Abkommen) mit der gerade gegründeten Winfridia Breslau ein, was heute als Geburtsstunde des Cartellverbandes angesehen wird. 1864 traten A.V. Guestfalia Tübingen und Austria Innsbruck bei. 1865 trat auch die bereits 1844 gegründete älteste katholische Verbindung, Bavaria Bonn, bei, 1871 Alsatia, später Saxonia Münster und Markomannia Würzburg. 1873 traten K.D.St.V. Hercynia Freiburg im Breisgau, 1876 Suevia Berlin, 1880 Rhenania Marburg und Burgundia Leipzig bei.

In den Anfangsjahren stießen die CV-Verbindungen auf erheblichen Widerstand der etablierten Corps und Burschenschaften sowie der Universitätsverwaltungen, was teilweise zum Verbot des Farbentragens und bis zur Auflösung der Alsatia Münster, später Saxonia Münster, 1878 führte. Trotzdem wuchs der CV in den folgenden Jahrzehnten.

1883 traten Norica Wien, Hasso-Rhenania Gießen und Silesia Halle bei. 1884 traten Badenia Straßburg und Palatia Göttingen dem Cartellverband bei. In 1887 trat K.D.St.V. Arminia Heidelberg bei und in 1889 trat K.Ö.H.V. Carolina Graz bei. 1891 traten Teutonia Fribourg (der Schweiz) und Alemannia Greifswald, 1892 K.D.St.V. Gothia Erlangen und 1896 Ferdinandea Prag bei. 1897 traten Vindelicia München, Rheno-Guestfalia Kiel und Tuiskonia Königsberg bei. 1898 trat K.D.St.-V. Franconia Aachen bei.

Weitere katholische Dachverbände

Seit seiner Gründung hatte sich der Cartellverband zunächst darauf beschränkt, an jeder Universität nur eine Mitgliedsverbindung aufzunehmen (Singularitätsprinzip). Allerdings entstanden in vielen Städten schnell weitere katholische Verbindungen, die sich zu den Grundsätzen des CV bekannten. Da ihnen die Aufnahme in den Cartellverband verwehrt blieb, gründete sich 1891 um die K.D.St.V. Sauerlandia Münster herum der Katholisch Deutsche Verband farbentragender Studentenkorporationen (KDV). Obwohl das Singularitätsprinzip bereits 1897 aufgegeben wurde, traten die Mitgliedsverbindungen des KDV erst zwischen 1910 und 1912 zum CV über. Mit der Abschaffung des Singularitätsprinzips wurden die Ortsverbände gegründet, in denen die einzelnen Verbindungen einer Stadt zusammengefasst wurden.

Der Cartellverband schrieb seinen Mitgliedsverbindungen des Weiteren das Maturitätsprinzip vor, dass heißt, alle Mitglieder einer CV-Verbindung sollten das Abitur (Matura) haben. Das Abitur war zu diesem Zeitpunkt allerdings keine zwingende Zugangsvoraussetzung für ein Studium an einer technischen Universität, so dass die Normania Karlsruhe (an der Universität Karlsruhe), die K.D.St.V. Nassovia Darmstadt (an der technischen Universität Darmstadt) und die Rheno-Saxonia Köthen zu Halle vorerst nicht als Vollmitglied in den CV aufgenommen wurden. Sie gründeten Starkenburger Cartellverband, benannt nach der südhessischen Provinz Starkenburg. Da die drei Verbindungen bald das Maturitätsprinzip übernahmen, wurden sie 1901 Vollmitglieder im CV.

Weitere kleinere Verbänden, die ähnliche oder gleiche Prinzipien wie der Cartellverband hatten und sich dem Cartellverband um die Jarhundertwende anschlossen, waren 1906 das von Austria Wien 1899 wiederbegründete Österreichische Cartell sowie 1907 das Cartell katholischer Verbindungen an Tierärztlichen Hochschulen. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte das Cartell katholischer Verbindungen an landwirtschaftlichen Hochschulen.

Der akademische Kulturkampf

Diesen Aufschwung nahm der CV trotz und gerade auch wegen erheblicher Widerstände gegen katholisches Farbenstudententum. Der Vorwurf lautete, daß durch katholische, konfessionelle Verbindungen die akademische Freiheit gefährdet werde. Man verdächtigte sie des Ultramontanismus und bezichtigte sie der Reichsfeindschaft.

Während im Kulturkampf (1872 - 1887) die wenigen Verbindungen des CV noch kaum eine Rolle gespielt hatten, änderte sich dies in den Auseinandersetzungen im sogenannten Akademischen Kulturkampf in den Jahren nach der Jahrhundertwende. Einen schweren Stand hatten z.B. die K.D.St.V. Sugambria (Jena) zu Göttingen und insbesonders die österreichischen Verbindungen gegenüber den dortigen nationalen und freiheitlichen Verbindungen.

1. Weltkrieg

Dieser Zustand der Widerstand änderte sich durch den Ersten Weltkrieg. Im Juli 1914 zählte der CV in 80 Verbindungen 12.398 Urmitglieder, von denen während des Ersten Weltkrieges 7199 einberufen wurden. Davon fielen oder starben an Kriegsfolgen 1282, das sind knapp mehr als 10 Prozent aller Mitglieder.

Das Ende des Krieges brachte aber auch starke Veränderungen für den CV. Der Verband bestand nunmehr innerhalb der Grenzen sieben verschiedener Staaten. Beherrschend für die aus dem Kriege heimkehrenden Cartellbrüder, die vielfach in Freikorps gegen die Spartakisten weiterkämpften, war jedoch das gemeinsame Fronterlebnis. Aus ihm ging überall ein aufrichtiger Wille zum Neubeginn hervor.

Deutlichen Ausdruck fand die Beendigung der Vorkriegsspannungen mit den nichtkonfessionellen Verbänden im Abschluß des Erlanger Verbände- und Ehrenabkommen im Jahre 1921. Damit war der Ehrenstandpunkt der nichtschlagenden von den waffenstudentischen Verbänden als gleichwertig anerkannt.

Der Weiße Ring

Der Weiße Ring war eine couleurstudentische Interessengemeinschaft innerhalb des Cartellverbandes, die offiziell von 1908 bis 1923 existierte. Mitgliedsverbindungen waren die K.D.St.V. Bavaria Bonn, die K.D.St.V. Burgundia München, die K.D.St.V. Ripuaria Freiburg im Breisgau und die A.V. Zollern Münster. Des weiteren gab es weitere sympathisierende Verbindungen, wie zum Beispiel die A.V. Guestfalia Tübingen und die K.A.V. Marco-Danubia Wien.

Auf der Cartellversammlung im Jahr 1912 wurde das cartellbrüderliche "Du" verpflichtend für alle Verbindungen des Cartellverbandes eingeführt. Das fand nicht ungeteilte Zustimmung, weil es damals üblich war, Mitglieder von Verbindungen anderer Dachverbände mit "Sie" anzusprechen. Da der Cartellverband nach der Aufgabe des Singularitätsprinzips seit der Jahrhundertwende von nur 26 Verbindungen auf über 80 angewachsen war, kam in einigen Verbindungen die Frage auf, ob es vorteilhaft sei, gänzlich unbekannte Cartellbrüder zu duzen.

Da eine Ablehnung des Duz-Comments einen Ausschluss der betreffenden Verbindungen zur Folge gehabt hätte, beschlossen die Mitglieder des Weißen Rings, außenstehende Cartellbrüder zwar zu duzen, sich untereinander aber mit "Sie" anzusprechen. Ein weiteres äußerliches Erkennungsmerkmal war das Tragen einer weißen Nelke.

Auf der Cartellversammlung im Jahr 1923 wurde den Mitgliedern des Weißen Rings offiziell der Siez-Comment verboten.

Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg

Auf der Cartellversammlung 1932 beschloss man, dass die Mitgliedschaft im CV mit einer Mitgliedschaft in der NSDAP oder dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund unvereinbar seien, solange die deutschen Bischöfe den Nationalsozialismus verurteilten. Bereits ein Jahr später wurde aber das strikte Verbot der Parteizugehörigkeit in Folge des Reichskonkordats zurückgenommen. Ab 1933 begann der Prozess der Gleichschaltung mit Einführung des Führerprinzips und der daraus resultierenden Annäherung an den Nationalsozialistischen deutschen Studentenbund, was zu einer Abspaltung der österreichischen Verbindungen in den Cartellverband der Katholischen Österreichischen Studentenverbindungen führte. Als die Politik der Verbandsführung auf zunehmenden Widerstand stieß, wurden 1935 der Studentenbund und 1938 der Altherrenverband aufgelöst. Seit dem trennt sich die Geschichte von CV und ÖCV.

Nach dem Krieg

Eine Wiedervereinigung von CV und ÖCV fand nicht statt nach dem 2. Weltkrieg und wird derzeit auch nicht erwogen. Beide Verbände pflegen ein enges Freundschaftsverhältnis.

Nach dem Kriegsende erfolgte die Wiederbegründung der einzelnen Verbindungen, zunächst nach Besatzungszonen getrennt. 1950 konnte dann in Mainz die erste Cartellversammlung nach dem Krieg abgehalten werden und erfolgte die offizielle Neugründung des CV. Die neue Verfassung weist mit der gleichberechtigten Integration des Altherrenbundes seither eine neue Struktur auf.

Trotz vieler Widrigkeiten erholte sich der Verband bis zum Beginn der Studentenbewegung Ende der sechziger Jahre. Vor dem Hintergrund der Studentenunruhen und des allgemeinen Reformeifers wurde im CV die Aufnahme nichtkatholischer Christen diskutiert, ebenso wie die Aufgabe von Formalien und Organisationsstrukturen (Aufnahme von Frauen, Abschaffung des Fuxenstatus, des Couleur, der Kneipen usw.).

Der CV bekräftigte jedoch seine Ideale und die couleurstudentischen Traditionen, musste aber wie alle anderen Korporationsverbände einen starken Einbruch bei der Mitgliederentwicklung hinnehmen. Seit Mitte der siebziger Jahre hat sich die Zahl der aktiven Mitglieder auf etwa 5.500 halbiert. Dennoch hat sich der Verband seither innerlich gefestigt.
Der CV hat sich in den vergangenen Jahren auch gesellschaftspolitisch mit Resolutionen an die Öffentlichkeit gewandt. Dem CV ist es gelungen, an neuen Hochschulen in Deutschland sowie auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik Korporationen zu gründen. Weitere Korporationen im Ausland traten dem CV bei, z. B. in Rom (Italien), in Fünfkirchen (Ungarn) und in Gleiwitz i. Schlesien (Polen). In Tokio (Japan), in Straßburg i. Elsass (Frankreich) sowie in Löwen (Belgien) bestehen befreundete Verbindungen.

Ziele

  • Der CV fördert akademische Ausbildung und fördert in vielfältiger Weise das akademische Leben.
  • Die Mitglieder der Vereinigungen, die dem Cartellverband zusammengeschlossen sind, sind Katholiken; sie engagieren sich in Kirche, Staat, Gesellschaft, Hochschulen und Universitäten.
  • Der CV als Organisation und die Mitglieder der in ihm organisierten Vereinigungen gestalten die Gesellschaft im gemeinsamen, zusammenwachsenden Europa im Sinne der christlichen Grundwerte.

Prinzipien und Wahlspruch

Wahlspruch des CV ist:

In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas
(»Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, über allem aber Nächstenliebe«).

Neben diesem Grundsatz ist die gemeinsame Basis für alle Cartellbrüder (Mitglieder der Studentenvereinigungen im CV) eine in vier Prinzipien gegliederte Lebenseinstellung:

  • Religio: Die Förderung des katholischen Seins, die Förderung der Toleranz der christlichen Konfessionen untereinander und die aktive Gestaltung des eigenen Lebens aus dem katholischen Glauben in Verantwortung vor Gott, den Menschen und der Schöpfung.
  • Scientia: Für den CV ist die Pflege der Wissenschaft eine wichtige Aufgabe, der er sich verpflichtet fühlt. Dazu gehört für die Cartellbrüder ein erfolgreicher Studienabschluss begleitet von zahlreichen Qualifikationen.
  • Amicitia: Als prägendes Element des Verbandes ist die persönliche Freundschaft quer durch alle Generationen als Lebensbundprinzip eine Selbstverständlichkeit, die über das Studium hinaus geht. Der Umgang miteinander ist von der Verantwortung für diese lebenslange geistige und materielle Verpflichtung geprägt.
  • Patria: Jeder demokratische Staat lebt durch die Verantwortung eines jeden Bürgers für den Staat. Die aktive Mitgestaltung auf allen Ebenen des Gemeinwesens ist eine Bürgerpflicht. Die Verwurzelung in der Geschichte und die demokratische Entwicklung Deutschlands sind wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung dieses Gemeinwesens zu einem vereinten Europa als gemeinsames Vaterland.


Diese vier Prinzipien sind nochmals explizit in den Satzungen der meisten Mitgliedsverbindungen festgehalten.

CV Vereine in Münster


Quelle: Wikipedia