Das war der Graf von Rüdesheim

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Der Graf von Rüdesheim I

KV-Liederbuch Seite 46

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1. Das war der Graf von Rüdesheim, mit Gütern reich beglückt,
der hat des Winzers holder Maid zu tief ins Aug geblickt.
Doch als er ihr die Lieb gestand, lacht sie ihm ins Gesicht;
der Graf ritt tief gekränkt nach Haus und mied des Tages Licht.
|: Und er saß und vergaß in seiner Burg am Rhein
seinen Schmerz, denn das Herz tröstet Rudesheimer Wein. :|

2. Wohl sieben Jahre saß er so geschieden von der Welt
und gab für Rüdesheimer Wein hin all sein Gut und Geld;
wohl vierzig Güter gab er hin für edles Rebenblut,
und als das letzte Jahr verging, ging auch das letzte Gut.
|:Also saß und vergaß er in der Burg am Rhein seinen Schmerz usw. :|

3. Doch als das letzte Gut vertan, ging es dem Grafen schlecht;
ein andrer Herr bezog das Schloß, da ward der Graf ein Knecht.
Die ganze Woche plagt' er sich im Wirtshaus vor der Burg;
was in der Woche er verdient, bracht' er am Sonntag durch.
|:Und dann saß und vergaß er im Keller loch am Rhein seinen Schmerz usw.: |

4. Und die euch dieses Lied erdacht, die waren selber dort;
zu Fuß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort.
Man haderte mit dem Geschick und härmte sich gar sehr;
da hörte man vom edlen Graf die wundersame Mär'.
|:Und man saß und vergaß vor seiner Burg am Rhein allen Schmerz usw. :|

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Worte: 1875 auf einem Pfingstausflug nach Rüdesheim gedichtet von Ernst Bloch (1855—1876)
und Albert Georg Benda (1853—1938)
Loudspeaker.png    Weise i: Hugo Michaelis, 1875 (geb. 1852)
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)