Das war der Herr von Rodenstein

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Das wilde Heer

KV-Liederbuch Seite 48

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1. Das war der Herr von Rodenstein,
der sprach:" Daß Gott mir helf,
gibt´s nirgend mehr ´nen Tropfen Wein,
des Nachts um halber Zwölf?

`Raus da! `raus da aus dem Haus da!
Herr Wirt, daß Gott mir helf;
gibt´s nirgend mehr ´nen Tropfen Wein
des Nachts um halber zwölf,
des Nachts um halber zwölf?"

2. Er ritt landauf, landab im Trab,
kein Wirt ließ ihn ins Haus;
todkrank noch seufzt vom Gaul herab
er in die Nacht hinaus:
„'Raus da! usw."

3. Und als mit Spieß und Jägersrock
sie ihn zu Grab getan,
hüb selbst die alte Lumpenglock'
betrübt zu läuten an:
„'Raus da! usw."

4. Doch wem der letzte Schoppen fehlt,
den duld't kein Erdreich nicht;
drum tobt er jetzt, vom Durst gequält,
als Geist umher und spricht:
„'Raus da! usw."

5. Und alles, was im Odenwald
sein' Durst noch nicht gestillt,
das folgt ihm bald,
das schallt und knallt,
das klafft und stampft und brüllt:
„'Raus da! usw."

6. ... Dies Lied singt man, wenn's auch verdrießt,
gestrengem Wirt zur Lehr';
wer zu genau die Herberg' schließt,
den straft das wilde Heer:
„'Raus da! usw."

Worte: Jos. Vikt. v. Scheffel, 1845 (1826—1886)
Loudspeaker.png    Weise i: Christoph Schmezer, 1856 (1800—1882