Den Finken des Waldes

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KV-Liederbuch Seite 51

Den Finken des Waldes.gif

1. Den Finken des Waldes die Nachtigall ruft:
"Von Geigenstrich schallt es goldrein durch die Luft,
|:ihr Zwitscher, ihr Schreier, nun spart den Diskant, :|
|: der Heini von Steier ist wieder im Land!:|

2. Flickschuster im Gaden schwingt's Käppiein und spricht:
„Der Himmel in Gnaden vergißt unser nicht,
|: Sohlleder wird teuer, Bundschuh platzt am Rand, :|
|:der Heini von Steier ist wieder im Land!":|

3. Schon schwirren zur Linde, berückt und entzückt,
die lieblichen Kinde, mit Kränzen geschmückt:
|:"Wo säumen die Freier? Manch Herz steht in Brand... :|
|:Der Heini von Steier ist wieder im Land!":|

4. Der Hirt läßt die Herde, der Wirt läßt den Krug,
der Knecht läßt die Pferde, der Bauer den Pflug;
|:der Vogt und der Meier kommt scheltend gerannt: :|
|:"Der Heini von Steier ist wieder im Land!":|

5. Der aber hebt schweigend die Fiedel zur Brust ...,
halb brütend, halb geigend — des Volks unbewußt.
|:Leis knisternd strömt Feuer um Saiten und Hand... :|
|:"Der Heini von Steier ist wieder im Land!":|

6. (p Langsamer) ... Im Gärtlein der Nonnen auf blumiger Höh'
lehnt eine am Bronnen und weint in den Klee:
|:„O Gürtel und Schleier... O schwarzes Gewand... :|
(Allmählich wieder schneller und stärker)
|:Der Heini von Steier ist wieder im Land!":|

Worte: Jos. Vikt. v. Scheffel, 1861/63 (1826—1886)
Loudspeaker.png    Weise i: Für das Deutsche Kommersbuch komponiert von Theodor Heinermein (Gm, Gst),
1909 (1890—1946) (Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)