Im kühlen Keller sitz' ich hier

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Der Trinker

KV-Liederbuch Seite 130

Im kühlen Keller sitz' ich hier.png


1. Im kühlen Keller sitz' ich hier
Bei einem Faß voll Reben,
Bin frohen Muts und lasse mir
Vom allerbesten geben.
Der Küfer zieht den Heber vor,
Gehorsam meinem Winke,
Reicht mir das Glas,
Ich halt's empor und trinke, trinke, trinke.

2. Mich plagt der Dämon, Durst genannt,
und um ihn zu verscheuchen,
nehm' ich ein Deckelglas zur Hand
und laß' mir Rheinwein reichen.
Die ganze Welt erscheint mir nun
in rosenroter Schminke;
ich könnte keinem Leides tun,
denn kurz, ich trinke, trinke.

3. Allein mein Durst vermehrt sich nur
bei jedem frischen Becher.
Das ist die leidige Natur
der rechten Rheinweinzecher;
doch tröst' ich mich, wenn ich zuletzt
vom Faß zu Boden sinke:
ich habe keine Pflicht verletzt,
denn ich, ich trinke, trinke.

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Worte: Karl Müchtal vor 1802 (1763-1857)
Loudspeaker.png    Weise i: Nach Ludwig Fischer, 1802 (1745—1825)