Und wieder saß beim Weine

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Die Pfändung

KV-Liederbuch Seite 201

Und wieder saß beim Weine(a).gif
Und wieder saß beim Weine(b).gif


1. Und wieder saß beim Weine
im Waldorn ob der Bruck
der Herr vom Rodensteine
mit schwerem Schluck und Gluck.
Der Wirt sprach tief in Trauer:
Dass Gott sich mir erbarm'!
Der sitzt wie eine Mauer
und trinkt mich nächstens arm.

2. "Wie soll das all noch enden?
Kein' Pfennig giebt er her...
Ich glaub', ich lass' ihn pfänden,
sonst weicht er mir nicht mehr!"
Der Fronvogt samt dem Büttel
kam handfest an im Horn:
"Heraus im Sammetkittel,
die Stiefel und die Sporn!

3. "Heraus des Mantels Zierde,
Handschuh' und Zobelhut!
Verfallen diesem Wirte
ist all Eur' Hab und Gut!"
Da lacht der Rodensteiner:
"Nur zu, wie wird mir wohl!
|:'s trinkt leichter sich und feiner
im Unterkamisol!:|

4. "Und bis ihr mir die Kehlen
könnt pfänden aus dem Hals,
|:werd' ich noch manchen quälen,
der Wein schenkt in Kurpfalz!":|

Worte: Jos. Vikt. v. Scheffel, vor 1856 (1826—1886)
Loudspeaker.png    Weise i: Hugo Zuschneid, 1894 (1861—1932)
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)