Dresdenlied

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1. An der Elbe grünen Auen
zeigt sich eine Perle Glanz,
und auf diese Edle bauen
woll’n mit Herz und Hand wir ganz!
Dresden, Deinen Ruhm zu preisen,
steigt der Cantus himmelan,
und in Taten wie in Weisen
bleiben wir Dir zugetan.

2. Auf Dir liegt der Musen Segen
und Du schenkst dem Künstler Kraft,
daß sich alle Säfte regen,
und er wahre Schönheit schafft.
Zwinger, Schloß und Gold’ner Reiter
künden es in alle Welt,
wie auf Geheiß der Wegbereiter,
Kunst der Kunst sich zugesellt.

3. Weiß und Grün, Du Sachsenfahne,
Du gehst mit uns durch die Zeit,
darum wehe stets und mahne
und zu trauter Einigkeit!
Nun, nach zähem, edlen Ringen
strahlt die Kron‘ der Residenz,
hell soll unser Ruf erklingen:
„Blüh‘ und wachse, Elbflorenz!“

4. Wieder erst seit ein paar Jahren,
zieht hier Burschenleben ein,
kann, wer will, ohne Gefahren
auch ein Farbenbruder sein.
Darum gleich, was wir nun tragen,
Mütze Tönnchen und Barett,
drauf will ich mein Leben wagen:
„Vivat membrum quodlibet!“

5. Sitz‘ ich in der Zecher Kreise,
fließt das Redeberger Gold,
und mein Herz geht auf die Reise
zu der Liebsten, süß und hold.
Freies Leben, freies Denken
halben Stund‘ und Stund‘ versüßt,
der Philister edles Schenken,
sie sind’s, die mein Sang heut grüßt!

6. Treu auf Alchimistenehre
fand sich Johann Böttger ein,
auf das Gold zu schaffen
wäre aus dem minder’n Erzgestein.
Was er fand, war noch begehrter,
wurde Weißes Gold genannt,
und das Paar der blauen Schwerter
ist dem Erdkreis wohlbekannt.

7. Unser Blaues Wunder spannt
sich über Deutschlands Bruderfluß,
welcher als ein fließend‘ Band
sich drängt zu Hamburgs Wellenkuß.
Laß die Weiße Flotte tragen
Dich durch grüner Fluten Schwall,
drin sich tummelt mit Behagen
wieder Lachs im Wogenprall.

8. Als ihm Polens Krone
winkte wurd‘ der starke August schwach,
und er folgte dem Instinkte
unter Innozenzens Dach.
Seither denkt in Glaubensdingen
frei man hier und ohne Streit,
hört die Cruzianer singen,
wie dem Bischof zum Geleit.

9. Der Kaffee, drin Blümchen blühten,
wird zum Stollen gern serviert,
Trauben, die am Elbhang glühten,
stehn als Wein wohl temperiert.
Darum lob‘ der Wirte Schaffen,
Prosit ihrer Gastlichkeit,
stehn mit schäumend-blonden Waffen
wir Studenten stets bereit!

10. Was wohl keiner je mag wissen,
und was geht von Hand zu Hand,
ohne, daß es alle wissen,
hier in Dresden oft entstand.
Bierfilz, auch Odol am Morgen,
glaubt es mir, es ist kein Witz.
Ja, es mindert Alltagssorgen,
mancher Dresdner Geistesblitz.

11. Wer die Neustadt nie betreten,
kennt Raskolnikow wohl nicht,
denkt, Moscheen sind nur zum Beten
und gilt mir als armer Wicht.
Wer im Zwinger nie gesessen,
wer des Halbgotts Keul‘ nicht kennt,
keine BoWo je gegessen,
war in Dresden nie Student!

12. Hier lud Weber zur Premiere,
fand Karl May spät seinen Ruhm,
hier focht Wagner brav zur Wehre
für ein freies Bürgertum,
Canaletto lieh der Leinwand
von der Anmut Überfluß,
dieser Stadt geb ich das Treupfand,
hier bleibt Leben Hochgenuß!

13. Solang noch von lins der Elbe
freundlich grüßt der Königsstein,
Weißer Hirsch noch bleibt der selbe,
will ich Dresdner Bursche sein!
Solang ein Guter Gott noch thronet
über Sempers Opernhaus,
solang noch Leben in Dir wohnet,
stirbt Dein Zauber niemals aus!

14. Wenn ich steh am würd’gen Orte,
heißt Europias Balkon,
so verstummen meine Worte,
fließt die Traurigkeit davon.
Seh‘ ich in Sophiens Keller
Sachsens süße Frau’n sich drehn,
schlägt mein Burschenherze schneller,
denk‘ ich „Dresden, bist Du schön!“

15. Wo einst August stark regieret,
Gräfin Cosel schwer geweint,
wo manch Kirsche hübsch spazieret,
steh’n als Brüder wir vereint.
Eingedenk vergang’ner Zeiten
schau’n dem Tag wir ins Gesicht,
um ins Morgen stolz zu schreiten:
Aus dem Osten strahlt ein Licht! :|

Worte:
Loudspeaker.png    Weise: Heidelberg, du Jugendbronnen