Es kann ja nicht immer so bleiben

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KV-Liederbuch Seite 78

Es kann ja nicht immer so bleiben.png


1. Es kann ja nicht immer so bleiben
hier unter dem wechselnden Mond;
es blüht eine Zeit und verwelket,
|:was mit uns die Erde bewohnt.:|

2. Es haben viel fröhliche Menschen
lang vor uns gelebt und gelacht;
dem Ruhenden unter dem Rasen
|:sei freundlich ein Becher gebracht..:|

3. Es werden viel fröhliche Menschen
lang nach uns des Lebens sich freun,
uns Ruhenden unter dem Rasen,
|:den Becher der Fröhlichkeit weihn.:|

4. Wir sitzen so fröhlich beisammen,
wir haben uns alle so lieb,
wir heitern einander das Leben,
|:ach, wenn es nur immer so blieb'!:|

5. Doch weil es nicht immer kann bleiben,
so haltet die Freunde reich fest!
Wer weiss denn, wie bald uns zerstreuet
|:das Schicksal nach Ost und nach West?:|

6. Und sind wir auch fern voneinander,
so bleiben die Herzen sich nah,
und alle, ja alle wird's freuen,
|:wenn einem was Gutes geschah.:|

7. Und kommen wir wieder zusammen
auf wechselnder Lebensbahn,
so knüpfen ans fröhliche Ende
|:den fröhlichen Anfang wir an.:|

Worte: August Friedrich Ferdinand von Kotzebue, 1802 (1761-1819)
Loudspeaker.png    Weise i: Friedrich Heinrich Himmel, 1803 (1765-1814)


Anmerkungen

Das Lied wird in Bochum mit folgendem Refrain gesungen:

Und kommen wir wieder zusammen Auf wechselnder Lebensbahn, sind wir immer noch die Bochumer Jungen, Junge, do kas die drob verloten.

Es handelt sich um eine alte Weise, die auch auf Kneipen und Kommersen gesungen wurde. Nur kennt dieses Lied den 'Bochumer Refrain' nicht. Das Allgemeine Deutsche Kommersbuch von 1919 (Lahr) führt es mit dem Titel "Gesellschaftslied" . Weiterhin führt es als Komponisten Friedrich Heinrich Himmel an und als Verfasser A. von Kotzebue an.

"Bochumer Jungen" bezieht sich auf die Bochumer Junggesellen, die den Grafen von der Mark Engelbert II. bei einem kleineren Krieg gegegen die freie und Reichsstadt Dortmund halfen. Als Dank erhielt Bochum die Stadtrechte und die Junggesellen von Bochum das verbriefte Recht, jedes Jahr zum Maiabend die größte Eiche aus dem Harpener Bockholt, die sie auf den Schultern tragen konnten, zu holen, um ihr Holz auf dem Markt zu verkaufen. Dann wurde davon gezecht. Wichtig war dabei, dass die Eiche vor Sonnenuntergang durch eines der Stadttore, die Beckporte, getragen werden musste. Diese wird - da sie nicht mehr existiert - jedes Jahr aus Holz kleiner nachgebaut.
Das Recht mit der Eiche wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgehoben und von Preußen geldwert abgelöst. Seitdem wird nur noch symbolisch am letzten Samstag im April (Maiabend!) zum Harpener Bockholt, einem Wäldchen (einstmals) zwischen Bochum und Dortmund, gelaufen und eine kleine Eiche abgeholt, die dann in der Stadt angepflanzt wird. In den letzten Jahren wurde diese Eiche meistbietend versteigert.
Hauptträger des Maiabendfestes ist die Bochumer Maiabendgesellschaft mit ihrer Junggesellenkompanie, die mit ihren Säbeln rumfuchtelt. Ihr Hauptmann ruft offiziell jedes Jahr zum Auszug nach Harpen auf.

Es existiert noch die eine oder andere Dessin-Strophe.

"O Bochum, Du Perle Westfalens!
O Dortmund, Du stinkfaules Nest!
Als ihr noch am Acker geschissen,
hatten wir schon ein Wasserkloset
- mit Spülung!"
Der Ausruf 'mit Spülung' erfolgt nach der Strophe.


Nach "Bochumer Jungen" im Refrain erfolgt ein dreifacher, gerollter Pfiff auf den Fingern.