Es war ein Knabe gezogen

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KV-Liederbuch Seite 87

Es war ein Knabe gezogen.gif


1. Es war ein Knabe gezogen
wohl in die Welt hinaus;
war ihm sein Lieb auch gewogen,
das Glück, das Glück war aus.
Und er wanderte weit in der Sommerzeit,
wenn am Walde die Rosen blühn.
Und er wanderte weit in der Sommerzeit,
wenn am Walde, wenn am Walde die Rosen blühn.

2. „Was bist du so hoch geboren
und ich nur ein armer Knab'?
Die Lieb', ach die Lieb' ist verloren,
die Welt ist leer wie ein Grab.
Und was soll mir im Leid nun die Sommerzeit,
wenn am Walde die Rosen blühn!
Und was soll mir im Leid nun die Sommerzeit usw."

3. Das Mägdlein barg seine Klagen
im stillen Kämmerlein;
und durfte sie's keinem sagen,
sie hoffte jahraus, jahrein.
Und sah über die Heid' in der Sommerzeit,
wenn am Walde die Rosen blühn.
Und sah über die Heid' in der Sommerzeit usw.

4. Da kam ein Reiter geflogen,
seine Locken wehten im Wind.
„Und bist du mir noch gewogen,
herzallerliebstes Kind?"
Und da lachten sie beid' wie die Sommerzeit,
wenn am Walde die Rosen blühn.
Und da lachten sie beid' wie die Sommerzeit usw.

5. Er hielt sie in seinen Armen,
das Herz ihr vor Wonne schlug;
und hatte die Welt kein Erbarmen,
die Lieb', die Lieb* war stark genug.
Und da küßten sich beid' in der Sommerzeit,
wenn am Walde die Rosen blühn.
Und da küssten sich beid' in der Sommerzeit usw.

Worte: Otto Roquette, vor 1855 (1824—1896)
Loudspeaker.png    Weise i: Ferdinand Kamm, 1875/76 (1845—1897)
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)