Fuchsenfibel

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Cover der Fuchsenfibel von 1996

Einleitung

16 Jahre sind seit dem Erscheinen der ersten Fuchsenfibel Markomanniae im Juli 1980 ins Land gegangen. Ursprünglich nur als Arbeitshilfe für den Fuchsmajor und als Einführung in das Leben unserer Korporation geplant, fand die Fibel reißenden Absatz - nicht nur bei den jüngeren Bundesbrüdern, sondern auch bei vielen Burschen und Alten Herren.

Selbst über die Grenzen der Markomannia hinaus erreichten uns aus dem KV sowie anderen Korporationsverbänden ungezählte Anfragen. Die Gesellschaft für deutsche Studentengeschichte führte die Fuchsenfibel über Jahre unter dem Angebot korporationsstudentischer Literatur, so daß sich auch hier ein breiter Leserkreis erschloß. So wundert es nicht, daß die eigentlich sehr großzügig bemessene Auflage schon nach wenigen Jahren vergriffen war. In Ermangelung anderweitiger Informationsquellen, insbesondere zum Kapitel Comment und Brauchtum, scheuten sich einige Korporationen nicht, ganze Passagen der Fuchsenfibel zu kopieren und als eigenes Werk firmieren zu lassen. Auffällig wurden solche Kopieraktionen, wenn es beispielsweise in der Receptionsformel einer alteingesessenen Würzburger KV-Korporation hieß:

„Geloben Sie mir als dem derzeitigen Senior Markomanniae ..., immer und vor allem Markomannia zu wahren ...".


Auch bei der Promotion war man überrascht, wie viele Korporationen plötzlich den Wahlspruch „viriliter age" führten. Doch dies nur am Rande.

Durch den Erfolg der Fuchsenfibel ermutigt, erschien unter entscheidendem Einfluß von Bundesbrüdern der Markomannia im Jahre 1984 das KV-Handbuch in gut sechsmonatiger intensiver Arbeit, nachdem zuvor die von der Vertreterversammlung mit dieser Aufgabe betrauten Kartellbrüder trotz einer etwa 10jährigen Betätigung von einem druckreifen Konzept weit entfernt waren. Wesentliche Teile der Fuchsenfibel konnten in überarbeiteter Form in dieses Handbuch übernommen werden. Nach 27 Jahren war der KV endlich wieder im Besitze eines zeitgemäßen Handbuches!

Schon seit Jahren wurde über die Erstellung einer neuen Fuchsenfibel Markomanniae nachgedacht. Zum Ende des Sommersemesters 1995 fiel dann der endgültige Entschluß. Ein Autorenteam wurde ausgewählt, ei- ne Konzeption und Gliederung erstellt. Alle Kapitel der ersten Auflage wurden überarbeitet, erweitert und aktualisiert. Gerade der historischen Entwicklung des Studententums, der Korporationsverbände und der Markomannia wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Stadt und Universität Münster erhielten breiteren Raum; der Comment wurde durch spezielle Aspekte ergänzt, praktische Arbeitshilfen für das Korporationsieben ausführlich dargestellt. Fehlen darf selbstverständlich weiterhin nicht das „Repetitorium für Füchse". Auch die Entwicklung der Technik hat ihre Spuren hinterlassen: aus dem mit einfachen Mitteln gestalteten und im Layout durchaus verbesserungsfähigen Kompendium ist ein vorzeigbares Buch geworden.

Die Autoren überreichen der geneigten Leserschaft die neue Fuchsenfibel der Markomannia als Einführung für nachwachsende Markomannengenerationen, als Auffrischung und Vertiefung sowie als Nachschlagewerk für aktive Bundesbrüder und Alte Herren, nicht zuletzt auch als Erinnerung an erlebte Markomannenzeiten und Ermunterung zu künftigen Taten im Kreise der Bundesbrüder.

Münster, im April 1996 Die Herausgeber

Markus Antonius Bruns Dr. Bernhard Egen Dr. Markus Wittenberg

Bei der Erstellung der Fuchsenfibel wirkten außerdem mit:

Bernd Andreas Albrecht Satzung/Vereinsordnung/Geschäftsordnung
Heiner Arning Vorwort/Repetitorium
Stefan Buske Geschichte der Stadt Münster
Christian Delhey archivarische Unterstützung
Prof. Dr. Franz-Ludwig Knemeyer Das Prinzip scientia

Alle Rechte, auch die auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung, bleiben dem Altherrenverein Markomannia vorbehalten.

Copyright: Altherrenverein Markomannia Kampstraße 10 48145 Münster Druckerei: Schnelldruck Coerdestraße GmbH, 48147 Münster



Vorwort

Lieber junger Bundesbruder!
Da bist Du nun Fuchs des Katholischen Studentenvereins Markomannia geworden,

• weil Du sowieso in eine katholische Verbindung eintreten solltest (wolltest)
• oder weil Du Dich bei Gästeabenden auf dem Haus wohlgefühlt hast
• oder weil Du einige Markomannen schon als nette Kumpel kanntest

oder kennengelernt hast

• oder weil Du Dir für den erstrebten Beruf die entsprechenden Beziehungen zu schaffen hoffst
• oder weil...

Und dann hast Du, Fuchs Markomanniae, im Laufe der Wochen und Monate bemerkt, daß man das Katholisch-sein nicht jeden Tag spürt und daß nicht jeder Bundesbruder ein netter Kumpel ist, ja, daß der eine oder andere Dir sogar ausgesprochen unsympathisch wird oder daß es auch sogenannte Alte Herren gibt, die meistens zwar nicht zu den Ver- anstaltungen kommen, von denen einige aber den Eindruck erwecken, sie wollten den jungen Bundesbrüdern, also z.B. Dir und Deinen Confüchsen, Vorschriften machen oder daß Du regelmäßig verpflichtet sein sollst, bestimmte Veranstaltungen zu besuchen, auch wenn Du dazu keine Lust verspürst. Und Du hast Dich mit Schrecken daran erinnert, daß Du bei der feierlichen Aufnahme in die Markomannia auf der Kneipe versprochen hast, „immer und vor allem Markomannia zu wahren und zu fördern, ihr in guten und schweren Stunden die Treue zu halten [...] und jedem Bundesbruder ein wahrer Freund und Helfer zu sein".

Dann hast Du Dich vielleicht bang gefragt: Was steckt eigentlich dahinter, was hält die Markomannia zusammen? Was bietet mir die Verbindung, das mir ein Kegelklub, ein Tennisklub oder ein Gesellschaftsklub nicht auch bieten können, ohne mich gleichzeitig zu verpflichten, „in guten und schweren Stunden die Treue zu halten [...] und jedem [... ] ein wahrer Freund und Helfer zu sein"?

Du hast Deinen Leibburschen oder Deinen Fuchsmajor oder andere Bundesbrüder gefragt. Sie haben Deine Zweifel zerstreut - vielleicht aber auch nicht.

Vielleicht haben sie Dir das KV-Handbuch(1984) überreicht, in dem auf den Seiten 70-74 unter der Überschrift „Sinn und Zweck des Verbandes" versucht wird, Dir eben dieses klarzumachen. Vielleicht ist Dir auch der Prospekt „Zugbegleiter" (1995) - schön bunt aufgemacht und in kurzen, verständlichen Sätzen von einer Werbeagentur formuliert - in die Hände geraten, aus dem Du erfährst, was alles der KV und seine Vereine Dir so alles bieten können und wollen.

Wenn Dich die tiefschürfende Lektüre genannter Werke und die Gespräche mit Bundesbrüdern aber noch nicht zufriedengestellt haben sollten, interessiert Dich möglicherweise zu lesen, was einen Alten Herren Markomanniae fast 40 Jahre nach seinem Eintritt in die Markomannia immer noch gerne Markomanne sein läßt, auch wenn die körperliche Anwesenheit auf dem Haus selten geworden ist und was er für das Wesentliche an der Markomannia hält.

Ich kam aus einem katholischen Milieu in eine Gemeinschaft sympathischer Kommilitonen, die geprägt waren durch dieses Milieu, d.h. durch die Werte und Traditionen der katholischen Kirche. Der neue Fuchs und die Markomannen standen auf einem gemeinsamen, selbstverständlichen und nicht hinterfragten Fundament, auf dem das Zusammenleben der Gemeinschaft trotz Streitereien über viele Einzelfragen ohne grundsätzliche Konflikte sich entfalten konnte. Dieses katholische Milieu hat sich heute weitgehend verflüchtigt, ist jedenfalls nicht mehr selbstverständliches Fundament, das ohne weiteres trägt. Auch heute ist die Markomannia aber eine Gemeinschaft, die - gegen herrschende Trends in der Gesellschaft - als Gemeinschaft aktiver Bundesbrüder und Alter Herren gemeinsame Werte, bestimmt und geprägt durch Lehre und Tradition der katholischen Kirche, besitzt, über deren Geltung - bei aller Diskussion und möglichem Streit über Einzelfragen - unter den Bundesbrüdern nicht diskutiert zu werden braucht.

Man weiß, auch zwischen Alten Herren und jungen Bundesbrüdern, daß man von denselben Grundvorstellungen ausgeht, daß man auf demselben Fundament steht. Das schafft mehr Vertrauen und führt zu mehr Offenheit gegeneinander. Man muß nicht immer mit Erklärungen grundsätzlicher Positionen beginnen - man ist unter sich. Es vermindert Streß und erleichtert das Leben in einer immer komplizierter werdenden Welt.
Sehr wichtig!
Andererseits befähigt das Bewußtsein gemeinsamer Grundüberzeugungen auch besser dazu, nach außen auch als Gemeinschaft mit Andersdenkenden zu diskutieren.

Zu den gemeinsamen Grundvorstellungen gehört das Bewußtsein, auch nach dem Studium als katholischer Akademiker persönlich für die Verwirklichung der für richtig gehaltenen gemeinsamen Werte einzutreten - auch gegen den allgemeinen Trend. Wir müssen Elite sein, d.h. Sauerteig in der Gesellschaft.

Beim häufigen Zusammensein in und außerhalb von Veranstaltungen sprechen in der Verbindung Studenten verschiedener Fachrichtungen miteinander und lernen voneinander. Ein eifriger Markomanne kann an sich nicht zum Fachidioten werden! Bei diesen Gesprächen und bei den Diskussionen auf den Conventen sowie bei der Ausübung von Vorstandsämtern (Chargen) lernt der jungen Markomanne, Verantwortung zu tragen, sich für andere einzusetzen und Argumente pro und contra zu gewichten. Bei Schwierigkeiten im eigenen Studium helfen ihm ältere Bundesbrüder, die diese Schwierigkeiten hinter sich haben.

Das Haus bietet bei den Veranstaltungen und auch außerhalb ihrer vielfältige Gelegenheit zum geselligen Miteinander unter Gleichgesinnten - bei Bier oder auch bei Wasser. Darin sind auch Bundesbrüder, die ihr Studium abgeschlossen haben und im Beruf stehen, eingeschlossen. Schafft Euch Erinnerungen!

Das Füreinanderstehen und die Verantwortung dafür, daß die Markomannia auch in Zukunft ihr Wesen bewahrt, erfordert, lieber Fuchs und Bundesbruder, den Einsatz jedes Bundesbruders - beim Keilen geeigneter Studenten, bei Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen und bei der Pflege des Gemeinschaftseigentums.
Merke: Erst der, der sich für den Verein auch eingesetzt hat, fühlt sich wirklich als Markomanne!

Aus dem Zusammensein in der Gemeinschaft entstehen Freundschaften, die ein ganzes Leben halten. Den Alten Herren gibt das Eingebundensein in die Gemeinschaft der Markomannia Gelegenheit, auch bezüglich der Interessen und Sorgen der jetzigen Studentengeneration „am Ball" zu bleiben und nicht einzurosten oder einzutrocknen. Wichtig! Das, lieber Neofuchs und Bundesbruder, scheint mir das Wesentliche zu sein, was dafür spricht, Markomanne zu bleiben. Laß Dich darauf ein - es lohnt sich. Dein Alter Herr und Bundesbruder

Heiner Arning


Inhaltsverzeichnis


siehe auch

Burschenprüfung
Fuchsenstunden