Ich schieß den Hirsch

Aus MarkomannenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jägers Liebeslied

KV-Liederbuch Seite 124

Ich schiess den Hirsch.png


1. Ich schiess den Hirsch im wilden Forst,
im tiefen Wald das Reh,
den Adler auf der Klippe Horst,
die Ente auf dem See;
kein Ort, der Schutz gewähren kann,
wo meine Büchse zielt!
|:Und dennoch hab' ich harter Mann
die Liebe auch gefühlt.:|

2. Kampiere oft zur Winterszeit
in Sturm und Winternacht,
hab' überreift und überschneit
den Stein zum Bett gemacht;
auf Dornen schlief ich wie auf Flaum,
vom Nordwind unberührt,
|:und dennoch hat die harte Brust
die Liebe auch gespürt.:|

3. Der wilde Falk ist mein Gesell,
der Wolf mein Kampfgespann;
der Tag geht mir mit Hundsgebell,
die Nacht mit Hussa an;
ein Tannreis schmückt statt Blumenzier
den schweissbefleckten Hut,
|:und dennoch schlug die Liebe mir
ins wilde Jägerblut.:|

{{#ev:youtube|8J8DTvgju5s|100|right}}

Worte: Nach Franz v. Schober, 1826 (1798—1882)
Gitarre.png    Loudspeaker.png    Weise i: In Fr. v. Poccis Alten und neuen Jägerliedern, 1843
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)


Weitere Strophen


O rauscht ihr Bäume über mir,
der Sturm ist meine Lust
er stillte of das tiefe Weh
in der erregten Brust.
Er hat so oft den herben Schmerz
im Innern mir gedämft.
|:Vergebens hat das arme Herz,
die Liebe auch bekämpft.:|


Ich sah den Freund dahingestreckt
von wilden Keilers Zahn.
Ich hab´ ihn in die Gruft gelegt
und keine Träne rann;
und wieder gings mit hussa dann
ins wilde Tal hinab.
|:Und dennoch weint´ ich harter Mann
an meines Liebchens Grab.:|

Couleurstrophe


Und wenn ich einst gestorben bin,
so legt mich in den Schrein.
Ein braver Bursch bin ich gewest,
wills auch im Tode sein;
gebt mir aufs Haupt mein Cerevis,
den Schläger in die Hand!
|:Und schlingt mir um die kalte Brust
mein schwarz-gold-rotes Band.:|

Siehe auch:

Cervum in saltu ferio (Lateinische Version)
Ich spreng den Mast in Südtirol