Westfalenlied

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KV-Liederbuch Seite 128

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1. Ihr mögt den Rhein, den stolzen, preisen,
der in dem Schoß der Reben liegt,
wo in den Bergen ruht das Eisen,
da hat die Mutter mich gewiegt.
Hoch auf dem Fels die Tannen stehn,
im grünen Tal die Herden gehn,
als Wächter an des Hofes Saum
reckt sich empor der Eichenbaum;
|:da ist's, wo meine Wiege stand,
o grüß' dich Gott Westfalenland!:|

2. Wir haben keine süßen Reden
und schöner Worte Überfluß,
und haben nich sogleich für jeden
den Brudergruß und Bruderkuß;
wenn du uns willst willkommen sein,
so schau aufs Herz, nicht auf den Schein
und schau uns grad hinein ins Aug';
gradaus, das ist Westfalenbrauch
|:Es fragen nicht nach Spiel und Tand
die Männer aus Westfalenland:|

3. Und unsre Frauen, unsre Mädchen
mit Augen blau wie Himmelsgrund,
sie spinnen nicht die Liebesfädchen
zum Scherze für die müß'ge Stund.
Ein frommer Engel Tag und Nacht
hält tief in ihrer Seele Wacht
und treu in Wonne, treu in Schmerz
bleibt bis zum Tod ein liebend Herz.
|:Glückselig, wessen Arm umspannt
ein Mädchen aus Westfalenland!:|

4. Behüt' dich Gott, du rote Erde,
du Land von Wittekind und Teut;
bis ich zu Staub und Asche werde,
mein Herz sch seiner Heimat freut.
Du Land Westfalen, Land der Mark,
wie deine Eichenstämme stark,
dich segnet noch der blasse Mund
im Sterben in der lezten Stund'!
|:Land zwischen Rhein und Weserstrand,
o grüß' dich Gott Westfalenland!:|

Text: Emil Rittershaus ,1868 (1834-1897)
Loudspeaker.png    Weise i:Pet. Joh. Peters 1868/69 (1820-1870)

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