In silbernem Mondlicht wallte der Rhein

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KV-Liederbuch Seite 138

In silbernem Mondlicht wallte der Rhein.gif



1. In silbernem Mondlicht wallte der Rhein,
ein Posthorn klang in der Ferne,
wir sahen uns tief in die Augen hinein
und leuchtend standen die Sterne.
Da hast du mir schluchzend dein Lieben bekannt,
wie hat es so süß mir geklungen!
Dann bin ich gefahren durchs blühende Land
und habe begeistert gesungen:
Du strahlender Himmel, wie bist du so tief,
du blühende Erde, wie wurdest du weit,
diesweilen ich träumte, dieweilen ich schlief!
|:Gegrüßt, seid gegrüßt! Es ist Frühlingszeit! :|

2. Und wieder blühte der Holder im Tal,
und wieder zum Rhein ging mein Wandern,
da sah ich dich heimlich zum letztenmal,
da hingst du am Arm eines andern.
Ich weiß nicht, war es ein Schmerzensschrei,
der schrill durch die Stille geklungen?
Da zogen_ wandernde Burschen vorbei,
die haben mein Lied gesungen:
Du strahlender Himmel usw.

3. Es werden die Blumen verblühn und vergehn
man wird mich vergessen, begraben,
und du? Du wirst ihn nicht wiedersehn,
den wilden verlassenen Knaben!
Doch kommst an mein Grab du, so geh nicht vorbei;
sieh einmal trauernd hernieder;
es ist ja wie damals_ mitten im Mai
und die Amsel_ singt es im Flieder:
Du strahlender Himmel usw.

Worte: Hans Eschelbach, 1893 (1868—1948)
Loudspeaker.png    Weise i: Für d. Dt. Kommersbuch komponiert von Karl Sturm, 1900 (geb. 1878)
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)