Lasset die verdammten Manichäer klopfen

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Der flotte Bursch

KV-Liederbuch Seite 151

Lasset die verdammten Manichäer klopfen.gif


1. Lasset die verdammten Manichäer klopfen,
ich verriegle meine Stubentür,
denn der Gestank von solchen Wiedehopfen
kommet meiner Naser unerträglich für.
|: Vor den Ferien zahl´ ich niemanden aus,
nach den Ferien wird erst recht nichts draus. :|

2. Kommt der Schneider und die Wäsch'rin mir zu Leibe,
fordern das halbjähr'ge Quantum ab,
pack' ich sie und werf zum Zeitvertreibe
ihn und sie die Treppe plumps hinab!
|: Vor den Ferien usw. :|

3. Hält den Bratenrock der Schneider gleich zurücke,
hab' ich doch den alten Gottfried noch,
den ich mir zuweilen selber flicke,
posito, der Kerl bekam' ein Loch.
|:Und schaut mir auch das Hemd zu den Kleidern heraus,
ei, was macht sich den der flotte Bursch daraus!:|

4. Als mich mein Philister um den Wechsel quälte,
macht' ich ihm ein burschikos Gesicht;
als er aber drauf mir seine Not erzählte,
sagt' ich: „Armer Kerl, verzweifle nicht!
|:Weißt du, wie ein wackrer Bursche denkt?
Lang geborgt und gut bezahlt, ist nicht geschenkt!" :|

5. Als ich einen Schnurren letzthin wacker zwickte,
hat er mich beim Rektor angeklagt,
der mich dann zum Zeitvertreib ins Karzer schickte,
denn ich hatt' das Ding zu arg gemacht.
|: Glaubst du, daß mich dieser Spaß verdroß?
Nein, im Karzer lebt sich's fanz famos!:|

6. Jüngst ist der Pedell bei mir gewesen,
hat mich ad Magnificum citiert,
konnte sein verdammt Geschreib' nicht lesen,
weil der Kerl doch zu erbärmlich schmiert.
|:Und citiert er auch mein ganzes Haus,
ei, was macht sich denn der flotte Bursch daraus!:|

Worte: Nach einem Lied im akad. Lustwäldlein, Altdorf 1794
Loudspeaker.png    Weise i: Um 1855 (Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)