Markomannenchronik(1926)

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Die Geschichte der Markomannia von 1901 bis 1926 ist seinerzeit zusammengestellt worden auf Grund der Protokollbücher, der gedruckten „Semesterberichte", der „Mitteilungen der Markomannia" und persönlicher Erinnerungen. Sie ist hervorgegangen aus der gemeinsamen Arbeit von Benno Biermann, Gerhard Jacobi und Paul Voßkühler. Der erste Teil der Chronik wurde wortwörtlich in die Chronik von 1976 übernommen.
Ein Nachdruck wurde 1990 angefertigt und jenen AHAH zum Geschenk gemacht, die sich an der Bausteinaktion zur Hausrenovierung beteiligt hatten.

Die Gründung

Markomannia ist mit Cimbria aus der Germania hervorgegangen. Am 9. Februar 1901 wurde die Teilung der Germania beschlossen, und am 14. Februar 1901 wurden auf dem im Wielerschen Lokale in der Rosenstraße 2 h. c. t. stattfindenden Konvente die Namen derjenigen Germanen bekannt gemacht, die den beiden neu zu gründenden Vereinen angehören wollten. 28 von ihnen versammelten sich gleich darauf in einem kleinen Saale bei Widers zum Gründungskonvente der einen neuen Korporation. Das war die Geburtsstunde der Markomannia. Die Leitung dieses ersten Konvents hatte das älteste Semester, cand. theol. Maring, übernommen. Es wurde zunächst beschlossen, die Leitung des neuen Vereins cand. math. Hubert Schulte zu übertragen, dem cand. theol. Heinrich Hemme als Schriftführer und cand. math. Franz Goebel als Kassierer zur Seite standen. Von einer eigentlichen Chargenwahl wurde abgesehen, da der Schluß des Semesters bevorstand. Als Namen für den neuen Verein wurden folgende vorgeschlagen: Markomannia, Ripuaria, Silesia, Amisia, Brukteria und Suevia. Es wurde einstimmig der Name Markomannia gewählt. Für die Wahl der Vereinsfarben lagen folgende Vorschläge vor:

Grün-gold-schwarz
Schwarz-gold-rot
Grünweiß-blau
Moosgrün-weiß-rosa.

Als Farben für unser Vereinsbanner wurde die Zusammenstellung Schwarz-gold-rot von diesem Konvente bestimmt. Am folgenden Tage trat die junge Markomannia in ihrem neuen Vereinslokale im Hotel Moormann (heute Fürstenhof, Marienplatz) zu einem Konvente zusammen, welcher den Zirkel festlegte und als Wahlspruch auf Augustin Fürstenbergs Antrag „Viriliter age!" annahm.
Das erste Semester begann der Verein am 22. April 1901. Stud. ehem. Augustin Fürstenberg wurde zum ersten Ordner und stud. theol. Theodor Wolpers zum ersten Fuchsmajor gewählt. Ein Wappen wurde vom Kartellphilister Nießen für den Verein entworfen und ein Bundeslied vom Vereinsbruder stud. theol. Karl Meyer verfaßt. Leider ist es nicht mehr vorhanden. Das Publikationsfest fand am 31. Juli 1901 statt. Die Kneipe bei Moormann mußte schon am Ende des Semesters geräumt werden, und der Verein siedelte deshalb nach Stieger am Alten Fischmarkt über, um von hier aus in aller Ruhe eine passende neue Unterkunft zu suchen.

In der Alten Börse

Die neue Kneipe fand sich am Anfang des zweiten Semesters im ersten Stock der „Alten Börse" am Prinzipalmarkt (heute Geschäftsstelle des Münst. Anzeigers, neben dem Stadthause), wo auch glänzende Exkneipen abgehalten wurden. Später wurde im unteren Lokale der Ecktisch am Fenster für die Exkneipen und Frühschoppen belegt und durch einen stämmigen Ritter, welcher eine Fahne in den Vereinsfarben trug, gegen unrechtmäßige Gäste gesichert. Den alten Markomannen, welche hier noch gesessen haben, wird das Herz warm, wenn sie dieser Zeiten gedenken. Hier in der „Altitudo", wie wir die „Alte Börse" nannten, sind Kneipen und Exkneipen in überquellender Lebensfreude und glänzendstem Humor gestiegen. Die Kneipe war ausgeschmückt mit dem in Eichenholz nach dem Entwurf des Kartellphilisters Humpert geschnitzten Wappen und mit den Lichtbildern der Vereinsbrüder, zu denen noch die Wappen sämtlicher Kartellvereine traten. Damals hat die Aktivitas schon Hausbaupläne gehabt und auf einem Konvente am 13. Februar 1902 verhandelt. Erst 10 Jahre später sollten sie sich verwirklichen.
Im folgenden Sommersemester 1902 feierte der Verein sein erstes Stiftungsfest. Im Wintersemester wurde der Nikolaustag zum Hauptfeste, das mit dem glänzenden Gänseessen und der Geschenke bringenden Nikolauskneipe sich siegreich neben dem Stiftungsfeste zu behaupten wußte. Geselligen Verkehr mit Damen hat der Verein von Anfang an gepflegt. Die Tanzfestlichkeiten wurden zunächst mit den Kartellvereinen gemeinsam gefeiert, bis im 4. Semester der Konvent sie zu einer Veranstaltung des Vereins machte. Die Kartellvereine sahen das selbständige Vorgehen der Markomannia in der Frage des eigenen Tanzkränzchens und des eigenen Stiftungsfestes nur ungern und suchten das Selbständigwerden des Vereins zu verhindern. Die damalige Aktivitas setzte sich aber mit ihren Bestrebungen durch. Für den geselligen Verkehr und die Einladung der Damen wurden bestimmte Regeln festgesetzt, die seit dieser Zeit stets in Geltung geblieben sind und uns die geachtete Stellung in der münsterschen Gesellschaft verschafft haben.
Im Wintersemester 1902/03 begannen die A-Philister sich zu organisieren. Sie gründeten am 18. Dezember 1902 die Philisterkasse, deren erster Schatzmeister Vikar Heinrich Hemme war. Der Philisterverein Markomannia ist im Winter 1905/06 gegründet worden. Er umfaßt sämtliche A-Philister des Vereins. Der erste Vorsitzende war Vikar Heinrich Hemme, der auf dem Philisterkonvente vom 5. April 1919 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Zum neuen Vorsitzenden wurde auf diesem Konvente Rechtsanwalt Dr. Wilh. Drolshagen in Münster erwählt.
Ein Bundeslied mit begeisternder Melodie war das Sehnen des Vereins geworden, und ein Ausschuß sollte die Vorbereitung übernehmen. Mehrere Semester gingen darüber hin. Da brachte das 6. Semester die Erfüllung des Wunsches. Der Konvent vom 16. Dezember 1903 nahm mit großer Begeisterung das vom Landrichter Dr. Heinrich Dietrich (jetzt Landgerichtspräsident in Hechingen), unserm Ehrenphilister, verfaßte Bundeslied an.
Es lautet:

Weise:Der Gott, der Eisen wachsen ließ" [C - g c c e]

1. Laßt brausen hohen Feiersang
in weihevoller Stunde,
von hehrem Ziel und edlem Drang
er gebe laute Kunde!
Was uns in goldner Flammenpracht
im Herzen glüht, dem jungen,
:: das sei mit glockengleicher Macht
ins Land hinausgesungen! ::

2. Ein Dreigestirn in Himmelslicht
beleuchtet unsre Pfade:
uns weist den Dornenweg der Pflicht
des Glaubens helle Gnade.
So sollen wir, so wollen wir
getrost durchs Dasein wallen,
:: treu folgend stets dem Kreuzpanier,
des Heliands Vasallen! ::

3. Auf zu der Weisheit Sonnenkraft
lenkt uns ein heilig Streben,
es soll uns ja die Wissenschaft
den Lebensinhalt geben.
Die wir aus ihrem Lichtborn so
vereint uns Kraft getrunken,
:: uns macht die Herzen frei und froh
der Freundschaft Gottesfunken. ::

4. Drum lasset stolz das Schwarz-gold-rot
des Banners sich entrollen!
Was wir gelobt, bis in den Tod
wir's treulich halten wollen!
Stets handeln wie ein ganzer Mann,
was feig und schlecht ist bannen,
:: sei unsre Losung stets! Daran
erkennt die Markomannen! ::
Im 8. Semester wurde der Verein gezwungen, die Kneipe in der „Alten Börse" aufzugeben, weil der Wirt den Raum für Hotelzwecke nötig hatte. Die neue Kneipe wurde im ersten Stock des „Heinzelmännchen" (jetzt Weinhaus Kakadu) auf der Rothenburg gefunden. Eine große Abschiedskneipe in Anwesenheit der Zentrumsabgeordneten Hitze und Trimborn war der Übersiedlung voraufgegangen, und der Abschiedsfrühschoppen wird allen Teilnehmern immer unvergeßlich bleiben. Doch noch war das Heldenzeitalter in der „Alten Börse" nicht vorbei. So manche Exkneipe und jeder Frühschoppen hat hier noch ein Semester unter der tätigen Beihilfe des „Majors des ersten Bataillons", stud. phil. Franz Dietrich stattgefunden. Und wenn dann abends spät die berühmte Umfrage erscholl: „Säuft denn das erste Bataillon immer noch so wie sonst?" dann brüllten alle rauhen Kehlen: „Wie sonst, Herr Major!" Und dann gings herunter mit dem Plunder in den sündigen Trichter, und alle stimmten begeistert das altberühmte Hummellied an:
<p align=center>„Wenn die Hummel mit der Fummel mit der Fuhrmannspeitsch
Ein altes Weib mit dem Besenstiel,
Wenn die Kuh mit der Magd übern Spucknapf springt,
Und setzt sich mit dem A ... in'n Teer,
Hoch das Bein, das Vaterland soll leben!
Hoch das Bein, das Vaterland soll leben!
l, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, Bube, Dame, König, Aß!
Pikaß!

Der Heimweg geriet nicht immer nach Wunsch. Der Prinzipalmarkt mit der „alten Giebel-Zickzackreihe" lockte im Mondenlicht zu längerem Verweilen. Ferdinand Schnitzler, der Freund der Polizei, veranstaltete den nächtlichen Betrieb, während Naaz Dietrich das Echo der widerhallenden Giebelhäuser durch ein entsetzliches Brüllen erprobte. Josef Jeiler leitete die Frühjahr- und Herbstrennen von Lambertikirche bis zur Alten Börse, die Punkt 12 Uhr des Nachts in größter Ruhe und Ordnung begannen. Der erste Sieger, zumeist der lange Mertens, wurde dann zur Belohnung auf dem Hotelwagen der Alten Börse einmal um den Prinzipalmarkt gefahren. Alles vollzog sich ruhig und ordnungsgemäß unter den Augen der Polizei, obschon die ganze Breite des Prinzipalmarktes beim Rennen in Anspruch genommen wurde. An das Herbstrennen schloß sich ein Stiftungsfestrennen, wenn wir von Handorf, wo die Stiftungsfeste in diesen Semestern ausklangen, zurückkehrten. Für den Rückmarsch kaufte sich jeder Holzschuhe, groß genug, um über den Lederschuhen getragen zu werden. Der donnernde Lärm auf dem Prinzipalmarkt kündete dann von dem großen Markomannenholzschuhrennen. — Unsere Mahlzeiten nahmen wir bei Stienen im hinteren Zimmer (heute Wiedertäuferzimmer des Zivilklubs) gemeinsam ein, wo mancher „ins Buch" aß und wo es sogar aus den Schränken „zog".
Im November 1906 mußte die Alte Börse geräumt werden, weil sie in ein Automatengasthaus umgewandelt wurde; der Verein fand als neues Verkehrslokal das Kaffeehaus Steiner (Schucan) am Prinzipalmarkt. Der Umzug jedoch hatte den Gedanken an ein eigenes Heim neu belebt, und es wurde die Hausbaukasse gegründet, der alle Markomannen, Aktive, Inaktive und Philister angehören mußten. Seit dem 10. Semester ist die Aufnahme in den Verein erschwert worden. Zur Genehmigung eines Eintrittsgesuches ist vier Fünftel Mehrheit erforderlich, damit nur gleichartige und harmonierende Vereinsbrüder sich in der Korporation zusammenfinden.
Um alle Markomannen immer wieder für den Verein zu interessieren und über ihn zu unterrichten, wurde vom 11. Semester an ein gedruckter Semesterbericht herausgegeben und an alle Vereinsbrüder verschickt. Weil aber der Bericht in der Form, in der er versandt wurde, zu kostspielig war, beschloß das 13. Semester, statt des Semesterberichtes einen Jahresbericht herauszugeben. Es ist aber keiner erschienen, da das Interesse für die Berichte bei der Aktivitas einschlief. Eine Anregung der Philister, die Kosten auf die Philisterkasse zu übernehmen, erweckte im Wintersemester 1909/1910 den Semesterbericht zu neuem Leben. Ein geordnetes Erscheinen wurde aber erst vom 1. April 1912 an erzielt, als der Konvent einen Philister, Dr. Gerhard Jacobi, mit der Herausgabe betraute. Die Semesterberichte erhielten bei Kriegsausbruch die Bezeichnung „Mitteilungen der Markomannia".
Bei der wenig großzügigen Anlage der Gasthäuser in Münster blieb eine Lokalfrage für den Verein bestehen. Am Ende des 11. Semesters, im Juli 1906, mietete der Verein sich im Münsterschen Hof (Mennemann) am Alten Steinweg (heute Neubau) ein und beschloß, eine eigene Kneipausstattung zu erwerben. Die Kneipmöbelkommission, zu der August Glunz und Franz Predeek gehörten, wählte die Entwürfe der Firma Stadler-Paderborn, und der Konvent vom 20. Dezember 1906 genehmigte die Wahl. Viele Vereinsbrüder, Aktive, Inaktive und Philister, erklärten sich freudig bereit, durch freiwillige Spenden eine sofortige Anschaffung zu ermöglichen. Wilhelm Höhne schenkte dem Verein das Klavier. Die Möbel sind heute noch eine Zierde unseres Hauses. Es war nach dem Verluste der Alten Börse notwendig geworden, neben dem offiziellen Verkehrslokal noch ein behagliches, zwangloseres zu finden, und das war der Bullenkopp am Alten Fischmarkt, der von nun an immer mehr besucht wurde. Von jeher hatten Vereinsbrüder dort verkehrt, aber vom Wintersemester 1904/05 an war der Verein zum Dämmerschoppen fast täglich da. Frau Bischof, die damalige Wirtin, schenkte dem Verein im Wintersemester 1905/06 einen Tisch, in den die Namen der dort verkehrenden Vereinsbrüder eingeschnitten wurden. Im Laufe der Semester hatte sich der Tisch so mit Namen gefüllt, daß, um einer Überfüllung vorzubeugen, seit dem Sommersemester 1912 die Vereinsbrüder erst am Ende ihres zweiten Korporationssemesters ihren Namen einschneiden durften. Nach dem Kriege war es kaum mehr möglich, noch Namen unterzubringen. Die Tischplatte wurde daher 1920 als Erinnerung in das Haus übernommen und in unserer Kellerkneipe aufgehängt. Der Tisch im Bullenkopp erhielt eine neue Platte. Der Bullenkopp wurde allmählich zur zweiten Alten Börse und genoß bei den Vereinsbrüdern, die in ihm ihre Semester verbracht haben, eine ähnliche Berühmtheit und Beliebtheit. Er ist noch heute der Treffpunkt in der Stadt, und seit Jahren lenkt jeder Markomanne, der Münster wieder besucht, seine Schritte zuerst zum Bullenkopp. Köstliche Erinnerungen und Geschichten umranken den kleinen Tisch in der engen Gaststube, wo so manches Fest begonnen und so manches ausgeklungen ist. Noch eines anderen Lokals muß gedacht werden, des „Monopols" oder „Mopols", wo semesterlang wundervolle, außerordentlich besuchte Exkneipen gestiegen sind und wo die Konvente in den Übergangswochen des Umzuges von der Etage zum Hause stattfanden.

Auf der Etage

Die Lokalfrage war mit der Übersiedlung in den Münsterschen Hof keineswegs gelöst. Das Kneipzimmer im Hinterhause war feucht, kalt und unfreundlich, und im Gastzimmer unten im Vorderhause entwickelten sich im Laufe der Zeit derartige Zustände, daß der Verein um seines Ansehens willen an den Auszug denken mußte. Einige unternehmende Vereinsbrüder wollten nun der Lokalfrage gründlich ein Ende machen, zumal da der Zusammenhang im Verein unter dem Unbehaustsein litt; sie beantragten, eine Etage zu mieten. Nicht ohne Bedenken folgte ein großer Teil der Aktivitas dem kühnen Gedanken, den besonders nachdrücklich iur. Otto Paus vertrat, denn wie sollte das Geld für die Miete aufgebracht werden? Aber dem Mutigen gehört die Welt! Als wir in unserer schönen Etage später saßen und so als erste Korporation Münsters Inhaber eines eigenen Heims geworden waren, mußten wir gestehen, daß wir sie besser schon einige Semester früher gemietet hätten. Der Philisterkonvent vom 7. Dezember 1907 stimmte dem Antrage der Aktivitas zu und beauftragte einen Ausschuß mit der Beschaffung einer geschlossenen Etage. Nach langem Suchen schlug der Ausschuß die Etage auf der Norbertstraße l1 vor. Der Konvent gab mit 3/4 Mehrheit die Ermächtigung, die Etage für 1200 Mark jährlich zu mieten und zwar auf drei Jahre. Die nötigen Anschaffungen wurden am 17. Februar 1908 beschlossen und die Möbel für das Herrenzimmer und das Exkneipenzimmer bei der Firma Weber Nachf. am Ludgeriplatz bestellt. Der Auszug aus dem Münsterschen Hof war bald bewerkstelligt. Die kostbaren Kneipmöbel wurden auf dem Boden des von Nageischen Hofes auf dem Domplatz untergebracht und die Konvente bei Stienen (heute Zivilklub) abgehalten. In der Etage wurde in den Ferien durch einen kleinen Umbau eine schöne Kneipe eingerichtet, ferner ein Spiel- oder Herrenzimmer, ein Billardzimmer, ein Zimmer für den Vorstand und eine Küche. Eine Putzfrau ordnete jeden Morgen die Räume, und abends bediente uns ein Pikkolo, wenn der Fax nicht zu haben war. Die Stadt verlangte eine Konzessionssteuer; dieser Anspruch wurde aber durch Herrn Justizrat Salzmann im Prozeßwege siegreich abgewehrt und damit eine für alle hiesigen Korporationen grundsätzlich bedeutsame Frage entschieden. Für die Etage waren Statuten aufgestellt, die später fast unverändert als „Hausordnung" übernommen werden konnten. Die Einkünfte der Etage aus Bier, Wein, Kaffee, Zigarren, Zigaretten usw. wurden in einer besonderen Kasse gesammelt, welche ein Aktiver als Etagenkassierer verwaltete. In dieser Eigenschaft werden die gewichtigen Gestalten von Otto Paus und Josef Wolpers als ebenso gewissenhafte wie gemütliche Etagenwirte mit der Erinnerung an die Etage stets verknüpft bleiben.
Unvergessen ist uns auch das gemütliche Verhältnis zur gestrengen Polizei, welche stets gewissenhaft auf Polizeistunde hielt, aber, wenn ihr verhängnisvolles Klingeln erschollen war, sich auch bald wieder begütigen ließ. Dann kam es vor, daß, während Helm und Säbel auf der Kneipe bei Schneos schwungvollen Mimiken Verwendung fanden, der Hüter der Ordnung selbst in der Küche bei der Kaffeebereitung Dienst tat und die Kaffeemühle drehend in der Ecke saß. Eine gewisse Berühmtheit genoß damals auch unsere auf dem Wichszimmer stehende Wichskiste. Sie diente gewissen anspruchslosen Vereinsbrüdern, die sich den nächtlichen Heimweg sparen wollten, als freilich nicht ganz bequeme Schlummerstätte, aus der sie sich morgens durch die Putzfrau aufstöbern ließen. Die Semester auf der Etage verliefen glanzvoll und in schönster Harmonie. Die Räume waren für uns eine Heimstätte, in der wir uns glücklich fühlten.
Die Musik hat in den unvergeßlichen Etagensemestern stets im Vordergrund unseres Vereinslebens gestanden. Es ist auch geradezu merkwürdig, wieviele musikalische Talente wir ständig unter uns hatten, welche bereitwillig ihr Können der Allgemeinheit widmeten. Ebenso wesentlich ist es aber auch, daß diese in den übrigen stets ein verständnisvolles, dankbares und begeisterungsfähiges Publikum fanden. Wir waren allesamt rechte Westfalen, der Ton war rauh, aber herzlich, auch unsere Seele war rauh, aber im Kern hatte jeder seine Portion Gemüt, und auf diesem Boden mußte die Musik gedeihen. An erster Stelle ist unser Quartettgesang hervorzuheben. Es verging wohl keine Kneipe, auf der man nicht antrat, und zwar meist in doppelter oder dreifacher Besetzung. Eine kurze Probe, und die Sachen wurden glatt vom Blatt heruntergesungen. Wer denkt da nicht an die oft dargebotenen Stücke: „Hab oft im Kreise der Lieben" und „Warum bist du so ferne, o mein Lieb?" Auf dem Gebiete des Einzelgesanges sind besonders das „Gute Nacht, mein holdes, süßes Mädchen" von Leo Schmitt vorgetragen und der unvergeßliche „Pfarrer von Ohnewitz" von Benno Biermann gesungen zu nennen, beide lange Zeit die Schlager unseres Repertoirs. Eine größere Rolle noch spielte der Gesang zur Laute, der auf keiner Veranstaltung damals gefehlt hat. Benno Biermann ergötzte uns durch die „Zehn kleinen Negerlein", durch das „Bi-Ba-Bandeltier" und „Bruder, trink nochmal", und Adschen Tönnes trat das Erbe an mit seinem „Ja, heutzutag die Feuerwehr" und vielen anderen Liedern. Und waren die Lieder verklungen, so trat Schneo (Heinrich Schnitker) auf und erprobte die nie versagende Wirkung seiner „Generalsreden" und des „Armen Dorfschulmeisterleins".
Im übrigen fand auch die Instrumentalmusik ihre Pflege. Stets waren gute Klavierspieler in größerer Zahl vorhanden, und auch Violin- und Cellospieler fehlten nicht. Musikalische Darbietungen jeder Art und in edelster Form zu genießen, war in erster Linie Zweck der damals in höchster Blüte stehenden regelmäßigen „Schönheitsabende". Einmal haben wir sogar ein richtiges kleines Orchester gehabt, welches sich aus zwei Geigen, Bratsche, Cello, Flöte und Klavier zusammensetzte und in dem neben Benno Biermann noch Rolf Jaspers, Rudi Predeek und Bernhard Odenbreit mit zwei Brüdern mitwirkten. So gerüstet konnten wir ein feierliches Konzert veranstalten, zu welchem auch unsere Damen zugezogen wurden.
Ein Markomannenmarsch wurde von Herrn Wille, Mitglied der Dreizehnerkapelle, für die Korporation komponiert, wie er uns in einer feuchten Stunde auf der Rückfahrt von einem Damenfest in Jägerhaus verheißen hatte. Es ist ein flotter, origineller Marsch, in dem Trio ist das Bundeslied verwertet, unterbrochen von einer eindrucksvollen Posaunenpartie. Herr Wille brachte den Marsch zunächst der Korporation selbst eindrucksvoll zur Kenntnis, indem er eines Tages mit sieben Musikern (Posaune nicht ausgenommen) auf der Kneipe erschien. Das Getöse war unbeschreiblich. Die Sache verlief insoweit nicht ganz reibungslos, als die Musiker uns letzten Endes an Begeisterung und Trinkfreudigkeit durchaus übertreffen wollten. Dem Komponisten wurde bei der von ihm geleiteten Uraufführung der gesamten Kapelle des Inf.-Rgts. 13 im Zentralhof auf der Rothenburg von der Korporation ein großer Lorbeerkranz mit Schleife überreicht.
Im Wintersemester 1909/10 schaffte der Verein den Vollwichs ab und chargierte von da ab ausschließlich in Salonwichs. Im Sommersemester 1910 wurde eine sog. Reformkommission eingesetzt, die das Vereinsleben alkoholfreier und sportfreudiger gestalten sollte. Die Zahl der Kneipen wurde eingeschränkt und dafür der sehr anregende und gemütliche offizielle Nachmittagskaffee auf der Etage eingerichtet. Seit dieser Zeit mußte jeder Markomanne irgend einen Sport treiben. Die meisten spielten Tennis, was schon frühere Semester im „Neuen Krug" begonnen hatten, manche fanden aber auch ihre Freude am Reiten, Fechten und Schwimmen.
Die Damenfestlichkeiten wurden wegen des gemütlichen Heims in der Norbertstraße immer häufiger, und nicht die schlechtesten Feste waren die kurzerhand improvisierten. Ein Treffen auf dem Sonntagmorgenbummel oder bei Steiner — schon war die Verabredung getroffen. Die Sache war schnell herumgesprochen, der nötige Kuchen bald beschafft, und zur Kaffeestunde war alles bereit. Nur die Beschaffung der Garde, auf deren Anwesenheit peinlichst gehalten wurde, bereitete oft nicht geringe Schwierigkeiten. Aber auch dafür hatten wir unsere Beziehungen zu stets gutherzigen, verständnisvollen Müttern, deren wir heute noch dankbar gedenken. Diese Veranstaltungen werden in ähnlicher Weise im Hause fortgesetzt. Die Einladungsliste beschränkte sich auf solche Damen, deren Familien einem der bekannten Klubs in Münster angehören.
Trotz der schönen Etage blieb der Hausbaugedanke stets lebendig. Schon im Wintersemester 1909/10 wurde ein Ausschuß eingesetzt, welcher der Erwerbung eines Bauplatzes näher treten sollte. Bald begannen die Verhandlungen in dem Ausschusse ernst zu werden.

Unser Haus

Als im Sommersemester 1910 unser Hauswirt das Mietsverhältnis nicht mehr über den 1. April hinaus verlängern wollte, wurde urplötzlich die Hausbaufrage für den Verein dringlich. Die Aktivitas lud daher sogleich die in der Nähe ansässigen Philister zu einer Beratung am 23. Mai 1910 ein. Hier wurde es von Sachkundigen als Unmöglichkeit bezeichnet, eine andere passende Etage zu finden. Andererseits hielt man es für ausgeschlossen, daß der Verein in minderwertigen Schenken zurückkehrte. Es wurde daher folgender Beschluß gefaßt:

„Die anwesenden Philister erklären sich angesichts der Notlage des Vereins für den Kauf oder Bau eines Hauses, vorbehaltlich der Regelung der Geldfrage."

Das Weitere wurde in die Hände eines Ausschusses gelegt, zu dem Uppenkamp, Konrad Meyer, Gahlen, Vennebusch und Reidenbach gehörten. Der Ausschuß lud zunächst in einem Rundschreiben zwecks endgültiger Beschlußfassung zu einem Markomannentage in Münster zum 26. Juni ein. Inzwischen sah er sich nach geeigneten Objekten, besonders zu Verkauf stehenden Häusern, um. Etwas Brauchbares war trotz größten Eifers nicht auf zutreiben. Teils waren die Häuser ungeeignet oder nicht preiswert (Steinfurterstraße, Krummer Timpen), teils machte die Stadt wegen der Konzession Schwierigkeiten (Fürstenbergstraße). Daraufhin wurde am 26. Juni 1910 folgender Beschluß gefaßt:

„Markomannentag erklärt sich einstimmig für den Bau eines Hauses, vorbehaltlich der Regelung der Geldfrage."

Der Ausschuß ging nun eifrigst an die Arbeit. Ein Mitglied glaubte, eine erste Hypothek von privater Seite in sichere Aussicht stellen zu können, ein Bauunternehmer bot eine letzte Hypothek an. Und auf Grund eingehender Kalkulationen an Hand der Kassenbücher hielt man, obwohl an Barvermögen kaum mehr als 3000 Mark vorhanden war, die Verzinsung einer Gesamtsumme von 60 000 Mark und vielleicht noch darüber für gewährleistet. Unser jetziges Hausgrundstück, schön gelegen zwischen der Kreuzschanze und der Kreuzkirche, 105 Quadratruten groß, erschien bald am besten geeignet; man einigte sich mit der Eigentümerin schließlich auf einen Kaufpreis von 31 500 Mark. In einer denkwürdigen Sitzung im Hause von Dr. Konrad Meyer, wo sich übrigens damals die meisten Beratungen abspielten, wurde der Kauf beschlossen. Wer sollte aber kaufen? Noch war keine juristische Person vorhanden. Die Etage war seiner Zeit auf den Namen von Dr. Konrad Meyer gemietet worden. War es nun das Gegebene, daß der Hausbauverein sich eintragen ließ und das Haus übernahm, so war es doch leider versäumt worden, rechtzeitig eine dahingehende Abstimmung herbeizuführen. Jetzt war es zu spät. Deshalb gründeten elf münstersche Philister am 15. August 1910 kurzer Hand den Markomannenhausverein e. V. und erwirkten seine gerichtliche Eintragung, ohne zu ahnen, wieviel hitzige Auseinandersetzungen es noch kosten sollte und wieviel juristischer Scharfsinn noch aufzuwenden war, bis der alte „Hausbauverein" friedlich im neuen „Hausverein e. V." aufgehen konnte. Nachdem noch zuvor die erforderliche Erlaubnis der Regierung eingeholt war, wurde alsdann am 13. September 1910 der Kauf des Grundstücks abgeschlossen. Erfüllung Zug um Zug sollte am 2. Januar 1911 erfolgen. Bis dahin dachten wir den Bau soweit gefördert zu haben, daß der entsprechende Betrag der Hypotheken gezahlt werden konnte. Am 20. September erstattete der Ausschuß in einem Rundschreiben Bericht über seine Tätigkeit.
Wegen der Ausführung des Baues hatten wir uns unter Ausnutzung verwandschaftlicher Beziehungen unserer Vereinsbrüder Hermann und Benno Biermann Anfang August an Herrn Regierungsbaumeister Moritz in Köln gewandt; dieser hatte sich zur unentgeltlichen Lieferung der Pläne bereit erklärt. Am 30. September traf der Entwurf in Münster ein und wurde mit geringen Änderungen einstimmig gutgeheißen. Der Bauunternehmer Borchard überreichte schon Mitte Oktober 1910 einen Anschlag, nach dem der fertige Bau 36 500 Mark kosten sollte, so daß wir uns bereits der ersehnten Grundsteinlegung nahe glaubten. Aber schon kamen neue große Schwierigkeiten. Zunächst erwies sich, daß es mit der ersten in Aussicht gestellten Hypothek nichts war. Hierzu kam der gänzliche Mißerfolg der Aufforderung an das Philisterium, dem neugebildeten Hausverein e. V. beizutreten. Und als auf den 29. Oktober 1910 ein weiterer Philisterkonvent berufen wurde, war die Beteiligung ganz jämmerlich und die vorliegenden schriftlichen Äußerungen voller Mißtrauen. Das Philisterium war ganz begreiflicher Weise durch das Übermaß an Rundschreiben und Versammlungen ermüdet. Man glaubte sich in Münster nun von aller Welt verlassen und, mit dem Grundstück am Halse, so kurz vor dem Zahlungstermin, dem Untergange geweiht. Auf dem sonst so glanzvollen Etagenfrühschoppen, auf dem außer Gerhard Jacobi kein Philister erschienen war, wurden die Läden geschlossen, die Lampen verhüllt und unter dem immer wiederholten Klängen des Liedes: „Wir hatten gebauet ein stattliches Haus" der eigene Untergang gefeiert. Auf dem nächstfolgenden Konvente faßte man allmählich wieder etwas Mut und beschloß, eine allgemeine Abstimmung über die Hausfrage herbeizuführen. Das darauf versandte Rundschreiben wirkte wie ein Weckruf und hatte vollen Erfolg, indem die in Menge einlaufenden Erklärungen sich sämtlich unbedingt für die Durchführung des Planes aussprachen. Alles, was damals an Vereinsbrüdern in Münster war, legte sich nun mit neuer glühender Begeisterung ins Zeug, jeder wollte sein Scherflein dazu beitragen in Barstiftungen (allen voran Fritz Kolck mit 1000 Mark) oder in Beitragserhöhungen. Zur Beruhigung des Philisteriums wurde dann noch ein weiteres Rundschreiben mit zahlenmäßiger Darlegung der Finanzierung verschickt. Nun galt es aber, unter allen Umständen die Hypotheken zu beschaffen. Es hat unendliche Mühe und zahllose Enttäuschungen gekostet, bis uns ein Agent Anfang Februar 1911 endlich eine erste Hypothek in Höhe von 37.500 Mark von der Sparkasse in Horstmar verschaffte. Für die zweite Hypothek gewann man die „Hammer Brauerei Mark", die 15 000 Mark, die Hälfte gegen Bürgschaft versprach.
Gegen Ende November 1910 bewogen wir den Kartellphilister Architekten Cazin zur Übernahme der örtlichen Bauleitung und erhielten so einen Berater, der uns vorher nur zu sehr gefehlt hatte. Jetzt kam endlich Schwung in die Sache. Was Cazin an Zeit und Mühe für die Korporation geopfert hat, wird sie ihm immer zu danken haben. Mit Recht warnte er sogleich, sich durch eine dritte Hypothek in die Hände des Bauunternehmers zu geben, und man entschloß sich daher, auch ohne dritte Hypothek zu regelrechter Ausschreibung des Baues. Man hoffte dabei, die Unkosten im wesentlichen innerhalb der Beleihungshöhe zu halten, außerdem aber auch auf Aufbringung von Mitteln durch Anteile. Inzwischen mußte natürlich der Zahlungstermin von 2. Januar hinausgeschoben werden, wobei es zum Glück größere Schwierigkeiten nicht gab. Am 15. Februar konnte das Grundstück unter Übernahme einer Belastung von 27 000 Mark und Bezahlung von 3000 Mark aufgelassen werden. Gleichzeitig wurde uns zu unserem Glücke die Etage noch bis zum 1. Oktober 1911 überlassen. Zu erwähnen ist noch, daß am 10. Dezember 1910 der gut besuchte Nikolauskonvent stattfand, dessen Beschlüsse betr. Überleitung des Hausbauvereins in den Markomannenhausverein e.V. im Februar 1911 in einem Rundschreiben veröffentlicht wurde.
Nun ging es rüstig ans Werk. Während man das Baugesuch der Stadt unterbreitete, betrieb Cazin die Ausschreibungen. Oberingenieur Pitter Schirpenbach übernahm die Anlage der Heizung. Gleichzeitig wurden noch zahlreiche Änderungen an dem Entwurf vorgenommen, insbesondere die zweckmäßigste Art der inneren Einteilung auf das Sorgfältigste erwogen. Die Stadt zeigte bedauerlich wenig Entgegenkommen; u. a. bestand sie in kleinlicher Weise auf Änderung der Flügel des Gebäudes. Seitlich mußte daher das Dach weiter heruntergezogen und da hiermit über dem Haupteingang ein Balkon und die Fenster zum Treppenhaus in Wegfall kamen, für dieses im Dach ein kostspieliger Lichtschacht angelegt werden. Das Gitter vor dem Hause sollte nach dem Plan aus Holz sein. Man verlangte aber ein eisernes Gitter. Über die ganz einfältige Streichung unserer Treppe zum Haupteingang haben wir uns schließlich einfach hinweggesetzt. Nachdem alsdann Maurer-, Zimmer-, Dachdecker- und Klempnerarbeiten dem Maurermeister Bücker übertragen waren, kam Mitte März 1911 der denkwürdige Augenblick, an dem der erste Spatenstich getan wurde. Schwierigkeiten bei der Fundamentierung und ungünstige Witterung bewirkten aber, daß erst am 30. April 1911 das langersehnte Fest der Grundsteinlegung unter großer Beteiligung begangen werden konnte. Der Grundstein wurde durch Dr. Konrad Meyer gelegt. Er enthält ein festliches Dokument, ein Jahrbuch, Biermarken u. a. m.
Nun erhob sich der hübsche Bau langsam aus der Erde. Viel war noch zu tun. Fortwährend wurden noch Änderungen beraten, so daß der Bau häufig ins Stocken kam. Endlos waren die Besprechungen mit Moritz in Köln, und mehrere Male mußte iur. Benno Biermann, der die größten Verdienste um den Hausbau hat, zu solchen Besprechungen hin- und herfahren. Einzelzeichnungen mußten eingefordert und beraten und immer neue Arbeiten vergeben werden. Daneben mußte man die allmähliche Auszahlung der Hypotheken betreiben und die Bürgschaften beschaffen.
Der heiße Sommer 1911, das Glutjahr, kam dem Bau sehr zugute. Immerhin ging er ziemlich langsam vonstatten, so sehr man auch dem Unternehmer zusetzte. Alle Markomannen, die in Münster waren, verfolgten mit regster Anteilnahme den Hausbau. Täglich besuchten sie die Baustelle und kletterten in dem Gemäuer umher. Nachdem der Bau des Hauses beendet war, ging es an die Innenausstattung. Da ist der Rat und die Hilfe der Philisterfrauen in Münster und einiger Vereinsdamen für die Korporation von höchstem Werte gewesen. Was alles an Wäsche, Vorhängen, Gardinen, Porzellan usw. angeschafft werden mußte, konnten uns nur die Damen sagen. Kneipe, Herrenzimmer, Billardzimmer, Kellerkneipe, Vorstandszimmer und die Giftbude, welche von Dr. Paul' Engelmeier ausgemalt wurde, konnten mit den vorhandenen Möbeln ausgestattet werden. Die Vereinsdamen schenkten die Dieleneinrichtung, eine Anzahl begeisterter Vereinsbrüder den runden Eichentisch in der Kellerkneipe, die Truhe und eine Reihe von Bildern, so daß die Räume bald wohnlich wurden. Die Budenausstattung im Dachgeschoß übernahm der Hausverein. Der Garten und der Tennisplatz wurden erst im nächsten Frühjahr angelegt.
Die Gesamtkosten des Hauses haben nahezu 80 000 Mark betragen. Mit 3000 Mark neben dem Etagenmobiliar als Grundlage ein solches Haus zu schaffen, dazu gehörte die keine Hindernisse kennende Begeisterung, der unzerstörbare Optimismus und die völlige Hingabe der damals in Münster befindlichen Vereinsbrüder. Ohne Krisen ist es gewiß nicht abgegangen, und unser hochverdienter Hausvereinskassierer Fritz Kolck hat es sich manches Opfer kosten lassen. Heute stellt das Haus einen unbezahlbaren Wert dar. Den heutigen aktiven Markomannen erscheint es als eine selbstverständliche Annehmlichkeit. Sie mögen aber nie vergessen, daß einmal ein anderes Geschlecht mit viel Sorgen und Mühen Stein auf Stein gefügt hat und daß die Anordnung auch des letzten Winkels im Hause Gegenstand liebevoller Überlegung gewesen ist, damit auch sie stets das Haus so wert halten, wie es die Erbauer getan haben.
Am 30. September 1911 fand eine letzte dreifache Examenskneipe von Benno Biermann, Max Schencking und Heini Vennebusch auf der Etage statt, und zwei Tage darauf war der Ort, den so viele lieb gewonnen hatten, geräumt. Das neue Haus wurde am 5. November 1911 mit der Examenskneipe von Hubert Rößmann in Gebrauch genommen. Das erste große Damenfest im Hause, das schon völlig vorbereitet war und Ende November steigen sollte, fiel aber wegen Korporationstrauer aus, weil zwei A-Philister Dr. Franz Kemper und Betriebschemiker Gottfried Kuipers Ende November starben. Die Trauer währte bis Weihnachten. Dann aber kam Anfang Januar 1912 das große Einweihungs- und Stiftungsfest unter der Leitung des Ordners iur. Gerhard A. Bahr, elf Jahre nach der Gründung der Korporation. Das Fest begann mit einem glänzenden Ball, bei dem an die 50 Paare in den Festräumen tanzten. Die kirchliche Weihe nahm in sehr würdiger Weise Herr Pastor Ulrich von der Kreuzkirche vor. Konvente, Festkneipe, Frühschoppen und Festessen im Hause bildeten die weiteren Festlichkeiten, zu denen eine Anzahl von Kartellvereinen ihre Vertreter entsandt hatte. Bei diesem Feste wurden der Verfasser des Vereinsbundesliedes Dr. Heinr. Dietrich, Oberingenieur Pitter Schirpenbach und Reg.-Baumeister Moritz wegen ihrer Verdienste um den Verein zu Ehrenphilistern ernannt.
Das Zusammenleben im Hause stärkte den Geist der Freundschaft unter den Vereinsbrüdern, die sich menschlich immer näher traten. Der enge Zusammenhalt zeigte sich auch bei den Alten Herren, welche sich in den verschiedenen Städten wieder zu Markomannenphilisterkreisen zusammenschlössen und Markomannentage veranstalteten. Das Leben im Hause vollzog sich in den verschiedenen Semestern in fast gleichen Formen. Das Sommersemester brachte meist ein Gartenfest mit Feuerwerk, das Georg Bauwens veranstaltete, und einen Tenniswettkampf, das Wintersemester musikalische Abende, zwei Bälle, das Nikolaus- und das Stiftungsfest und endlich den Karneval. Unvergessen sind die Sommerfeste mit Damen in Hohenholte, das wir in Kremsern besuchten, in Hiltrup und in Wolbeck. Der unermüdliche Arbeiter, nicht in hohen Chargen, sondern in der täglichen Kleinarbeit war der selbstlose Rolf Jaspers. Kein Weg war ihm zu lang, keine Arbeit zu viel, wenn es galt, Damenfeste vorzubereiten, Keilfüchse abzuholen, Kassierer und Schriftführergeschäfte zu besorgen, als Ferienordner und auf den Konventen mit Tat und Rat dem Verein zu dienen.
In jugendlichem Übermut und heller Freude flossen die Semester dahin. Das neue Haus, Doppel- und Bullenkopp, Katerbummel, Früh- und Dämmerschoppen, kräftige Kneipen, hie und da mal eine kräftige Schnauzerei auf dem Konvente oder im K. V. M., dazwischen Damenfeste, bei denen der unentwegte Wewe (Wilhelm Winkelmann) in der Kellerkneipe am riesigen Tisch riesige Bowlen braute, für die Altdamenwache aus gewissen Gründen nur aus Schampus, das ist der Inhalt dieser verwerflichen, aber schönen Semester.
Den vaterländischen Geist hat der Verein stets bewahrt. Er nahm in seinem fünften Semester an einer Bismarckfeier in Friedrichsruh teil, in seinem sechsten Semester stellte er in iur. Paul Meer den Leiter des Kaiserkommerses, er brachte Opfer für die Flugspende, beteiligte sich an der Feier des kaiserlichen Regierungsjubiläums und stellte einen der Vertreter der münsterschen Studentenschaft zu der Huldigung für die Kaiserin in Berlin. Dann kam das Jahr 1914 und forderte die vaterländische Tat.

Im Kriege

Schon das Vereinsleben im Juli 1914 und besonders die Semesterschlußkneipe stand unter dem erhebenden Eindruck der vaterländischen Begeisterung. Als nun der Ruf des Kaisers an uns erging, einzustehen für des Reiches Herrlichkeit, da folgten dem Rufe zunächst alle Markomannen, welche Soldaten gewesen waren und zugleich mit ihnen fast alle anderen Aktiven und Inaktiven als Kriegsfreiwillige. Mancher wurde von den Zurückbleibenden zum Bahnhofe geleitet und ihm mit kräftigem Handschlag eine glückliche Wiederkehr gewünscht. Die „Mitteilungen der Markomannia" stellten sofort die Beziehung von der Heimat ins Feld her und vermittelten die Fühlungnahme unserer Krieger untereinander. Die erste Kriegsnummer erschien schon am 1. September 1914 und brachte die bis dahin bekannt gewordenen Feldanschriften, aber auch die erste Todesnachricht von Gerhard Molkenbur, der im Finnischen Meerbusen in Ausübung seiner Pflicht als Assistenzarzt auf dem Torpedoboote V. 26 am 27. August gefallen war. Einige Tage vorher hatten in Frankreich schon zwei Vereinsbrüder ihr Leben lassen müssen. Hubert Krull fiel als Leutnant im Königin-Augusta-Garde-Grenadier-regiment Nr. 4 am 21. August bei Auvelais in Belgien und Robert Steffen als Leutnant im Inf.-Reg. 131 am 26. August in einem Gefechte zwischen Lagarde und Luneville bei Xaffevillers. Der ersten Kriegsnummer der „Mitteilungen" folgte am 1. November 1914 die zweite, die neben den ersten Nachrichten von den Erlebnissen der Markomannen im Felde die Todesnachricht von August Glunz und Wilhelm Bösensell brachte. Ersterer starb als Leutnant im Inf.-Reg. 158 am 30. September an der im Fort Brimont bei Reims erlittenen Verwundung im Lazarett in Hirson und letzterer erlag als Leutnant im Inf.-Reg. 135 am 24. September im Feldlazarett in Ivoiry seinen bei Verry vor Verdun erlittenen Verletzungen. Inzwischen war auch Rolf Jaspers gefallen, der als Kriegsfreiwilliger im Inf.-Reg. 67 stand, in seinem ersten Gefechte am 23. Oktober in den Argonnen schwer verwundet wurde und am 24. Oktober im Feldlazarett zu Apremont verschied. Der letzte Tote dieses ersten Kriegsjahres war Klemens Schnier. Er stand als Kriegsfreiwilliger im Inf.-Reg. 13 und fand bei Wloclawek in Polen als erster seiner Kompagnie den Tod.
Die Feldpostbriefe und Feldpostkarten, welche dem Verein aus dem Felde zugingen und in den „Mitteilungen" abgedruckt wurden, zeugten von der hohen Begeisterung und dem Mute, der unsere Bundesbrüder im Felde beseelte. Engste Freundschaft verband alle im Felde stehenden Markomannen, und von jedem zufälligen Treffen und Zusammensein wurde nach Münster berichtet. Immer wieder zeigt sich in den Briefen die Hoffnung auf sicheren Sieg und baldige Heimkehr, und mancher freute sich schon in den Mühseligkeiten des Krieges auf ein großes Siegesfest im Markomannenhause. Stolz waren alle, wenn sie in den Mitteilungen Nachricht erhielten von persönlichen Taten und Erfolgen, von Auszeichnungen und Beförderungen, von abenteuerlichen Fahrten zu Wasser und zu Lande. Mit der Dauer des Krieges nahm auch seine Furchtbarkeit zu, und jetzt erzählten die Feldpostbriefe von dem Entsetzen der Schlachten, von der Not der betroffenen Bevölkerung und dem Grauen vor dem sicheren Tode, aber auch von dem Trotz, wenn einer bei der Parade vor dem Kaiser, die dem gewaltigen Angriffe auf Verdun voranging, mit dem Gedanken vorbeimarschierte: Morituri te salutant.
Die Briefe redeten weiter von den unendlichen geistigen und körperlichen Beschwerden des Stellungskrieges in Erdlöchern und Schützengräben, meldeten von verwundeten und gefallenen Bundesbrüdern und trauerten, wenn wieder eine Nummer der Mitteilungen die neue Liste der auf dem Felde der Ehre Gefallenen gebracht hatte. Und viele von uns sind unter den grünen Grabhügeln da draußen schlafen gegangen. Am 2. März 1915 fiel Viktor Mölders als Leutnant im Königs-Inf.-Regt. 145 bei Vauquois nordwestlich von Verdun, am 12. März Georg Kuipers als Oberleutnant und Kompagnieführer im Inf.-Regt. 15 an der Spitze seiner Kompagnie bei Neuve-Chapelle im Kampfe gegen die Engländer und am 8. Juni bei einem Sturmangriff Erich Göbel, Kriegsfreiwilliger im Inf.-Regt. 49 bei Wola-Lacka, zwischen Przmysl und Lemberg. Als letzten Gefallenen in diesem Jahre 1915 betrauern wir Berni Bauwens. Er starb als Oberjäger bei den Bückeburger Jägern am 1. November 1915 bei Siemikowce in Galizien den Heldentod.
Auch das Jahr 1916 brachte uns unersetzliche Verluste. Am 12. Juni fiel der letzte Senior vor dem Kriege, Karl Gildemeister, als Unteroffizier eines Kraftwagengeschützes in den Vogesen, seit dem 11. Juni zählte Julius Tönnes, Vizefeldwebel im Grenadierregiment 12, der in der Souville-Schlucht bei Verdun eingesetzt worden war, zu den für immer Vermißten, und am 31. Juli fand Franz Hauer, Leutnant im Landwehr-Inf.-Regt. 33, den Heldentod im Osten bei der Wiedereroberung einer von den Österreichern aufgegebenen Stellung. Ihm folgte im Tode am 3. September 1916 Werner Hömberg, Leutnant im Inf.-Regt. 164, bei Vailly an der Aisne und am 12. September Karl Hempelmann, welcher Gefreiter im Kaiserin Augusta-Garde-Grenadierregiment war, als Führer eines Handgranatentrupps in der furchtbaren Sommeschlacht. Als Oberleutnant und Kompagnieführer im bayerischen Res.-Inf.-Regt. 8 fiel am 18. September 1916 der erste Geschäftsführer der Markomannia, Hubert Schulte, auf dem Tartaka bei Kirlibaba in den Karpathen und am 14. Oktober 1916 erlag Hermann Biermann, Leutnant und Kompagnieführer im Res.-Inf.-Regt. 6, der in einer Somme-Schlacht tags vorher erlittenen schweren Verwundung.
Im Anfange des Jahres 1917, am 8. Januar, starb Anton Klauke, Leutnant im 13. bayer. Res.-Inf.-Regt., nach langem Siechtum infolge eines im Walde von Avocourt erhaltenen Rückgratschusses, am 6. Mai 1917 fiel Bernhard Schulte, Unteroffizier im Grenadier-Regt. 16, am Chemin des dames, am 2. August wurde Hubert Janssen, Unteroffizier im Feld-Art.-Regt. 94, bei Langemark schwer verwundet und erlag zwei Tage später seinen Verletzungen, am 4. Oktober erlitt Franz Sommer, Gefreiter im Inf.-Regt. 158, im Kampfe um die Trichterstellungen bei Paschendaele den Heldentod. Am 17. Dezember starb Josef Andereya, Kriegsfreiwilliger im Feld-Art.-Regt. 33, nach langem Siechtum infolge eines schweren Unfalles im Felde.
Im Jahre 1918 raubte uns der Tod am 22. März Hubert Rößmann, Vizefeldwebel im Inf.-Regt. 13, in der großen Offensive bei Villers-Faucon, am 26. April am Kemmel in Flandern den Oberarzt im Inf.-Regt. 118 Heinrich Schlüter. Am 9. August 1918 fiel im Luftkampf Job Schräder, Leutnant bei einer Feldfliegerabteilung, in der Gegend von Montdidier. Vorher, am 24. Juli, war Willi Wolf, Leutnant im 4. Garde-Feld-Art.-Regt., beim Marnerückzug bei Villeneuwe gefallen. Der letzte unserer Toten des Weltkrieges ist Max Paul Killing, Leutnant im Feld-Art.-Regt. 500, der am 22. Oktober 1918 im Feldlazarett in Metz dahingerafft wurde. Trotz Hunger und Entbehrungen, trotz Not und Mühen, haben aber die Markomannen im Felde den Kopf hochgehalten. Das besagen die Briefe, welche zeugen von dem Pflichtgefühl des einzelnen, von dem unbedingten Ausharren, von der zuversichtlichen Stimmung für den siegreichen Ausgang des Krieges, von der Verurteilung jeder Verzagtheit in der Heimat. In ganz Europa haben Markomannen im Feuer gestanden, in Belgien und in Frankreich, in Polen und in Rußland, in Ungarn, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Mazedonien und an der griechischen Grenze mit dem Ausblick auf Saloniki und den alten Olymp. Sie haben gekämpft in Kroatien, in den Alpen, in Italien, in Nord- und Ostsee, aber auch in der Türkei, in Palästina und in der Wüste Sinai, wo Kamelritte sie an den Feind brachten.
Auch der unbesiegbare Humor unserer Bundesbrüder zeigt sich in sehr vielen Briefen. Lustige Geschichten werden berichtet, wie ein Markomanne als moderner Diogenes sein Regiment in Rußland mit brennender Laterne in der Dunkelheit sucht, wie zwei im Felde zusammengeführt werden durch den Markomannenpfiff, wie zwei sich zufällig in — Nazareth treffen, wie vier durstige Kehlen in einer Nacht bei Vauquois das Markomannenlied zu den Franzosen hinüberschallen lassen, wie Markomannen auf Grund der Feldanschriften in den Mitteilungen sich zusammenfinden und anderes mehr.
Bundesbrüder auf Urlaub sprachen öfters in Münster vor und freuten sich, daß sie vor ihrer Fahrt zur Front zurück noch einige Stunden im Markomannenhause sein konnten. Aber auch die Heimgebliebenen gedachten in Treue der Freunde im Felde. Häufig wurden Liebesgaben hinausgeschickt, besonders von den Philisterfrauen und Vereinsdamen. Wie dankbar sie aufgenommen wurden, zeigen folgende Verse aus Groenlinde bei Ypern:

An die Damen einer verehrlichen Markomannia.
Wenn man so tagsaus tagein
Im Gelände ganz allein
Steht mit den Ballonkanonen
Und als echter deutscher Krieger
Schießt auf engelische Flieger,
Ei, da munden Speck und Bohnen.
Wenn dann noch mit Liebesspenden,
Gestiftet gar von zarten Händen,
Mit der eignen Schnelligkeit
Die Feldpost kommt herbeigeschneit,
Dann ist das Maß des Glückes voll.
Man weiß nicht, wie man danken soll.
Auf soviel Lieb im Überfluß
Gebührt, mein ich, nach Friedensschluß
Euch allen ein Soldatenk ....
und Gruß!
O.B.

Die Markomannen haben ihre schweren Pflichten im Felde so erfüllt, daß fast alle mit dem Eisernen Kreuze 2. Klasse, viele mit dem Eisernen Kreuze 1. Klasse und einige sogar mit dem Hohenzollernschen Hausorden ausgezeichnet worden sind. Groß ist die Zahl der nichtpreußischen Auszeichnungen, welche unsere Bundesbrüder heimgebracht haben, auch türkische sind darunter.
Der aktive Verein konnte mit wenigen Vereinsbrüdern einen gewissen Korporationsbetrieb aufrecht erhalten. Es handelte sich bei diesen Aktiven um Kriegsbeschädigte und Untaugliche. Die Geschäfte wurden in den meisten Semestern durch Geschäftsführer (G. F.) erledigt.
Das Haus konnte glücklicherweise gehalten werden. Die Zinsen der ersten Hypothek wurden von den Jahresbeiträgen, welche aus dem Felde einkamen, bezahlt, während die Zinsen für die zweite Hypothek von der späteren Inhaberin, der Mutter unseres Bundesbruders Dr. med. Karl Schilgen, gestundet und am Kriegsende in dankenswertester Weise ganz erlassen wurden. Im Laufe des Krieges fanden in Münster einige Markomannentage statt, an denen auch Bundesbrüder aus dem Felde, welche gerade auf Urlaub waren, teilnahmen. Es wurden stets die notwendigen Maßnahmen beraten zur Aufrechterhaltung des Vereins und des Hauses. Es ist uns gelungen, uns zu halten, wenngleich einige Bundesbrüder manchmal verzweifeln wollten.
Die Namen der Gefallenen, ihre Lichtbilder und kurzen Lebensabrisse werden in einem sehr würdigen Album aufbewahrt, welches das Sommersemester 1920 den Toten gewidmet hat. Eine Ehrentafel auf der Kneipe hält die Erinnerung an die Namen unserer Helden in uns wach.

Nach dem Kriege

Die Ereignisse des Novembers 1918 wirkten auch auf das Haus zurück. Die zurückflutenden Truppen mußten Unterkunft in Münster erhalten, besonders die Schulen wurden mit Soldaten belegt. Wir stellten das Haus für Schulzwecke der Stadt zur Verfügung und erhielten eine Anzahl Klassen des kath. Lyzeums in unsere Räume gelegt. Die besten Möbel stellten wir auf eine Bude im Dachgeschoß, und hier fanden die ersten Zusammenkünfte im neuen Wintersemester 1918/19 statt. Mit dem wiederkehrenden Heere kamen viele Vereinsbrüder nach Münster zurück. Die Universität erhielt ungeheuren Zuwachs, und immer mehr Studenten klopften an unsere Pforte und baten um Aufnahme in den Verein. Um einen geregelten Betrieb wieder aufnehmen zu können, veranlaßten wir das Lyzeum zur Freigabe unserer Räume, und nun stieg die Zahl der Aktiven und Inaktiven schnell auf die ungeheure Zahl 63. Das Einleben der vielen neuen Vereinsbrüder in die alte Tradition und den alten Geist des Vereins vollzog sich unter Beihülfe der alten Markomannen völlig reibungslos, so daß der Verein das geblieben ist, was er immer war. Eine dringende Sehnsucht lebte besonders in den alten Markomannen, nach vier- bis fünfjähriger Trennung ein Wiedersehen zu feiern. Der aktive Verein in Verbindung mit dem Philisterverein und dem Hausverein lud deshalb zu einem Markomannentage am 4., 5. und 6. April 1919 ein. Diese Tage verliefen in würdiger und glänzender Form unter der Leitung des Ordners phil. Ludwig Spangenberger. A. H. Assessor Franz van de Kamp, selbst schwer kriegsbeschädigt, hielt die erste tiefergreifende Trauerrede auf unsere Gefallenen, deren im Trauergottesdienste auch Dr. August Dirking in packender Weise gedacht hatte. Auf dem Philisterkonvent traten die Alten Herren den Ansichten der Aktivitas bei, daß das Korporationswesen trotz aller Herabsetzung zeitgemäß sei, daß das Vereinsleben sich den Forderungen der Gegenwart anpassen müsse durch Einführung des Studenten in die Politik, wobei aber jede Festlegung des Vereins auf eine Parteipolitik abzuweisen sei. Diese Ansichten ließ der Verein auf der im Sommersemester 1919 in Münster stattfindenden V. V. durch den Ordner vertreten, worauf ein unerhörter Angriff eines Kartellphilisters auf die Korporation erfolgte. In einer Erklärung in den A. M. wiesen Philister und Aktive die Anwürfe zurück. Die Beschlüsse der V. V., daß drei Vereinsbrüder das Recht erhalten, Füchse für ihren Verein aufzunehmen, wurden von Philisterium und Aktivitas abgelehnt, weil sich das bisherige Verfahren für die Aufnahme von Füchsen durchaus bewährt hat.
Als im Juni 1919 die Bedingungen des Schandfriedens von Versailles angenommen werden sollten, bäumte sich alles in Deutschland dagegen auf. Die Franzosen drohten Westdeutschland weiter zu besetzen, und auch Münster sah solchem Unheil entgegen. Die Aktivitas beschloß daraufhin am 2. Juni 1919, die Korporation nach Rostock zu verlegen, wenn die Feinde einrücken sollten. Die Annahme der Friedensbedingungen ließ es nicht dazu kommen. Der tiefen Trauer um das Unglück des Vaterlandes durch diesen Frieden gab die Aktivitas durch völliges Einziehen des farbigen Wimpels vor dem Hause für eine Woche sichtbaren Ausdruck. An die Aktivitas traten jetzt Pflichten heran, wie sie nie uns gestellt worden waren. Neben ihrem eifrigen Schaffen für das durch den Krieg hinausgeschobene Examen hatten die Vereinsbrüder einzustehen für die öffentliche Ordnung in Münster und im Innern Deutschlands mit den Waffen in der Hand. So schützten sie in der Akademischen Volkswehr die Wahlen zur Nationalversammlung, und so zogen sie im März 1920 in einer geschlossenen Gruppe zu Felde gegen die Spartakisten, welche im Anmarsch auf Münster waren. Der Schlußkonvent dieses Wintersemesters fand, da fast die ganze Aktivitas seit dem 17. März unter Waffen stand, am 25. März 1920 im Soldatenheim des Lagers Rennbahn statt. Markomannia war besonders stark in der Akademischen Wehr unter Führung von Wilhelm Huntgeburth vertreten und hat eine lobende Anerkennung S. Exz. des Generals Frhr. v. Watter gefunden für die tadellose Haltung und hervorragende Verwendbarkeit. Der Zug der Akademischen Wehr ging zuerst nach Haus Romberg bei Ascheberg, weiter nach Nord- und Südkirchen, dann nach Selm, Bork und Lünen, endlich nach Brechten, Mengede, Wiemelhausen bei Bochum und nach Dortmund. Oberall trat nach dem Zugreifen der Truppen Ruhe und Ordnung wieder ein. Noch gärte es aber unter der Oberfläche auch in Münster, und im Juni und Juli mußten wir unser Haus durch eine Nachtwache der Aktiven gegen Kommunisten, die ein Standquartier in einer Kneipe an der Langenstraße hatten und durch unseren Garten eindringen konnten, schützen.
Das Haus zeigte in diesen Nachkriegssemestern, wie sehr es dem Zusammenschlüsse der Vereinsbrüder diente. An den langen Winterabenden saßen manche am Herdfeuer in der Kellerkneipe, wo in „fruchtbaren" Stunden bei Wein und Lautenklang Freundschaften fürs Leben entstanden. Aber die Kriegsteilnehmer vergaßen nicht, ihren Körper zu stählen durch eifrigen Sport, durch Laufen, Schwimmen, Rudern und Turnen. Dem Stadtverband für Leibesübungen trat die Korporation im Januar 1920 bei. Von damals her ist der Sport im Verein stets auf der Höhe geblieben, und eifriger Sportbetrieb und Teilnahme an Wettkämpfen waren den Aktiven verbindlich gemacht.
Der Drang der Kriegsteilnehmer, sich selbst an der Universität mehr als früher zur Geltung zu bringen, ließ gleich nach dem Kriege den Allgemeinen Studenten-Ausschuß (AStA) entstehen, und die Sorge um das Heil des deutschen Volkes schloß die münsterschen Korporationen zunächst in einem „Ring deutscher Korporationen" und später im „Hochschulring deutscher Art" (H. D. A.) zusammen. Die Aktivitas vertrat stets den Standpunkt, dem deutschen Volke müsse von den Akademikern das Vorbild der Einheit gegeben werden und setzte sich deshalb gerade stark für den H. D. A. in Münster ein, der am 24. Februar 1921 im Markomannenhause gegründet wurde. Aus diesem Gedankengange heraus wurden Bestrebungen zu konfessionellen und internationalen Zusammenschlüssen als zur Zeit untunlich empfunden. Die Sorge um das Wohl und Wehe des deutschen Vaterlandes und der Glaube an den Wert eines dauernden Bekenntnisses ließ die Aktivitas auf der V. V. in München dafür eintreten, als neues, viertes Prinzip des Kartellverbandes das Prinzip „Vaterland" einzuführen, das schon im Wintersemester 1911/12 die Aktiven auf dem Konvente beschlossen hatten, ohne es aber durchsetzen zu können. Wiederum zeigte der Verein in diesen Semestern, daß er nicht mit Worten allein zur Heimat stand, sondern auch durch Taten. Als der Selbstschutz in Oberschlesien Leute anforderte zur Verteidigung gegen die Polen, da folgten wieder drei Markomannen diesem Rufe und setzten ihr Leben an das Werk der Befreiung. Auch der technischen Nothilfe stand der Verein zur Verfügung.
Am Verbandsleben nahmen wir regen Anteil durch Vorlage eines Organisationsentwurfs für die Verbandsphilister. Der münstersche Markomannenphilisterkreis beteiligte sich unter dem Vorsitze von Dr. Wilh. Drolshagen eifrig an den Beratungen. Wir stellten den Bestrebungen, die Philisterzirkel zu Trägern der Organisation der Kartellphilister zu machen, die selbständigen Philistervereine gegenüber. Nach anfänglichen Mißerfolgen haben wir ein teilweises Eingehen auf unsere Vorschläge auf der V. V. in Königsberg wieder erreicht.
Geistige Anregung war in diesen Semestern reichlich vorhanden. Philister und Aktive wetteiferten in Vorträgen über ihre Interessen- und Berufsgebiete. So sprachen: Dr. ten Hompel über die politische Lage, Kesseler über Flugtechnik, Dr. Schründer über die sexuelle Frage, Dr. Schmittdiel über Sport, Dr. Engelmeier über Handwerkerbewegung, Wernery über Beethoven, Simons über Hebbel, Waltrup über Sozialismus, Rosdücher über Wagner, Dr. Gerh. Jacobi über Münchhausen, über Bismarck, Dr. Job Jacobi über Ethik und Sexualität. Die Musik fand wieder ihre Pflege und gipfelte in einer Beethovenfeier, die Hans Wernery den Markomannen und den Vereinsdamen veranstaltete.
Freude und Frohsinn blieb allen erhalten wie in früheren Semestern, sei es in der Heitmannsbar, wie die Faxenküche, in der die feuchtfröhlichen Sitzungen bei der Koksknappheit stattfanden, genannt wurde, sei es auf Kneipen, die jetzt wieder mit Friedensbier begangen werden konnten. Es geschah dabei mehrfach, daß die Polizei wegen nachbarlicher Beschwerden mit rauher Faust eingriff und die Polizeistunde für das Haus um 9 Uhr abends festsetzte. Da veranstalteten die ganz Unverbesserlichen eine Morgenkneipe um 8 1/2 Uhr morgens. Der Zusammenhang zwischen Professoren- und Studentenschaft in Münster zeigte sich darin, daß der Rektor Magnifikus alle Korporationen auf einer Kneipe besuchte. Dieser Brauch ist beibehalten worden. Prof. Dr. Rosemann war der erste Rektor, der uns auf einer Schlußkneipe im Hause mit seiner Gegenwart beehrte. Von großem Glänze war auch unser 20. Stiftungsfest im Anfang August 1921. Über 70 Philister und über 30 auswärtige Inaktive waren erschienen, um alte Freundschaften zu erneuern und neue zu schließen. Dr. August Dirking hielt eine sehr zeitgemäße Predigt in der Servatiikirche und Erster Alter Herr Uppenkamp eine ebenso zeitgemäße Festrede auf der Kneipe. Beide Ansprachen wurden wegen ihrer Bedeutung ganz in den Mitteilungen abgedruckt.
Die Sonntagnachmittage, an denen ein Kaffee mit Damen auf dem Hause stattfand, genossen ungemeine Beliebtheit. Spiel und Tanz, Musik und angeregte Unterhaltung ließen die Stunden im Fluge vorüberrauschen. Auch diesen Veranstaltungen mit Damen war es, wie so oft auch in den früheren und frühesten Semestern, beschieden, daß mehrfach zwei junge Menschen sich fürs Leben fanden. Davon zeugen die „Persönlichen Nachrichten" in den „Mitteilungen".
Aus diesem geistig so angeregten und so frohen Leben riß uns der unerbittliche Tod einen unserer Besten, Reiner Rensing. Nach kurzem Krankenlager schied er von uns, und an einem herrlichen Frühlingsmorgen haben wir ihn unter Teilnahme aller münsterschen Korporationen auf dem Mauritzfriedhof zur letzten Ruhe bestattet.
Einen treuen, stets bereiten Helfer hatte der Verein in diesen Semestern in Wilhelm Huntgeburth gefunden, der überall einsprang, wo Arbeit zu leisten war, sei es als Schriftführer und Kassierer, sei es als Schatzmeister des Hausvereins oder Mitglied des Wirtschaftsausschusses. Er sorgte in erster Linie für die Anschaffung des Gedenkalbums und den Neuanstrich des Hauses. Noch mancher könnte gedacht werden, die ihre Arbeitskraft dem Wohle des Vereins widmeten. Die Ordner hatten als Kriegsteilnehmer vielfach eine gereifte Lebensanschauung, und ihre Reden und Ansprachen erhielten dadurch ihren besonderen Wert, weil sie nicht in ausgefahrenen Geleisen blieben, sondern eigene neue Gedanken vortrugen. Auch die Fuchsmajore suchten der neuen Zeit Eingang in der Fuchsenerziehung zu verschaffen, und nach kleinen Anfängen wurde eine immer sicherere Linie gefunden. — Am inneren Vereinsleben auf den Konventen nahmen die münsterischen Philister, an ihrer Spitze der Vorsitzende des Philistervereins Dr. Drolshagen und der Vorsitzende des Hausvereins, Landesrat Salzmann, regen Anteil, so daß die Philister sich nicht nur als Dekorationsstücke auf den Kneipen zeigten, sondern dem aktiven Verein in allen wichtigen Fragen mit Rat und Tat zur Seite standen.

Schwere Zeit


Sahen die drei ersten Nachkriegsjahre in den Reihen der Korporationen fast ausschließlich ehemalige Soldaten, die nach hartem Frontdienst ihre durch den Krieg unterbrochenen oder hinausgeschobenen Studienaufnahmen so setzte nunmehr, im Jahre 1922, allmählich ein Wandel ein. Die Kriegteilnehmer, die Träger der Korporationsgeschichte in den ersten Nachkriegssemestern, schlossen ihre Studien ab und gingen nach und nach ins Philistertum ein. An ihre Stelle trat ein jüngeres Geschlecht, das die gewaltigen Geschehnisse, Krieg und Revolution, noch in den Pennälerjahren miterlebt hatte. Die jetzt folgenden Semester waren ähnlich bewegte, wie die Kriegs- und Revolutionszeit sie gebracht hatte. Die Geldentwertung mit ihren das ganze Volk erschütternden Folgen, das Werksstudententum, das an den jungen Kommilitonen ganz ungewöhnliche Anforderungen stellte, der Ruhrabwehrkamp mit seinen ergreifenden Bildern, den Münster in nächster Nähe miterlebte, das alles waren Ereignisse, die von außen her die Entwicklung der Korporationen nachdrücklich beeinflußten.
Hinzu kam im Innern die notwendige Einstellung auf die Gedanken der neuen Zeit: hochschulpolitische Fragen sowie die Forderungen des Sports der Jugendbewegung traten an den Verein heran und drängten auf eine Auseinandersetzung mit den alten überlieferten Korporationsformen. Mitten durch diese unruhevolle Zeit geht der weitere Weg der Markomannia.

Das Sommersemester 1922 brachte den Übergang von den ersten Nachkriegsjahren zu der weiteren Entwicklungszeit der Korporation; es vereinigte eine Reihe alter Kriegsteilnehmer mit einer stattlichen Zahl junger, neu aufgenommener Markomannen zu einer fröhlichen Aktivitas. Die Kreuzschanze, der Bullenkopp, das Braustübel und vor allem unser Haus sind Zeugen manchen sorgenfreien Abends gewesen, an dem die alten und die jungen Markomannen bei frohem Umtrunk das sie gemeinsam umschlingende Band festigten. Den Höhepunkt des Sommersemesters 1922 bildete das 21. Stiftungsfest, das zu Anfang August gefeiert wurde. Vorher war in den "Mitteilungen“ recht eindringlich eingeladen worden, der jungerblühten Markomannia zu ihrem Volljährigkeitstage durch zahlreichen Besuch alle Ehre anzutun. So fand sich denn eine große Schar von weit über 100 Markomannen aus allen Teilen des Reichs zusammen, um diese Gedenktag zu feiern. Die starkbesuchte Festkneipe zeigte der ganzen Korporation zum ersten Male die Chargierten in Frack und Schärpe mit den neuen Cerevisen, in denen seit jenem Semester stets chargiert wurde.

Kaum waren die Stiftungsfesttage von 1922 verrauscht, da zeigte sich die rauhe Wirklichkeit düsterer denn je. Der Währungsverfall hatte inzwischen große Fortschritte gemacht, und mancher deutsche Kommilitone sah unter den völlig veränderten Verhältnissen die Mittel zu seinem Studium in Frage gestellt. Die meisten griffen in rasch entschlossener Selbsthilfe zur praktischen Arbeit, um sich durch eigene Kraft die Mittel zur Fortführung ihrer Studien zu erwerben. So stand in jenem Herbste 1922 und später in den Ferien des Jahres 1923 auch mancher Markomanne im Arbeitskleide auf Kokereien, im Bergwerk, in der Fabrik oder in der Rotte auf dem Bahndamm, wo er nur gerade Arbeit finden konnte. Den inneren Wert dieser Zeit des Schaffens wußten alle recht zu würdigen. Die ungewohnte Arbeit bot zur Selbstüberwindung reichlich Anlaß, sie gab weiter willkommene Gelegenheit zu unmittelbarem kameradschaftlichen Verkehr und Gedankenaustausch mit den Arbeitsgenossen aus dem Volke. Unvergeßlich wird jedem Werksstudenten das stolze Gefühl bleiben, mit dem er schließlich das „viele“ selbstverdiente Geld von der Arbeitsstädte heimtrug, um es – ein Zeichen jener Zeit – sofort in Sachwerte umzusetzen.

Es solches eindrucksvolles Ferienerlebnis hatten fast alle Markomannen hinter sich, die sich zum Wintersemester 1922/23 zusammenfanden. Das Korporationsleben mußte fortan in einem ganz bescheidenem Rahmen verlaufen. Die fortschreitende Geldentwertung und die sich von Tag zu Tag verschlechternde Wirtschaftslage machten eine Einschränkung aller größeren Festlichkeiten nötig. Die Aktivitas wußte sich jedoch den veränderten Verhältnissen anzupassen. Mehr nach als je zuvor wurde das Haus in den nun folgenden schlimmen Jahren Mittelpunkt und Zufluchtsort der Korporation. Bier,- Spiel- und Vortragsabende führten hier die Aktiven zusammen und ließen sie den düsteren Zeiten zum Trutz manche frohen Stunden verleben. Reiche geistige Anregung brachten in jenem Winter die Faustabende, die durch den Vortrag von Dr. Gerh. Jacobi das ganze gewaltige Werk unter den Aktiven lebendig werden ließen.

Um die Mitte des Wintersemesters 1922/23 brach erneut großes Elend über unser Vaterland herein. Zu Anfang Januar 1923 rückten die Franzosen in das Ruhrgebiet ein und besetzten damit einen großen Teil von Westfalen. In wenigen Tagen stand der Feind bis zur Lippe, und man rechnete allgemein mit seinem weiteren Vordringen bis nach Münster. Als da die Militärverwaltung plötzlich 1200 Nothelfer aufrief, die die militärischen Läger ausräumen sollten, stellte sich die ganze Aktivitas zur Verfügung. So vergingen mehrere Tage in fieberhafter Tätigkeit, an denen die Vereinsbrüder zusammen mit anderen Kommilitonen die Lagerbestände des Artilleriedepots und des Proviantamtes in Eisenbahnwagen verluden und diese dann zu Zügen zusammenstellten, die sogleich weiter ins Landesinnere befördert wurden. Andere Vereinsbrüder ließen sich bei der Kraftfahrerabteilung einstellen, um dort Hilfe zu leisten.

Mitten in diese Tage vereinten Schaffens fiel die Wiederkehr des Reichsgründungstages, der 18. Januar 1923. Schon seit mehreren Jahren bestand der Brauch, daß sich an diesem Tage die Korporationen zu einer großen Festkneipe vereinigten. In diesem Jahre versammelten sich die akademischen Korporationen mit den vaterländischen Verbänden zu einer würdig-ernsten Reichgründungskneipe im großen Saale des Schützenhofs. Wohl nie zuvor hatte eine derartige Feier eine solche einmütige Entschlossenheit, eine so opferfreudige Hingabe an die gemeinsame vaterländische Sache gefunden wie in jenem Jahre 1923, als alles unter dem frischen Eindruck eines erneuten Rechtsbruches stand, mit dem unsere Feinde das Ruhrgebiet besetzt hatten, als schon die ersten Schreie, als schon die ersten Schreie von Gewalttätigkeit von dort herüberschollen, als Münster täglich dem gleichen Schicksal entgegensah. Wenn auch unsere Stadt schließlich vor dem Ärgsten bewahrt blieb, so empfand sie doch die Leiden der Ruhrbevölkerung mit wie kaum eine andere deutsche Stadt. Täglich fluteten Scharen von Ausgewiesenen herein, die in Münster Schutz und Hilfe suchten.
Das Korporationsleben verlief in diesen schlimmen Wochen ganz ruhig; alles Geräuschvolle wurde in richtiger Erkenntnis des Ernstes der Zeit vermieden, insbesondere wurden alle Damenfeste abgesagt.
Unter den ankommenden Ausgewiesenen befand sich eines Tages auch die Aktivitas der Kartellkorporation Karolingia-Aachen; sie war von den Belgiern festgenommen und nach kurzer Haft ausgewiesen worden. Markomannia fand sich mit den übrigen Korporationen des K.V.M. zusammen, um die ausgewiesenen Brüder mit einer Begrüßungskneipe in Münster willkommen zu heißen.

In jenen Monaten traf mehrfach bei der Korporation die Kunde ein, daß Markomannenphilister im besetzten Gebiete wegen ihres Einstehens für die vaterländische Sache von den Feinden festgenommen und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden waren. Der Verein brachte ihnen in Briefen sein Mitgefühl mit ihrem Unglück zum Ausdruck; von jeder Kneipe gingen damals Grüße treuen Gedenkens hinüber zu den gefangenen Brüdern. – Zu dieser Zeit war es auch, als bei verschiedenen Gelegenheiten Aktive selbst in den Ruhrkampf eingriffen und unter Einsetzung ihres eigenen Lebens für die deutsche Sache wirkten.

Die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse wurden inzwischen immer ungünstiger. Die Geldentwertung machte stets weitere Fortschritte und legte dem Korporationsleben einen immer stärker werdenden Zwang auf. Alle Ausgaben mußten bis aufs äußerste eingeschränkt werden. So kam es, daß auch die Mittel fehlten, als im Sommersemester 1923 der Tennisplatz durch Aufschütten einer neuen Decke wieder spielfähig gemacht werden sollte. Da nahmen die Aktiven die Erneuerungsarbeiten selbst in die Hand. Ein Teil fuhr mit Pferd und Wagen vor die Stadt, um aus der Fabrik Asche zu holen und von den Landstraßen der Umgebung Münsters Schlick aufzuladen. Wenn sie dann mit ihrer Fracht sich dem Markomannenhause näherten, wurden sie schon von den übrigen Vereinsbrüdern erwartet, die mit Schiebkarren und Eimern bereitstanden, um die Wagen abzuladen und die Aschen- und Schlickmassen durch den Keller in den Garten und auf den Tennislatz zu schaffen. Zwar gelang es mangels einer geeigneten fachmännischen Leitung trotz allen Fleißes nur, den Platz für einen Sommer notdürftig spielfertig zu machen. Dennoch werden allen, die daran beteiligt waren, diese Wochen gemeinsamen Schaffens in froher Erinnerung bleiben, zumal im übrigen die politischen Ereignisse des Sommers 1923 manchen düsteren Schatten warfen.

Damals machte auch die ordnungsgemäße Instandhaltung des Hauses wiederholt große Schwierigkeiten. Der Hausverein hatte in der Geldentwertungszeit eine kräftige Stütze an den Markomannen im Auslande, die ihre Beiträge und freiwillige Stiftungen in hochwertigem, fremden Geld zahlten. Einen besonders opferfreudigen Helfer hatte der Hausverein damals an Georg Bauwens, der häufig größere Dollerbeträge aus Amerika sandte.

Das Wintersemester 1923/24 brachte die schlimmsten Monate der Geldentwertungszeit, als der Doller bis in die Milliarden und Billionen stieg. Jetzt konnten die Mittel für die Heizung des Hauses nicht mehr aufgebracht werden. Die Aktivitas mußte sich nunmehr auf die Kellerkneipe beschränken, die mit einem kleinen Gasofen notdürftig geheizt wurde. Hier fanden in diesem Semester die Konvente und die geselligen Veranstaltungen der Korporation statt, hier versammelte auch Dr. Dirking die Aktiven zu einem Vortragskreise um sich, als er im Anschluß an die „Bekenntnisse“ ein religiös-kulturgeschichtliches Bild von Augustinus und seiner Zeit gab.

Das Unterlassen des Heizens in diesem Winter sollte der Korporation teuer zu stehen kommen. Im Januar 1924 platzten bei plötzlich eintretendem Frost im ganzen Hause die Heizkörper, wodurch ein großer Schaden angerichtet wurde. Ein rasch berufener a.o. Hausvereinskonvent beschloß die sofortige Erneuerung der Heizungsanlagen; hierzu war ein Darlehen von 1500 Goldmark notwendig, das damals – gerade nach der Befestigung der Mark – gegen sehr hohe Zinsen bei der Kreissparkasse in Münster aufgenommen werden mußte.

Neues Leben


In diese Zeit fiel auch noch ein wichtiges Ereignis, der Bau des Markomannenbootshauses. Um die Möglichkeit eines solchen Unternehmens in der an Überraschungen reichen Geldentwertungszeit zu prüfen, hatten sich schon im Frühjahr 1923 vier Vereinsbrüder, nämlich Naendrup, Waltrup, Fritz Holtermann und Paul Simons aus eigenem Entschluß zu einem Ausschuß zusammengefunden. Am 11. Juni 1923 legten sie ihren Plan dem Konvente vor. Durch Vermittlung von münsterischen Alten Herren war es gelungen, bei der Städtischen Sparkasse für die Korporation ein Darlehn von 10 Millionen Mark aufzunehmen, womit die Durchführung des Unternehmens gesichert erschien. Der Konvent beschloß daher an jenem Tage endgültig den Bau eines Bootshauses und übertrug die weitere Leitung dem genannten Ausschuß. Dieser wählte ein Grundstück in Handorf, am rechten Ufer der Werse in der Nähe des Kaffeehauses Vennemann.

Unter den Bemühungen des Bootshausausschußes wuchs der Bau schnell empor, so daß er bereits gegen Ende des Semesters fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Der Wert des aufgenommenen Darlehens war inzwischen durch die Geldentwertung völlig dahin geschwunden, so daß die Zahlungsfrage in überraschend einfacher Weise gelöst war. Bald gelang auch die Anschaffung mehrere Paddelboote, von denen eins dem Verein, die übrigen den einzelnen Vereinsbrüdern persönlich gehören. So wurde das Bootshaus fortan in den Sommersemestern zum Mittelpunkt für den Wassersport in der Korporation. Wegen seiner ruhigen, schattigen Lage bildete es stets ein beliebtes Ziel für Ausflüge, und mancher hat dort an herrlichen Sommertagen frohe Stunden der Erholung genossen.

Die Sportbewegung in der Korporation wurde im Sommersemester 1923 kräftig durch die Mitwirkung des A.H. Schmittdiehl gefördert. Durch Wort und Tat gab er den Aktiven auf den verschiedenen Gebieten des Sportes ein vortreffliches Beispiel. Die Mitglieder seiner Sportgemeinde, die er um sich scharte, waren bald bei den Hochschulwettkämpfen erfolgreich vertreten. Im Sommersemester 1924 wurden sogar zwei Aktive zu den Olympiaspielen nach Marburg und zum [sic?]Kurses[sic?] für Leibensübungen nach Berlin geschickt. Die Teilnahme an den akademischen Wettkämpfen bei der münsterschen Universität wurde fortan zur Regel, wobei in den nachfolgenden Semestern der Korporation wie einzelnen Vereinsbrüdern mancher schöne Preis beschieden war.

Der Verein bewahrte auch in diesen Semestern seine Anteilnahme an der Hochschulpolitik. Er hatte fast immer Vertretersitze im AStA, und mehrfach wurden Markomannen in den Vorstand der Studentenschaft gewählt. Eine besonders rege Tätigkeit entfalteten hier Karl Theodor Drießen und Harry Terrahe.
Dem Hochschulring deutscher Art hat die Korporation seit seiner Gründung ununterbrochen mit lebhafter Anteilnahme an seiner Entwicklung angehört. Sie blieb auch dann noch Mitglied, als nach unliebsamen Zwischenfällen, sie sich in der politisch hochbewegten Zeit des Jahres 1923 in anderen Universitätsstädten abgespielt hatten, eine Anzahl katholischer Korporationen aus dem H.D.A. ausschied. Markomannia ließ sich dabei von dem Gedanken leiten, daß die katholischen Korporationen sicht nicht ausschließen durften, wenn die Gesamtheit der akademischen Verbände – dem ganzen Volk ein Vorbild zur Einigkeit – in vaterländischen Angelegenheiten zusammen arbeiten wollten. Markomannia vertrat unter Wahrung ihres durch ihre Grundsätze bedingten Standpunktes stets die Ansicht, daß den religiösen Gegensätzen am ersten ein befriedigender Ausgleich, eine gegenseitige Achtung vor dem verschiedenen Bekenntnisse gesichert sein werde, wenn niemand zurückstehe und sich von der gemeinsamen vaterländischen Arbeit ausschließe. So hatte unsere Korporation in den letzten Semestern häufig Gelegenheit, in der Ortsgruppe Münster des H.D.A. an maßgebender Stelle mitzuwirken; gewöhnlich lag ein Sitz im Vorstande bei der Korporation, dem wiederholt Naendrup und die bereits bei der allgemeinen Hochschularbeit genannten Bundesbrüder Drießen und Terrahe angehörten. Im Sommersemester 1925 stellte die Korporation den ersten Vorsitzenden in der Person unseres Bundesbruders Frh. V. Gagern, des zeitigen Vorortspräsidenten des Kartellverbandes.

Die gesellschaftlichen Veranstaltungen des Vereins traten wieder mehr in den Vordergrund, nachdem die Geldentwertungszeit vorüber war und mit dem Beginn des Jahres 1924 die feste Währung wieder eingeführt wurde. Um den Zusammenhang unter den Vereinsbrüdern zu stärken, wurde es vom Januar 1924 üblich, daß die Korporation ein- oder zweimal in der Woche sich zu einem offiziellem Mittagessen versammelte, das auch die Münsteraner zur Teilnahme verpflichtete. Das Essen fand zunächst in der „Ratsschenke“ und später gewöhnlich in den Räumen des Civilklubs statt. Auch die Tanzfestlichkeiten in der Korporation entwickelten sich allmählich wieder in der früher gewohnten Weise.
An ihnen nahmen neben der Aktivitas auch die Alten Herren und die Inaktiven regen Anteil. Von besonderer Bedeutung wurden für den Sommer das Stiftungsfest, das alljährlich am Schluß des Semesters gefeiert wurde, und für den Winter das Nikolausfest und der Fastnachtsball. In den Wintersemestern wurde ferner eine Markomannentanzstunde auf dem Hause abgehalten, die in erster Linie für die Füchse bestimmt war, an der jedoch häufig auch Burschen[,] Inaktive und jüngere Philister teilnahmen. Neben diesen Veranstaltungen, die im eigenen Korporationshause stattfanden, nahm die Aktivitas auch an den Festlichkeiten führender geselliger Vereine in der Stadt regen Anteil; sie besuchte vor allem die Feste des Civilklubs und des Löwenklubs. Die besondere Pflege der derartigen Veranstaltungen in der Korporation geschah nicht lediglich um ihrer selbst willen; sie wurde vor allem deshalb üblich, weil man in ihr ein wirksames Mittel zur Förderung der gesellschaftlichen Entwicklung der jungen Aktiven sah.

Nachdem die V.V. in Hannover 1924 den einzelnen Korporationen die Bezeichnung „Bundesbruder“ statt „Vereinsbruder“ empfohlen hatte, wurde das Wort „Bundesbruder“ auch im Verkehr der Markomannen untereinander üblich. Die Korporation behielt jedoch aus Gründen der Überlieferung die Bezeichnung „Verein“ für sich bei, entgegen anderweitigen Bestrebungen, an ihrer Stelle das Wort „Verbindung“ zu setzen.

Die Korporation hatte sich schon in den Jahren 1922 und 1923, angeregt durch die Vorträg von Dr. Gerh. Jacobi und Dr. Aug. Dirking, mit den Zielen der Jugendbewegung befaßt. Gemeinsame Aussprachen hatten im Anschluß daran die Aktivitas mit der münsterischen Altherrenschaft vereinigt, um die Frage zu klären, inwieweit eine Umgestaltung der Korporation nach den Grundsätzen der Jugendbewegung unbeschadet der überlieferten Korporationsformen möglich sei. Nach und nach begannen die Gedanken der Jugendbewegung sich im Vereinsleben, soweit dieses dafür geeignet erschien, auszuwirken. Man schränkte die Zahl der Kneipen ein, begnügte sich mit etwa dreien im ganzen Semester und bemühte sich, nun diese um so sorgfältiger zu wirklichen Festkneipen auszugestalten. Bei der Auswahl der Kneipgesänge wurden im Gegensatz zu einigen haltlosen Liedern vaterländische Gesänge, Natur-, Heimat- und Wanderlieder bevorzugt; einer besonderer Beliebtheit erfreuten sich dabei die alten Landknechtslieder. Die allgemeinen Gesänge wechselten mit musikalischen Vorträgen einzelner Bundesbrüder, vor allem mit Liedern zur Laute.

In freudigem Eingehen auf die Gedanken der Jugendbewegung, machte sich bald auch eine frischen Wanderlust in der Korporation bemerkbar. A.H. Landesrat Salzmann unternahm als erster eine Fahrt an die Weser mit mehreren Burschen und Füchsen. Einzelne Bundesbrüder hatten auch schon für sich Fahrten unternommen, jetzt wurde aber nach und nach auch der Verein als solcher von dieser Bewegung mitergriffen. Das S.S. 1925 sah den gesamten Fuchsenstall, unter Führung seines Fuchsmajors Paul Voßkühler, öfter auf mehrtägigen Wanderungen, die sich ganz in der frischen, anspruchslosen Form der Jugendbewegung hielten. Erfüllt von den eindrucksvollen Bildern westfälischer Gebirgs- und Heidelandschaften, von dem ehrwürdigem Anblick alter Städte, erfrischt und gestärkt von durch die gefundene Bewegung draußen in der Natur und unter einander kameradschaftlich geeint durch frohe gemeinsame Fahrtenerlebnisse, so kehrten stets die Teilnehmer einer solchen Wanderung nach Münster zurück. Hier blieb ihnen der frische, frohe Geist der Fahrt erhalten; er zeigte sich besonders in der Stellung des Fuchsmajors zu den Füchsen, wo der förmliche Amtston mit seinem äußerlichen Drill einem mehr persönlich-kameradschaftlichen Verhältnis gewichen war.

Unseren Grundsätzen entsprechend folgten wir dem immer geübten Brauch und nahmen stets vollzählig teil. Im Heiligen Jahre entsandten wir iur. Hermann Lucas zur Teilnahme an der Romfahrt des Verbandes.

So führte der Weg der Markomannia bis zur 25. Wiederkehr ihres Gründungstages am 14. Februar 1926. Da dieser Tag gerade auf den Fastnachtssonntag fiel, der sich zu einer würdigen Gedenkfeier wenig eignet, wurde die feierliche silberne Wiegenfestkneipe auf den 27. Februar angesetzt. Groß war die Zahl der Markomannen, die von allen Seiten zu diesem Gedenktage zusammengeströmt waren, viele Alte Herren und auswärtige Inaktive sah man in den alten Räumen versammelt. Unter den zahlreichen Festgästen durften wir S. Magnifizenz den Rektor der Universität, Professor Dr. Hoffmann und ihren Kurator, den Präsidenten des Provinzialschulkollegiums, Dr. Peters begrüßen. Groß war die Begeisterung, als aus so vielen Kehlen vereint kräftig und zukunftsfroh das Markomannenlied erscholl, herzlich die Anteilnahme aller, als der zeitige Ordner, Referendar Hermann Lucas, den toten Markomannen, vor allem den gefallenen Bundesbrüdern, ein stilles Gedenken widmete. Lied und Rede wechselten in bunter Reihe, immer höher stieg die Begeisterung, lange hielt die Wiedersehensfreude, unter der kundigen Leitung des A.H. Landesrat Salzmann, die Festgenossen zusammen und spät war es , als die letzten Feiernden das Haus verließen. Das war der Auftakt für das große 25. Stiftungsfest, das in den ersten drei Tagen der Pfingstwoche 1926 steigen soll.

25 Jahre hat unsere Korporation bisher durchmessen. Wenn wir Halt machen und die Zeit an uns vorüberziehen lassen, so sehen wir, daß die Richtung, welche die Gründer dem Verein gegeben haben, stets eingehalten worden ist. Der alte Geist lebt in den jungen wie in den alten Markomannen. Unsere Vereinsgeschichte ist nicht alltäglich, sondern zeugt von zielbewußtem und kraftvollem Handeln der Vereinsmitglieder im Sinne unseres Wahlspruchs:

Viriliter age!