Nennt man mir drei Wunderdinge

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Mein Würzburg

KV-Liederbuch Seite 163

Nennt man mir drei Wunderdinge.png


1. Nennt man mir drei Wunderdinge,
Frauen, Lieder und den Wein,
wird’s im Herzen mir, als ginge
drüben auf der Sonne Schein,
und die Nebelschleier fallen,
drein die Nacht die Berge hüllt,
fromme Beter seh’ ich wallen,
Glockenklang die Lüfte füllt.
Und mich faßt ein froh Entzücken,
wie verklärt im Morgenstrahl
liegst du da vor meinen Blicken,
märchengleich im duft’gen Tal,
mit des Frühlings Brautgewanden
herrlich leuchtend angetan,
Kleinod du in Frankenlanden,
|: Stadt des heiligen Kilian! :|

2. Sonnengold, auf deinen Höhen
wandelt sich's zum Feuerwein,
Morgenwind mit süßem Wehen
gießt der Blüten Balsam drein
und im Herzen löst sich wieder,
was im Wein gepaart so hold:
Blumendüfte werden Lieder,
Liebe wird aus Sonnengold.
Lieder ziehn auf leichten Schwingen,
wie der Frühwind kosend rauscht,
und dem sehnsuchts weichen Singen
neigt die Schöne sich und lauscht.
Lieder sind der Minne Boten,
Liebchens Äug' flammt sonnenhell,
küßt von Lippen keck, von roten,
|: Liedes Lohn sich der Gesell. :|

3. Grün Gelände, Silberfluten,
blauer Himmel, Pilgersang
und darein der alten guten
Kirchenglocken Feierklang:
ja, mir ist's, als ob mir's klinge
wie ein Grüßen her vom Main,
nennt man mir die Wunderdinge
Frauen, Lieder und den Wein!
Und mich faßt ein froh Entzücken:
wie dereinst im Morgenstrahl
seh' ich dich vor meinen Blicken,
segne dich vieltausendmal,
mit des Frühlings Brautgewanden
herrlich leuchtend angetan,
Kleinod du in Frankenlanden,
|: Stadt des heil'gen Kilian!: |

Worte u. Loudspeaker.png    Weise i: Rob. Maurmeier, 1892 (1865—1931)
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbe.)