Prinz Eugenius, der edle Ritter

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KV-Liederbuch Seite 179

Prinz Eugenius, der edle Ritter.gif


1. Prinz Eugenius, der edle Ritter,
wollt dem Kaiser wiedrum kriegen Stadt und Festung Belgerad.
|: Er liess schlagen einen Brucken,
dass man konnt' hinüber rucken
mit d'r Armee wohl für die Stadt. :|

2. Als der Brucken war geschlagen,
dass man kunnt mit Stuck und Wagen
frei passier'n den Donaufluss
|: bei Semlin schlug man das Lager,
alle Türken zu verjagen,
ihn'n zum Spott und zum Verdruss. :|

3. Am einundzwanzigsten August soeben
kam ein Spion bei Sturm und Regen,
schwur's dem Prinzen und zeigt's ihm an,
|: dass die Türken futragieren,
soviel als man kunnt verspüren,
an die dreimalhunderttausend Mann. :|

4. Als Prinz Eugenius dies vernommen,
ließ er gleich zusammenkommen
seine General und Feldmarschall;
|: er thät sie reht instrugieren,
wie man sollt' die Truppe führen
und den Feind recht greifen an. :|

5. Bei der Parole thät er befehlen,
dass man soll die Zwölfe zählen
bei der Uhr um Mitternacht.
|: Da sollt' all's zu Pferd aufsitzen,
mit dem Feinde zu scharmützen,
was zum Streit nur hätte Kraft. :|

6. Alles sass auch gleich zu Pferde,
jeder griff nach seinem Schwerte,
ganz still ruckt' man aus der Schanz.
|: Die Musketier' wie auch die Reiter
taten alle tapfer streiten; '
s war fürwahr ein schöner Tanz! :|

7. Ihr Konstabler auf der Schanzen,
spielet auf zu diesem Tanzen
mit Kartaunen gross und klein,
|: mit den grossen, mit den kleinen -
auf die Türken, auf die Heiden,
dass sie laufen all' davon! :|

8. Prinz Eugenius wohl auf der Rechten
thät als wie ein Löwe fechten
als General und Feldmarschall.
|: Prinz Ludewig ritt auf und nieder:
"Halt't euch brav, ihr deutschen Brüder,
greift den Feind nur herzhaft an!" :|

9. Prinz Ludewig, der musst' aufgeben
seinen Geist und junges Leben,
ward getroffen von dem Blei.
|: Prinz Eugen war sehr betrübt,
weil er ihn so sehr geliebt;
liess ihn bring'n nach Peterwardein. :|

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Worte u. Gitarre.png    Loudspeaker.png    Weise i: Volksweise; zuerst ( mit geringen Abweichg.)
in d. Musikalischen Rüstkammer auf die Harffe etc. 1719
Soll von einem preußischen Krieger 1717 gedichtet worden sein,
der unter dem Fürsten von Dessau im Heere Eugens diente. (Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)