Repetitorium für Füchse

Aus MarkomannenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Repetitorium für Füchse ist eine scherzhafte Zusammenfassung des couleurstudentischen Wissens, welche sich im Anhang an die Fuchsenfibel des KStV Markomannia Münster findet.

Repetitorium für Füchse

von Georg Meyer, Helmut Saurbier und Heiner Arning

A

Alte Herren: Wir unterscheiden drei Arten:

·AHAH, die zu Kneipen, Stiftungsfesten etc. kommen,
·AHAH, die zu Conventen kommen,
·AHAH, die gar nicht kommen. (Die Reihenfolge ist rein zufällig und stellt keine Wertung dar.)

Der Fuchs merkt sich: Die AHAH bilden das finanzielle, gesellschaftliche und moralische Rückgrat der Verbindung. Entgegen anderslautenden Meinungen muß gesagt werden, daß sie meist gutmütig sind. Wer allzusehr auf sie schimpft, sollte bedenken, daß er selbst einmal einer werden will und daß er es dann auch nicht besser machen wird; woraus wiederum nicht geschlossen werden darf, daß unsere AHAH es als Aktive besser gemacht hätten. Keineswegs!

B

Burschen: Wir unterscheiden zwei Arten:

·Aktive
·Inaktive (Diese Einteilung ist jedoch rein äußerlich und läßt keinen Schluß in bezug auf Aktivität zu.)

Der Fuchs merkt sich: Jeder Bursche steht über mir. Der Bursche bestimmt, ob auch ich einmal Bursche werden kann. Um allen Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen, bin ich stets freundlich und hilfsbereit dem Burschen gegenüber, biete ihm Feuer, möglichst auch Zigaretten an, lache über seine Witze, aber nur, wenn sie beabsichtigt sind. Entgegen anderslautenden Meinungen muß gesagt werden, daß die Burschen meist gutmütig sind. Wer allzusehr auf sie schimpft, sollte bedenken, daß er selbst einmal einer werden will ... (siehe oben!)
Besonders wichtige Burschen sind die:

C

Chargen: Wir unterscheiden zwei Arten:

1. Chargen, die alles selber machen,
2. Chargen, die versuchen, u.a. auch Füchse für Arbeiten aller Art heranzuziehen.

Der Fuchs merkt sich: Die unter 1. genannten Chargen sind besonders zuvorkommend zu behandeln, die unter 2. genannten Chargen sind mit einer liebenswürdigen Zurückhaltung zu behandeln, notfalls berufe man sich auf Überlastung durch das Studium.

D

Damen: Wir unterscheiden viele Arten, denn jede unserer Damen ist einzigartig.
Der Fuchs merkt sich: Damen werden zu Damenfesten abgeholt und nach Damenfesten heimgebracht; mehr ist nicht zu merken. Wer es dann noch nicht merkt, merkt's nie.

E

Examen: Wir unterscheiden zwei Arten:

·Bestandene Examina (leichte Examina)
·Zu bestehende Examina (schwere Examina)

Andere Unterscheidungen, z.B. nach Fakultäten, sind so zu treffen, daß Examina der eigenen Fakultät schwere, die der anderen Fakultät leichte Examina sind. So sind für den Mediziner z.B. juristische, philologische etc. Examina leicht, das medizinische Staatsexamen die achte und einzige Arbeit, an der schon Herkules scheiterte.
Zu beachten ist fernerhin die Formel

G = 1/t²

d.h. die Schwere eines Examens ist umgekehrt proportional der Quadrate des zeitlichen Abstandes.

F

Füchse: Wir unterscheiden zwei Arten:

·Füchse allgemein, d.h. ein Haufen unreifer, ewig randalierender und wenig trinkfester Bundesbrüder, im Ganzen ein unerfreulicher Anblick;
·Leibfüchse, d.h. wandelnde Verwirklichungen unserer Prinzipien. Die Füchse sind die Zukunft der Verbindung, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, auch die unter 1. genannten, vorausgesetzt, daß sie vorliegendes „Repetitorium für Füchse” und ähnliche Standardwerke aufmerksam studieren und wirklich beherzigen.


G

Geld: Wir unterscheiden zwei Arten:

·Eigenes Geld (eine „ quantite negligeable”)
·Geliehenes Geld (für lebensstandardgemäßes Auftreten wichtig).

Das Monatsgeld des Studenten heißt Monatswechsel, da es sich meist um Wechselgeld handelt. Dieses wird zum größten Teil für den Verbindungsbeitrag verwendet, dafür bieten sich aber günstige Kreditmöglichkeiten. Das System von Pump, Latte und Nassau stellt zwar hohe Anforderungen an den Fuchsen, gibt aber, einmal vollendet beherrscht, Anlaß zu stets neuer Freude.

H

Haus: Wir unterscheiden überhaupt nicht, denn unser Haus ist absolut einzigartig.
Besonders sehenswert sind:

· der Grundstein (mit Hilfe eines versierten Altphilologen);
· die Fahrradkeller-Galerie, die auf Grund hochherziger Spenden einzigartige Kunstwerke besitzt und hoffentlich schon bald erweitert werden kann.
· die Getränkekarte, besonders deren Preise;
· die Zimmer einiger Hausbewohner, deren Namen zu nennen sowohl Höflichkeit als auch Furcht vor Beleidigungsprozessen verbieten.

Die Gesamtheit der Hausbewohner bildet die Hausmacht. Die Hausmacht heißt Hausmacht, weil sie auf dem Haus alles macht, u.a. z.B. alles kaputt macht.

J

Juristen: andere Bezeichnung für die BC-verlängernden Kräfte unserer Verbindung.
Wir unterscheiden drei Arten:

a) den Juristen der ersten drei Semester, der sich noch nicht wesentlich von anderen Fakultätsangehörigen unterscheidet und in seinen Argumenten noch ausschließlich von der Vernunft bestimmt wird;
b)den Juristen des vierten bis sechsten Semesters, dem der Fuchs endlich die Gelegenheit gibt, eine Klausur selbst zu schreiben, indem er ihn als Schlepper mitnimmt, wozu der Bursche bisher selbst anderen Gelegenheit gegeben hatte. Bei den Juristen dieses Stadiums erkennen wir deutlich, daß sie infolge ungewohnter Begriffe Vernunft und Rechtsanwendung noch nicht miteinander vereinbaren können;
c) den Juristen der höheren Semester, der, einmal im Besitz der Hausarbeit, jedem, auch dem blutjungen Fuchsen, die rechtlichen Probleme seiner Arbeit unterbreitet und dann ausnahmsweise auch Volkswirten schlüssige Argumente zutraut. Soweit der Fuchs lange auf das Ende eines Convents warten muß, sei ihm gesagt, daß für Übungen in juristischer Eloquenz und Satzungsinterpretationen um jeden Preis die unter c) fallenden BbBb meist verantwortlich sind, außer es befinden sich auch höchstsemestrige Philologen unter den Debattierenden.


K

Kneipe: Begriff aus der Umgangssprache der Studenten.
Wir unterscheiden drei Arten:

a) eine Ausübung studentischen Brauchtums, im Semesterprogramm als ho bezeichnet. Obwohl diese Bezeichnung eigentlich ursprünglich nicht, östlicher Terminologie folgend, „verstaatlicht” bedeuten sollte, wird sie hier doch seitens einiger BbBb in diesem Sinne verstanden, was ein aktivistisches Streben zur Erfüllung eines ungeschriebenen bierischen Übersolls zur Folge hat.

Der Fuchs merkt sich hier besonders, daß das Trinken zwar nach Wahl — in großen und kleinen Zügen — erfolgen kann, das Erscheinen jedoch nur in großen, sprich dunklen, Anzügen zu erfolgen hat, beispielhaft vorexerziert durch die AHAH.

b)den herkömmlichen Begriff der Kneipe im Sinne einer Gastwirtschaft mit Bierausschank. Der Fuchs unterscheidet hier zwischen guten und schlechten Kneipen. Die guten sind für ihn diejenigen, in denen er schon einmal AHAH oder ebenso reichen Ausländern begegnet ist und von ihnen an den Tisch geholt wurde ...
Schlechte dagegen sind die, in denen unfreundliche Wirte bereits drei Stunden nach Mitternacht skatspielende Füchse dadurch zu reizen versuchen, daß sie die Stühle hochstellen und den Fußboden naß aufwischen, wodurch herunterfallende Karten doch zu leicht schmutzig werden können.
c) für den Markomannen verbindet sich mit diesem Wort schließlich noch eine unvergeßliche Bedeutung; zur Unterscheidung von der ho-Kneipe und den guten oder schlechten Kneipen gemäß a) und b) nennt er diese „Kellerkneipe”. Sie befindet sich in der Kampstraße 10 und ist, soweit der Verfasser unterrichtet ist, nicht nur nach dem Münsterschen Bischof so benannt, sondern auch wegen ihrer Unter-Niveau-Lage.

Der Fuchs merke sich mit erschauernder Ehrfurcht, daß sich an diesem Ort schon ganze Generationen von Markomannen sowohl der Brandung als auch der Burschenprüfung unterzogen haben und daß auch er eines Tages sein Teil Markomannenblutes dort ausschwitzen muß und dann vielleicht ganz vergießt, wenn er nicht mehrfach dieses Repetitorium vorwärts und rückwärts durchgearbeitet und in seinen Hintergründen erkannt hat.

L

Liederbuch: Sammlung der selten gesungenen Lieder. Wir unterscheiden drei Arten:

a) ein braunes
b) ein grünes mit Noten
c) ein grünes mit Noten und Biernägeln

a) ein besonderes Kennzeichen dieser braunen Gattung ist eigentlich nur der schlechte Zustand; dabei werden sie kaum gebraucht, denn außerhalb der Kneipe (s. unter K, a) wird nicht gesungen. Das zerrissene Befinden kommt wahrscheinlich daher, daß die Bücher ab und zu transportiert werden, denn sie befinden sich bei Bootshausfesten in der Kampstraße, während sie bei Conventen im Bootshaus vermutet werden, jedenfalls nie zur rechten Zeit zu finden sind.
b)die in den Exemplaren dieser Art gedruckten Noten zeigen Musikkundigen, wie man die Lieder auch singen könnte, wenn nicht semesterlange Übung Pausen, Notenwerte und mitunter ganze Noten im musikalischen Gedächtnis des Einzelnen ein wenig verändert hätte. Oh ihrer Tonlage können die meisten Lieder unbedenklich einem Heldentenor zum Training seiner höchsten Register empfohlen werden.
c)ein solches Liederbuch besitzen die BbBb, die dem Temperament oder den Trinksitten anderer oder ihren eigenen mißtrauen. Der Fuchs macht sich bei einem Burschen ungeheuer beliebt, wenn er bei erster Gelegenheit in Richtung auf das auf dem "fisch liegende „beschlagene” Liederbuch ein Glas Bier umstößt, denn auf diese Weise kann nämlicher Bursche wieder einmal anhand seines trocken gebliebenen Buches unter Beweis stellen, wie recht er doch beim Kauf hatte und wie zu Unrecht er doch von seinen BbBb deshalb aufgezogen worden ist.
Den Füchsen sei der Kauf eines der grünen Liederbücher dringend empfohlen; sie können sich nämlich damit auf vornehme Weise an solchen Burschen rächen, die von ihnen zuviel verlangen. Sie brauchen zu dem Zweck lediglich in vorgerückter Stunde bei Kneipen o.ä. diesen Burschen das Liederbuch in die Hand zu drücken und sie zu bitten, eine der noch freien Seiten mit möglichst viel Geist zu füllen. Schon ist die gute Stimmung des Aufgeforderten für diesen Abend unwiederbringlich dahin!

M

Mediziner: anderer Ausdruck für die die Quantität (und zuweilen auch die Qualität) unserer Verbindung stärkenden Kräfte. Wir unterscheiden drei Arten:

a) den Medizinerfuchsen, der der Alptraum jedes Fuchsmajors und Gegenstand des Neides aller übrigen Fuchsen ist, da er spätestens ab Weihnachten mit dem Wort „Vorphysikum” sein immer weiter um sich greifendes Fernbleiben von den Verbindungsveranstaltungen wirksam entschuldigen und sich sogar völlig beurlauben lassen kann, um dann auch wirklich nicht mehr zu erscheinen, wodurch in den Augen der übrigen Bundesbrüder der Eindruck eifrigen Studiums erweckt, bei dem Unverständnis, das die älteren Burschen dem verantwortungsbewußten Studium leider entgegenbringen, aber auch der Eindruck eines sich vielleicht einmal zu einem guten Markomannen mausernden Fuchsen leicht beschädigt wird.

Der Fuchs merkt sich: nicht immer ist es richtig, von den durch die Satzung gegebenen Möglichkeiten erschöpfenden Gebrauch zu machen, oder:

Eine Stunde täglich auf dem Haus
zahlt sich bei der Burschung aus.


b)den Mediziner zwischen Vorphysikum und Physikum, dem die Verbindung Gelegenheit gibt, seine erste Charge (s. unter C) zu bekleiden, was, da selbige mit viel Ehre verbunden ist (Zirkelführung!), dem Medizinerfuchsen (s. unter a)) Anreiz sein möge, diese fortgeschrittenere Stufe bald zu erreichen.
Im übrigen zeichnet sich diese Art dadurch aus, daß sie beginnt, in einer Sprache zu reden, die anderen Fakultäten angehörende Bundesbrüder nicht verstehen, was offensichtlich den erreichten Bildungsgrad demonstrieren soll.
c) den cand. med., der prädestiniert ist für die höheren Chargenposten, evtl. auch für den des Hauswarts.

An dem Verlauf des Staatsexamens dieser Art, das als äußerst schwierig anzusehen ist (s. unter E), nimmt die Verbindung durch Ausrechnen der erreichten und noch zu erreichenden Punkte regen Anteil.

Im übrigen sei dem Fuchsen zur Ergänzung des unter J (letzter Satz) Ausgeführten gesagt, daß zuweilen auch ein cand. med. das Ende eines Conventes durch längere Streitgespräche hinauszögern kann. Der Fuchs werfe seinen Zorn darüber deshalb nicht auf eine bestimmte Fakultät.

Anmerkung: Der Fuchs vermißt hier vielleicht das Stichwort „Markomanne”. Er merkt sich: Ein Markomanne zu werden hat zwar das leuchtende Ziel jedes Fuchsen zu sein, infolge seiner vielfältigen Eigenarten und Abwandlungen entzieht sich dieser Begriff aber der theoretischen Erörterung. Der Fuchs lerne ihn in der Praxis des Verbindungslebens. Wer's dann nicht lernt, lernt's nie!

N

Nordstern: Wir unterscheiden zwei Arten:

a) das auch unter dem Namen Polarstern bekannte Himmelslicht. Für den Fuchsen nicht wichtig, da bei der Burschenprüfung selten gefragt.
b)Das nächtliche Ziel vieler Bundesbrüder: Eine Kneipe (s. unter K b)) an der Kreuzkirche, deren gastliche Tore bis um drei Uhr geöffnet sind bzw., wenn geschlossen, für Markomannen auf ein bestimmtes Klopfzeichen, das sich der Fuchs von einem erfahrenden Bundesbruder erklären läßt, geöffnet werden.

Der Fuchs merkt sich: Wenn er nachts ältere Burschen (Inaktive! siehe unter B) sucht, findet er sie im Hinterzimmer. Während des Besuchs ist Fräulein Helga höflich-vertraulich, die Frau des Hauses jedoch sehr respektvoll zu behandeln. Bei eventuellen Schlägereien (nur auf Bitten des Wirtes!) schlägt der Fuchs auf Seiten seiner Bundesbrüder mit. Der Fuchs merkt sich insbesondere, daß hier schon oft durch private Gespräche mit den dann meist zugänglichen älteren Burschen der Boden für eine günstige Burschung bereitet wurde. Der Fuchs frequentiert deshalb diesen Ort.

O

Ordnung: Zustand, in dem sich das Haus (s. unter H) immer befinden soll.
Wir unterscheiden drei Arten:

a) für die Ordnung auf der Etage ist der Hauswart verantwortlich, der aber unverantwortlicherweise meint, auch die Hausbewohner (Hausmacht, s. ebenfalls unter H) zur Mitarbeit heranziehen zu dürfen. Der Fuchs hört sich Aufforderungen dieser Art höflich an, um sie sodann nicht zu befolgen, denn wofür haben wir den Hauswart gewählt. Eine besonders glänzende Visitenkarte der auf der Etage herrschenden Ordnung bildet für alle Besucher die Küche.
b)für die Ordnung in der Kellerkneipe sind neben Hauswart und Chargen (s. unter C) alle Bundesbrüder (selbst Füchse) verantwortlich. Eine glückliche Lösung, die dem ästhetischen Empfinden des einzelnen freie Entfaltung zusichert, welches Empfinden sich meist in malerisch auf den Tischen und auf dem Radio verteilten Flaschen, Gläsern, Zeitungen usw. kundtut. Der Fuchs sei nicht so eifrig im Wegräumen dieser Gegenstände, da er das Schönheitsempfinden eines älteren Burschen stören könnte, der mit diesen Flaschen eine schmeckende Note in die triste Kellerkneipe bringen wollte. (Diese Warnung an den Fuchsen ist allerdings wohl schon in anderen Standardwerken für Füchse enthalten, denn sie wird allerseits gut befolgt).
c) für die Ordnung in den Schränken ist niemand verantwortlich, denn es gibt dort keine solche.
Der Fuchs vermag sich Anerkennung zu verdienen, wenn er, in Zusammenarbeit mit dem hohen Schriftführer, etwas von ihr hineinbringt. Er sei aber nicht zu eifrig dabei, da er das Schönheitsempfinden eines älteren Burschen verletzen könnte, der auf diese Weise eine schmeckende und interessante Note in die Anordnung der Schriftsachen, Schallplatten usw. bringen wollte.


P

paddeln: Fortbewegungsmöglichkeiten zu Wasser, besonders auf der Werse.
Wir unterscheiden drei Arten:

a) das gemeinsame (vulgäre) Paddeln, d.h. das Paddeln allein oder mit einem Bb. Diese Art zeichnet sich durch keine Besonderheiten aus und ist an Hand der Bootshausordnung leicht zu erlernen. Der Fuchs merkt sich nur: Ein Markomanne (s. Anmerkung unter b) 1.) paddelt nur dann mit ruhigem Gewissen, wenn das Heck des Bootes ein schwarz-gold-roter Wimpel ziert.
b)das eigentliche (wahre) Paddeln, d.h. das Paddeln mit einer reizenden Dame. Das vollkommene Erlernen dieser Art, die hohe Anforderungen an Einfühlungsvermögen und Taktgefühl der BbBb stellt, dem Fuchsen zu ermöglichen, ist nicht Aufgabe dieses Repetitoriums. Der Fuchs wende sich, da auch die Bootshausordnung nur spärlich Anhaltspunkte bietet, am besten an ältere, in dieser Hinsicht erfahrene Burschen. Im Rahmen dieses Repetitoriums merkt sich der Fuchs nur zweierlei:
1. Eine Methode, mit der man sich bei älteren Burschen ungeheuer beliebt machen kann, besteht darin, diese, sofern sie dem wahren Paddeln obliegen, stets in knappem Abstand mit einem anderen Boot zu begleiten, um so auch auf der Werse das Zusammengehörigkeitsgefühl der Markomannen zu demonstrieren.
2. Auch bei dieser Art empfiehlt sich im allgemeinen der Markomannenwimpel am Heck des Bootes, hier in der Bedeutung: Seht, welch reizende Damen wir haben!
c)das Volkspaddeln, d.h. das Paddeln mit unserer Pünte, so genannt wegen der vielfältigen Möglichkeiten, die diese Art dem Betätigungsdrang der BbBb eröffnet: Man kann z.B. einen Kasten Bier, einen Sonnenschirm, eine reizende Dame, sechs Burschen und einen zum Paddeln — wenn der Kasten leer ist — auch auf einmal in die Werse schmeißen. Diese Art wird deshalb auch die „immer neue Freude” genannt. Sie ist eine hohe Schule für den Fuchsen zur Verwirklichung des § 4 der Vereinsordnung.

Der paddelnde Fuchs merkt sich: Alle Versuche der älteren Burschen, ihn beim Paddeln abzulösen, hat er höflich, aber bestimmt abzulehnen. Befehle der Burschen, wie: „Idiot, mehr nach rechts!”, „Triefel, streng Dich mal an!”, sind mit „Jawohl, hohe Charge (bzw. hoher Bursche)!” zu beantworten. Auch empfiehlt es sich für den Fuchsen, wenn alle anderen BbBb nur mit Badehose bekleidet sind, ein Freizeithemd mitzunehmen, damit er bei „Mutter Löffken”, dem immer neuen Ziel der Pünte — Sternfahrten, in geziemender Kleidung das Bier für die Corona bestellen kann.

Q

Quatsch: Ausdruck der Conventsprache.
Der Fuchs unterscheidet zwei Arten:

a) Der von Burschen gebrauchte Ausdruck ist, sofern er sich gegen Füchse richtet, immer zulässig und begründet. Er bringt in bestechender Kürze zum Ausdruck, daß der Fuchs keine Ahnung hat und zunächst in das komplizierte Vereinsleben einen so profunden Einblick gewinnen muß wie der diesen Ausdruck gebrauchende Bursche, um dessen absolut richtige Meinung auch nur anzweifeln zu dürfen. Eine gute Hilfe bei dem Bemühen, besagten Einblick zu gewinnen, bietet dem Fuchsen das intensive Studium dieses Repetitoriums, auf dessen Wert auch sonst nicht oft genug hingewiesen werden kann,
b)der von Füchsen auf dem AC gebrauchte Ausdruck ist, sofern er sich gegen einen Burschen richtet, als Ausdruck grober Subordinationsverletzung stets unzulässig und zu verwerfen.

Hinsichtlich der Meinungsbildung, auch auf dem AC, merkt sich der Fuchs im übrigen den schon von der Penne in ähnlicher Form bekannten Spruch:

§ 1 Der Bursche hat immer recht.
§ 2 Der Fuchs hat nie recht.
§ 3 Sollte der Fuchs doch einmal recht haben, so ist auf § 1 zu verweisen.


R

Rentner: Wir unterscheiden zwei Arten:

a) von ihren Renten lebende Personen. Für den Fuchsen an sich nicht weiter interessant.
b) eine unliebsame Erscheinung des Vereinslebens. Man versteht darunter diejenigen lieben BbBb, die glauben, sich auf den Lorbeeren ausruhen zu können, die sie sich durch längere Zugehörigkeit zum Verein erworben haben. Sie sprechen von ihren Verdiensten oder auch nur von ihrem hohen Semester und rühren für den Verein keinen Finger (mehr). Ihre Lorbeeren zeichnen sich meist dadurch aus, daß es sie nicht gibt. Zu erkennen sind die Rentner u.a. daran, daß sie fast nie auf dem Haus (s. unter H) erscheinen. Wenn sie kommen, pflegen sie zu meckern.

Der Fuchs merkt sich:

1. Rentner zu werden ist nicht das Ziel der Fuchsenzeit.
2. Die Rentner sind nicht die Verbindung.
3. Er hält sich von den Rentnern fern, es sei denn, er will sie wieder für die Vereinsarbeit interessieren, was jedoch vergeblich sein dürfte. Für besonders hervorstechende Exemplare merkt sich der Fuchs für die Zukunft den § 8 der Vereinsordnung (freundschaftliche Entlassung).


S

Sektzipfel: Anhängsel in den Verbindungsfarben an Armbändern, Uhren oder Halsketten verschiedener Markomannendamen. Wir unterscheiden zwei Arten:

a) den Sektzipfel, der traditionsgemäß vom Damensenior (s. unter V) der Damenseniorita am Ende ihrer Amtszeit überreicht wird.
Der Fuchs merkt sich: Diese Damen haben für die Verbindung etwas geleistet. Sie sind besonders respektvoll zu grüßen.
b)den Sektzipfel, der von einem Bundesbruder seiner „femina cordis” verehrt wird. Seine Verleihung bedarf der Genehmigung des BC. Der Antrag auf Genehmigung heißt auch „Erklärung”. Für den Fuchsen sei wegen der weittragenden Bedeutung dieser Erklärung ihr ursprünglicher, heute leider aus der Mode gekommener Wortlaut niedergelegt:
"Ich bitte den hohen BC, alle Feste mit Fräulein N.N. feiern zu dürfen, da ich mich in absehbarer Zeit mit ihr zu verloben gedenke."
Der Fuchs merkt sich: Wer A sagt, muß auch B sagen. Nach Abgabe dieser Erklärung ist man „verklüngelt”. Entgegen anderslautenden Meinungen muß ausdrücklich betont werden, daß auch Verklüngelte weiterhin herzlich zu den Vereinsfesten eingeladen sind. Der Fuchs merkt sich ganz besonders: Wenn auch der Sektzipfel in letzter Zeit immer mehr werden, so ist das für ihn kein Grund, auch schon an die Möglichkeit der Verleihung eines solchen zu denken. Er widmet seine Zeit in erster Linie dem Verein, daneben allen Damen in gleicher Weise.


T

Tanztee: Begriff aus der Semesterordnung. Findet mindestens einmal in jedem Semester statt.
Der Fuchs lasse sich durch die Silbe -tee nicht abschrecken: Der Tanztee heißt Tanztee, weil er zur Teezeit beginnt und weil auf ihm getanzt wird. Verschiedene BbBb pflegen allerdings zuweilen doch Tee zu trinken, das aber erst, wenn der junge Morgen bereits durchs Fenster lacht und alle Damen gegangen sind.
Der Fuchs merkt sich:

1. Ein Tanztee bietet hervorragende Gelegenheit, gutes Benehmen und Höflichkeit zu üben sowie Charme zu verspritzen. Zur Demonstration der vorhandenen oder erworbenen Trinkfestig- und -freudigkeit sind allerdings Kellerkneipenveranstaltungen vorzuziehen.
2. Damen sind nach Schluß eines Tanztees nach Haus zu begleiten (weitere Einzelheiten siehe unter D).


U

Übung: Begriff aus der Studentensprache, besonders der Juristen und Volkswirte.
In Übungen werden sogenannte Scheine erworben, die bei der Meldung zum Staatsexamen vorgelegt werden müssen.
Der Fuchs merkt sich:

1. Übungen sind dazu da, um geschwänzt zu werden. Die kostbare Zeit ist tunlichst für nachzuholenden Schlaf anzulegen.
2. Ältere BbBb, die Juristen oder Volkswirte sind, haben diese ihre Eigenschaft hauptsächlich zu verwenden, um jüngeren BbBb als sogenannte Schlepper beim Schreiben der so ungemein lästigen Klausuren zu dienen, die leider für die Erlangung eines Scheines von den uneinsichtigen Professoren immer noch gefordert werden. Für die Anfertigung von Hausarbeiten bedient der Fuchs sich vornehmlich bewährter Referendare. Diese sind (meistens) schon AHAH und deshalb ganz besonders zur Unterstützung der Aktivitas verpflichtet.


V

vx: Zweite Charge in der Verbindung: Damen- oder Consenior genannt.
Der Fuchs merkt sich:

1. Die Abkürzung vx bedeutet, wenn der Amtsträger in seiner Eigenschaft als Consenior angesprochen werden soll, Vize-Senior, wenn er in seiner Eigenschaft als Damensenior angesprochen werden soll, Virginium-Senior. Diese feine Unterscheidung ist nur im KV möglich. In anderen Verbänden heißt die zweite Charge einfach xx. Der Fuchs unterlasse nicht, bei interkorporativen Treffen auf diese Besonderheit gebührend hinzuweisen.
2. In den entscheidenden Tagen, in denen die Damen für das nächste Fest verteilt werden, lese er dem Vxen jeden Wunsch von den Augen ab, um die Dame zu bekommen, von der er träumt. Es empfiehlt sich die Anlage eines mittleren Geldbetrages zwecks Spendens einiger Flaschen Bier (im Eisschrank fast immer zu haben). Wenn der Fuchs die erträumte Dame nicht bekommt, schimpfe er nicht auf den Vxen, was, da dieser Bursche und Vorstandsmitglied ist, ohnehin unzulässig wäre (siehe auch unter Q), sondern bewundere dessen Weisheit die es ihm – dem Fuchsen – ermöglicht, nun wieder eine andere reizende Dame kennenzulernen.


W

Wahl
Wir unterscheiden zwei Arten:

1. demokratische Willensäußerung des mündigen Staatsbürgers. Der Fuchs merkt sich dazu: Wahlrecht ist Wahlpflicht.
2. die in jedem Semester wiederkehrende Willensäußerung der mündigen Markomannen.

Wahlen finden meistens auf einem Wahlconvent statt (Hochoffiziell!!). Der Fuchs hat noch kein Wahlrecht, dafür jedoch ausgiebig Gelegenheit, durch geschicktes Intrigieren seine Kandidaten für bestimmte Posten prominenten Burschen genehm zu machen. Sollte der Fuchs einmal unangemeldet in eine Ansammlung von Burschen hineinplatzen und bemerken, daß das Gespräch bei seinem Eintritt verstummt und sich dann belanglosen Themen zuwendet, so darf mit Sicherheit darauf geschlossen werden, daß über die kommende Vorstandswahl gesprochen wurde.
Der Fuchs merkt sich: Durch betonte Unaufmerksamkeit und gelegentliches Beschäftigtsein, in späteren Abendstunden auch durch geschicktes Betrunkensein-Spielen, erreicht er es, daß auch in seiner Gegenwart von den Burschen, die ihn geistig abwesend glauben, Wahlprobleme durchgesprochen werden; er lernt so ohne viel Mühe das ihm ansonsten — sofern er nicht auf dem Hause wohnt — verborgene Innenleben der Verbindung und der Bundesbrüder kennen.
Jede Vorstandswahl bietet dem Fuchsen reiche Gelegenheit, mit seinen Confüchsen Wetten auf einzelne Kandidaten abzuschließen. Es ist dabei tunlichst um etliche Flaschen Bier zu wetten, da der Ausgang der Wahl dann insofern gleichgültig ist, als das Bier im Zeichen unseres dritten Prinzips von allen Füchsen gemeinsam getrunken wird.
Der Fuchs merkt sich insbesondere: Die erstaunliche Länge der meisten Wahlconvente beweist eindrucksvoll, mit welch großem Verantwortungsbewußtsein die Burschen (siehe unter B) ihre schwere Aufgabe erfüllen.

X

x - Abkürzungszeichen für den Senior unserer Verbindung.
Wir unterscheiden viele Arten, denn jeder unserer Senioren hatte und hat seine eigene Prägung.
Eine grobe Unterteilung bietet dem Fuchsen die entsprechende Übertragung des unter C in diesem Repetitorium Ausgeführten auf den Senior. Es sei auch an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen, daß das intensive Durcharbeiten dieses Standardwerkes, das jedem Fuchsen ein neues Fuchsengefühl zu schenken imstande ist, durch nichts ersetzt werden kann.
Der Fuchs merkt sich insbesondere:

1. Dem Senior muß ich gehorchen. Durch fleißiges Erlernen verschiedener Ausreden und gewandten Wechsel im Gebrauch derselben läßt sich ein Befolgen senioraler Anweisungen jedoch zumeist legal vermeiden. Siehe auch dazu unter C.
2. Die Qualität eines Seniors ist nicht immer umgekehrt proportional der Länge der Convente.
3. Auch ein Urmarkomanne kann zum Senior gewählt werden.


Z

Zipfel
Wir unterscheiden drei Arten:

1. den Bierzipfel
Er heißt so, weil sich an die feierliche Minute, in der der Bursche ihn seinem Leibfuchsen überreicht, meistens der Verzehr eines größeren Quantums besagten Getränkes anschließt. Er wird bei uns im Gegensatz zu den meisten KVKV in den Vereinsfarben getragen — auch das ist eine Unterstreichung der lebenswichtigen Eigenständigkeit und des besonderen Gepräges unserer Markomannia.
Der Fuchs trägt seinen Bierzipfel stets, möglichst auch zu Shorts und kurzärmeligem Hemd. Mit einiger Geschicklichkeit läßt der Zipfel sich auch an Badehose und Pyjama befestigen.
2. den Weinzipfel
Er heißt so, weil man sich meistens in weinseliger Stimmung verspricht, ihn zu tauschen.
Der Fuchs merkt sich: Die Zahl enger Freunde eines Bundesbruders ist nicht gleich der Anzahl der von ihm getragenen Weinzipfel. Ein echter Markomanne trägt stets sämtliche einmal erworbenen Zipfel und demonstriert damit die Qualität seines Hosenbundes.
3. den Sektzipfel
Siehe dazu unter S.

Zusammenfassend kann gesagt werden, daß die Zipfel dem Markomannen — und ein solcher will der Fuchs ja einmal werden — Gelegenheit bieten, seinem Sinn für Vereinsfarben, der ansonsten im KV schmählich unterdrückt wird, sinnfälligen Ausdruck zu verleihen.