Sei mir gepriesen und gelobt

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Die schönste Frau vom Rheine

KV-Liederbuch Seite 183

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1. Sei mir gepriesen und gelobt,
du sagenfroher Rhein,
wo ich gekostet und geprobt
so manchen goldnen Wein!
An deinen Ufern rebengrün,
viel schöne Frau'n und Mädchen blühn;
wo aber wandelt eine,
die schönste Frau vom Rheine?

2. Ich weiß es wohl, doch nimmerdar
werd' ich es euch gestehn,
es würde sonst der Pilger Schar
zu ihr auf Wallfahrt gehn.
Ich saß bei ihr am Tafelrund,
doch mir erstarb das Wort im Mund,
stumm fand mich selbst beim Weine
die schönste Frau vom Rheine.

3. Es schwebt gleich einer Königin
ihr lilienstolzes Bild,
ihr Wesen Anmut, Huld ihr Sinn,
ihr Lächeln wundermild.
Die Augen brunnentief und klar,
hoch krönet dunkellockig Haar
die Stirn von Elfenbeine
der schönsten Frau vom Rheine.

4. Zieh hin, mein Lied, mit leisem Ton
und kling umher um sie,
an ihrem Sitz, an ihrem Thron,
zu ihren Füßen knie.
Soviel des Wassers fließt zur Au,
soviel des Weines wächst im Gau,
soviel grüß mir die eine,
die schönste Frau vom Rheine!

Worte: Jul. Wolff, 1881 (1834—1910)
Loudspeaker.png    Weise i: Für das Deutsche Kommersbuch komponiert
von Simon Breu, 1894
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)