Studentenverbindung

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Eine Studentenverbindung ist eine Organisation von derzeitigen und ehemaligen Studenten, die sich vor allen Dingen durch die Wahrung einer bestimmten Tradition auszeichnen.

Die Studentenverbindungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte sehr stark ausdifferenziert, weshalb es nur zwei Prinzipien gibt, die allen Korporationen gemein sind:

Das Lebensbundprinzip: Die Studenten scheiden nach ihrem Examen nicht aus der Organisation aus, sondern treten als sogenannte Alte Herren) (bei Damenverbindungen Hohe Damen) in einen anderen "Sub-Verein" über.
Das Conventsprinzip: Oberste Entscheidungsgremien sind basisdemokratisch geprägt. Gleichwohl gibt es jedoch verschiedene Convente für die bereits oben erwähnten unterschiedlichen Teilvereine.


Typischer Aufbau einer Verbindung

<imagemap> Bild:Vereinsaufbau.png|575px|thumb|Aufbau des KStV Markomannia Münster. Klicke auf die einzelnen Organe, um zu den jeweiligen Artikeln zu gelangen. rect 155 15 260 35 Aktivenvorstand rect 405 15 530 35 Altherrenvorstand rect 130 60 215 125 AC rect 215 60 290 125 BC rect 300 60 390 125 Cumulativconvent rect 400 60 530 125 AHC rect 155 170 215 185 Burschen rect 155 190 215 205 Füchse rect 155 210 250 225 Verkehrsgäste rect 155 230 280 245 Korporationsfreunde rect 135 140 290 295 Aktivitas rect 425 170 495 185 A-Philister rect 425 190 495 205 B-Philister rect 425 210 515 225 Ehrenphilister rect 425 230 525 245 Ehrenmitglied rect 425 250 525 265 Verkehrsgast rect 425 270 550 285 Korporationsfreunde rect 395 140 555 295 Altherrenverein rect 280 360 395 400 Hausverein rect 280 415 395 480 Hausvereinsconvent rect 280 495 395 560 Hausvereinsvorstand rect 585 360 745 400 Gesellschaft Markomannenhaus e.V. rect 585 415 745 480 Mitgliederversammlung(Gesellschaft Markomannenhaus e.V.) rect 585 495 745 560 Vorstand#Vorstand der Gesellschaft Markomannenhaus e.V. desc bottom-left </imagemap>
Die Verbindung sind heute als normale Vereine organisiert. Es lassen sich vor allen Dingen zwei Teilvereine ausmachen:

Die Aktivitas: Hier sind alle Aktiven, d.h. studierenden Mitglieder zusammen gefasst.
Die Altherrenschaft: In diesen Verein treten die aktiven Mitglieder nach ihrem Studium ein.

Wenn die Korporation über ein eigenes Haus verfügt, oder plant ein solches zu Erwerben wird i.d.R. ein dritter Teilverein gegründet, in dem alle Mitglieder der beiden anderen Vereine ebenfalls Mitglied sind.
Innerhalb der Vereine kann man wiederum unterschiedliche Status haben, die zum Teil unterschiedliche Rechte und Pflichten mit sich bringen.

Korporationsstudentisches Brauchtum

Dem Verbindungswesen ist vor allem auch ein bestimmtes gemeinsames Brauchtum eigen. Dieses hat sich zwar im Laufe der Zeit und an verschiedenen Orten unterschiedlich entwickelt, lässt aber gemeinsame Grundzüge erkennen.

Erkennungszeichen

Studentenverbindungen erkennt man nach außen hin an bestimmten Symbolen:

Wappen: Den Wappen des Adels nachempfungen, wird hier das Standesdenken der Studenten in der frühen Neuzeit zum Ausdruck gebracht. Heute symbolisieren die Wappen vor allen Dingen die Prinzipien, für die eine Verbindung einsteht.
Farben: Die Farben repräsentieren auch die Prinzipien. In Mitteleuropa lässt sich außerdem eine Tradition aus der französischen Revolution ableiten, weshalb hier i.d.R. drei Farben verwendet werden.

Im Umgang mit den Farben gibt es zwei Richtungen:

Farbentragen: Die Mitglieder der Verbindung tragen die Farben in Form von Bändern um die Brust und einer studentischen Mütze.
Farbenführen: Die Verbindung hat zwar Farben, diese werden von den Mitgliedern jedoch nicht getragen, sondern finden sich lediglich im Wappen, bei studentischen Feiern und studentischen Accessoires (z.B. Zipfel, Farbnadeln etc.)
Verbindung die gar keine Farben haben werden "schwarze" Verbindungen genannt.
Zirkel: Ein Monogramm, welches für den Namen der Verbindung steht.

Studentischer Comment

Allen Korporationen sind bestimmte traditionelle Verhaltensformen der sogenannte Comment eigen. Der Comment ritualisiert in gewissem Umfang den Umgang miteinander. Er prägt vor allen Dingen auch die Sprache der Studenten, wobei bestimmte Begriffe mit der fortschreitenden Akademisierung der Gesellschaft mehr und mehr in die Alltagssprache übergehen.

Studentische Feiern

Heute sind vorallem Kneipe und Kommers Ausdruck der couleurstudentischen Tradition. Hier gelten die Regeln des Comment im größten Umfang. Hier wird auch in besonderem Umfang des studentische/traditionelle Liedgut gepflegt.

Verbindungstypen und Dachverbände

Verbindungsform Ausprägung Dachverbände Anzahl der Verbindungen
Katholische Studentenverbindungen ft, ns CV, RKDB, ÖCV, TCV, StV 265
Corps ft, ps KSCV, WSC 161
Burschenschaften ft, ps/fs DB, DBÖ, CDC, NeueDB 158
Katholische Studentenvereine ff, ns KV, UV, ÖKV 126
Landsmannschaften ft, ps CC, ÖLTC 73
Christliche Studentenverbindungen meist ft, ns Schwarzburgbund, Wingolf, Wartburg-Kartell 61
Sängerschaften und Musische Studentenverbindung ft/ff, fs/ns Weimarer CC und SV 44
Akademische Turnvereine ff, ns ATB, ATBÖ 41
Vereine Deutscher Studenten ff, ns VVDSt - KV 40
Turnerschaften ft, ps/fs CC und MK 34
Ferialverbindungen ft, ps/ns Freistädter DC, Waidhofener Kartell 34

Legende: ft=farbentragend; ff=farbenführend (=nicht farbentragend); schw=schwarz (hat keine Farben). ps=pflichtschlagend; fs=fakultativ schlagend; ns=nichtschlagend

Die Studentenverbindunge haben sich nach ihren Prinzipien und ihrer Zusammensetzung stark ausdifferenziert. Obenstehende Tabelle zeigt die wichtigsten existierenden Dachverbände nach Form und Ausprägung.