Waidhofener Prinzip

Aus MarkomannenWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

1896 in Wien von verschiedenen schlagenden Verbindungen verabschiedetes antisimitisches Prinzip.

Vorgeschichte

Im 19. Jahrhundert machte sich vor allem unter den korporierten Studenten ein wachsender Antisemintismus bemerkbar. Die jüdischen Studenten reagierten darauf ihrerseits mit der Gründung von jüdischen Korporationen (z.B. dem KC).

Diese nahmen das Prinzip an, jede antisemitische Äußerung eines Studenten mit einer Säbelforderung zu beantworten, was einigen jüdischen Verbindungen bald den Ruf besonderer Aggressivität einbrachte und zu Verboten führte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind in dieser Angelegenheit mehrere Pistolenduelle mit tödlichem Ausgang überliefert.

Die Erfolge der jüdischen Verbindungsstudenten auf dem Gebiet von Duell und Mensur wurden bald unbequem, denn sie widersprachen der Auffassung der Antisemiten vom "feigen" und "kneifenden" Juden.

Waidhofener Beschlüsse

Die erste Reaktion erfolgte in Österreich, wo die waffenstudentischen Verbände der Deutschösterreicher die Waidhofener Beschlüsse fassten. In ihnen wurde den Juden pauschal jede Ehre und damit auch die Satisfaktionsfähigkeit abgesprochen:

... in Anbetracht der vielen Beweise, die auch der jüdische Student von seiner Ehrlosigkeit und Charakterlosigkeit gegeben, und da er überhaupt der Ehre nach unseren deutschen Begriffen völlig bar ist, fasst die heutige Versammlung deutscher wehrhafter Studentenverbindungen den Beschluß: Dem Juden auf keine Waffe mehr Genugtuung zu geben, da er deren unwürdig ist!

Diese Beschlüsse erregten den Protest auch seitens vieler konservativer Verbindungsstudenten in Deutschland, da die Erklärung der Ehrlosigkeit gegenüber einer Gruppe von Studenten den ureigensten Traditionen des Verbindungsstudententums widersprach. Feigheitsvorwürfe gegenüber anderen Studenten galten traditionell als schlimmste Verstöße gegen den Comment. Gerade die Auffassung, dass alle Studenten gemeinsam einem besonderen Stande angehörten, durch den sie sich vom Rest der Bevölkerung unterschieden, war die Grundlage des Waffenstudententums nach damaliger Auffassung. Die Waidhofner Beschlüsse brachen somit mit den ältesten Traditionen der Studentenverbindungen.

Das "Waidhofner Prinzip" blieb lange Zeit umstritten, konnte sich aber auch in Deutschland, hier allerdings erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, in der Form durchsetzen:

"Juden sind bar jeder Ehre; ihnen ist daher auf keine Waffe Satisfaktion zu geben."

Bis zum 2. Weltkrieg wurde dieser "Grundsatz" von vielen schlagenden Korporationen übernommen.


Der KStV Markomannia Münster, sowie alle KV-Vereine, vertritt und vertrat zu keiner Zeit dieses Prinzip!