Was klinget und singet die Straß herauf?

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Abschied

KV-Liederbuch Seite 210

Was klinget und singet die Straß herauf.png


1. Was klinget und singet die Straß´ herauf?
Ihr Jungfern machet die Fenster auf!
Es zieht der Bursch in die Weite,
sie geben ihm das Geleite.
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

2. Wohl jauchzen die andern und schwingen die Hüt',
viel Bänder darauf und viel edle Blüt,
doch dem Burschen gefällt nicht die Sitte,
geht still und bleich in die Mitte.
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

3. Wohl klingen die Kannen, wohl funkelt der Wein: "
Trink aus und trink wieder, lieb Bruder mein!" -
"Mite dem Abschiedsweine nur flehet,
der da innen brennt und glühet!"
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

4. Und draussen am allerletzten Haus,
da gucket ein Mägdlein zu Fenster heraus,
sie möcht' ihre Thränen verdecken
mit Gelbveiglein und Rosenstöcken.
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

5. Und draussen am allerletzten Haus,
da schlägt der Bursche die Augen auf
und schlägt sie nieder mit Schmerze
und leget Hand aufs Herze.
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

6. "Herr Bruder, und hast du noch keinen Strauss,
dort winken und wanken viel Blumen heraus.
Wohlauf, du Schönste von allen,
lass ein Sträusslein herunterfallen!"
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

7. "Ihr Brüder, was sollte das Sträusslein mir?
Ich hab' ja kein liebes Liebchen wie ihr;
an der Sonne würd' es vergehen,
der Wind, der würd' es verwehen."
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

8. Und weiter, ja weiter mit Sang und mit Klang.
Und das Mägdlein lauschet und horchet noch lang:
"O weh! er ziehet, der Knabe,
den ich stille geliebet habe.
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

9. Da steh' ich, ach! mit der Liebe mein,
mit Rosen und mit Gelbveigelein;
dem ich alles gäbe so gerne,
der ist nun in der Ferne."
Lala lalala lalala lalala lala lalala lalala lalala
la lalala lalala lalala lala lala lalalala la la la.

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Worte: Ludwig Uhland, 1806 (1787—1862)
Loudspeaker.png    Weise i: Vor 1874
(Aus d. Dt. Kommersbuch, Verl. Herder Frbg.)