Zweck(KV)

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Der KV — Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine — ist der Zusammenschluß katholischer Korporationen auf dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden auch in den neuen Bundesländern Korporationen, die unter dem SED-Regime verboten waren, wieder- bzw. neugegründet (z.B. Erfurt und Dresden).
Derzeit gehören dem KV mehr als 80 aktive Vereine und über 130 Altherrenvereine an. Nachdem 1853 mit dem Berliner Leseverein (später Askania bzw. Burgundia) der erste KV-Studentenverein gegründet wurde, ist die Gründung des KV auf das Jahr 1865 zu datieren, als eine Trennung der farbentragenden von den nicht-farbentragenden Korporationen des im Jahr zuvor geschlossenen Würzburger Bundes erfolgte.
Die Prinzipien RELIGIONWISSENSCHAFTFREUNDSCHAFT stellen die Basis dar, auf denen der KV aufgebaut ist. Das Lebensbundprinzip besitzt nicht nur in der einzelnen Korporation Gültigkeit, sondern überspannt den gesamten Verband und vermittelt dem einzelnen Kartellbruder die Gewähr, sich unter dem Zeichen des KV nicht nur am Ort seines Studiums, sondern weit darüber hinaus in einem Kreise zu befinden, der sich auf gleiche Herkunft, gleiche Ziele und Lebensauffassungen sowie Übereinstimmung in den Grundfragen des Lebens gründet. Sinn und Zweck des KV ist es sicherlich nicht, die einzelnen Kartellbrüder und Korporationen in ein völlig uniformes Muster einzupressen, das Abweichungen nicht zuläßt. Einigkeit und Geschlossenheit ist nur hinsichtlich der Prinzipien zu fordern, weil ein Lebensbund ohne gemeinsames Fundament nicht lebensfähig ist. Bereits in der ersten öffentlichen Prinzipienrede katholischer Korporationen, die GEORG FREIHERR VON HERTLING auf der 15. Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands in Frankfurt 1863 hielt, wurde den Korporationen ausdrücklich eine gewisse Autonomie gegenüber der Hierarchie zuerkannt, sie sollten als „ein eigenständiges Glied in den großen Organismus der katholischen Vereine” gebunden werden.
Persönliche Bekanntschaft und Freundschaft sind die Faktoren, die einen Studenten veranlassen, in eine katholische Korporation einzutreten. Die Ziele und Prinzipien, die Angebote und Positionen der Korporation können nur durch das persönliche Beispiel und Vorbild ihre Wirkung auf den interessierten Studenten ausüben. Zwar lernt man auch in der Korporation zunächst nur einen kleinen Teil der Mitglieder kennen, doch mit zunehmender Zeit werden die Kontakte zu Aktiven und Alten Herren immer ausgedehnter, so daß zu den die Gemeinschaft prägenden Bundesbrüdern schließlich persönliche Beziehungen hergestellt sind.
Das Verhältnis zum KV entwickelt sich auf einer anderen Grundlage. In den ersten Monaten der Zugehörigkeit zu einer Korporation wird der KV sicherlich nur eine Randerscheinung darstellen. Erst später wird der Einzelne die Möglichkeiten kennenlernen, die der KV als Dachverband eröffnet, Im Sinne der Subsidiarität unterstützt der Verband Korporationen und Kartellbrüder bei ihren Aufgaben. Aufgrund der großen Mitgliederzahl hat der KV ein sehr viel größeres Gewicht in Kirche, Staat und Gesellschaft; er kann so unsere Überzeugungen in die öffentliche Diskussion einbringen und sie dort vertreten. Als Dienstleistungsunternehmen kann der Verband Kontakte herstellen, bei der Organisation von Korporationsveranstaltungen durch inhaltliche Vorlagen und Beschaffung von Referenten helfen, aber auch überregional zentrale Veranstaltungen durchführen, die der Bildung und Erweiterung des persönlichen Horizontes dienen, zugleich wiederum die Diskussion und Meinungsbildung über zentrale Fragen unseres Glaubens und der Welt, in der wir leben, fördern. Auch praktische Hilfen gehören zu seinen Aufgaben. Als Beispiel seien hier nur die Berufsstartseminare genannt, die dem Berufsanfänger von der Bewerbung bis zum Vorstellungsgespräch wertvolle Tips liefern und den Einstieg in den Beruf erleichtern.
Schließlich sei darauf verwiesen, daß der Kartellbruder nur einen geringen Anteil seines Lebens als Aktiver eines Studentenvereins verbringt. Spätestens mit dem Übertritt in den Altherrenverein und dem Berufseinstieg ist in den meisten Fällen ein Ortswechsel verbunden. Die Treue zur eigenen Korporation ist zwar selbstverständlich, doch findet sich am neuen Ort gleich eine Gruppe von Kartellbrüdern, die füreinander einstehen, nicht nur den Start unterstützen können, sondern die in der Korporation aufgebaute lebenslange Freundschaft zwischen alt und jung, zwischen Angehörigen verschiedenster Berufe und Wissensgebiete fortsetzen.